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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
684
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68-t Harvey Harwich

rend der Zeit der Republik vorzugsweise Etrusker die nicht blos geduldete,, sondern schonfrüh vom Staat anerkannte und benutzte Haruspicin betrieben, war diese zumeist aus. dieEingcwcidcschau beschränkt, doch wurden auch bei andern Zweigen der röm.Divination, d.i.Wcissagckunst, nicht selten Haruspiccs neben den Augurcs (s.d.) und andern zugczogcu.In der Kaiscrzeit wachte sich neben ihrer Kunst vornehmlich die Astrologie der Chaldäergeltend, aber Claudius begünstigte die Haruspicin, und er war es vcrmuthlich, der sie alsförmliches aus sechzig Mitgliedern unter einem M agister pudücns bestehendes Priestcrcollc-gium constituirtc, dessen erste Begründung früher irrig dem Nomulus zugeschriebcn wurde.Noch unter den christlichen Kaisern erhielt sich diese heidnische Kunst, wenn auch oft verbo-ten, bis auf Honorius, dessen Gesetz vom I. 419, welches alle Uatkomatici, d. i. Wcissa-gcr, mit der Strafe der Deportation bedrohte, ihre Bücher aber vor den Bischöfen zu ver-brennen befahl, wol auch die Haruspiccs betraf.

Harvey (Will.), einer der berühmtesten engl. Ärzte, gcb. am I.Apr. >578 oder>577 zu Folkstone in der Grafschaft Kcnt, besuchte die Schule zu Canterbury und stu-dirte dann in Cambridge Meinem. Im I. >598 ging er nach Padua, wo er unter Hie-ronymus Fabricius (s.d.) der Anatomie seine Hauptaufmerksamkcit zuwendcte und>692 die medicinischc Doctorwürd'e erhielt. Nach England zurückgckehrt, promovirtc ernoch einmal in Cambridge und wählte dann London zu seinem Aufenthalte, wo er baldin den Nus eines ausgezeichneten Arztes kam. Er wurde in das mcdicinische Collegiumausgenommen, als Armenarzt am Bartholomäushospital angcstellt und I6>5 zum Pro-fessor der Anatomie ernannt. Als solcher lehrte er schon 16>9 seine neue Theorie des Blut-kreislaufs (s. Kreislauf), welche er aber erst neun Jahre später, in denen er sie durchVersuche geprüft hatte, durch den Druck bekannt machte. Nachdem schon Jakob l. öfterseinen ärztlichen Rath gesucht hatte, ernannte ihn Karl l. >639 zu seinem Leibarzt. Nachder Schlacht bei Edgchill im I. > 642 folgte er dem Könige, den er während des Bürger-kriegs stets begleitet hatte, nach Oxford, wo er bis zur Übergabe dieser Stadt an die Parla-mcntstruppcn blieb. Hierauf kehrte er nach London zurück und lebte hier den Missenschaftcn,bis er am 3. Juni 1658 auf scincmLandgute zuHcmstead starb. Seine Schrift „Oe m<>t»cvrllis et saiigiiilüs" (Franks. 1628, 4.), in der er zuerst seine Entdeckung des Blutkreislaufsbekannt machte, erregte ungemeines Aufsehen in der medicinischen Welt und erweckte ihmeine Menge Gegner, welche thcils die alte Lehre aufrecht erhalten, theils ihm das Verdienstder Entdeckung absprechcn wollten, thcils sich so weit erniedrigten, durch Verleumdungenihn um das Vertrauen seiner Kranken zu bringen. H. antwortete nur dem I. Niolan inParis in seiner Schrift ,,»e circulationo ounFninis a«I Rinlanum" (Cambridge >649;Par. 165«»), indem er das Urthcil über die Wahrheit und den Werth seiner Entdeckungder ruhiger» Nachwelt überließ, die auch seine neue Lehre an den Anfang eines Hauptab-schnitts der Geschichte der Heilkunde gestellt hat. Er selbst erlebte noch den Triumph, daß>652 einer seiner heftigsten Gegner, Plcmpius in Löwen, durch eigene Forschungen über-zeugt, sich öffentlich zu seiner Lehre bekannte. Ein anderer Thcil der Physiologie, dem H.seine Aufmerksamkeit zuwendcte, war die Lehre von der Zeugung (s. d.). Sein Aus-spruch: Omiie animal ex ov«, war die Frucht langer und mühevoller Forschungen, welchedie von Aristoteles gelehrte und bis dahin geltende Annahme einer generatin aeguivoeawiderlegten. Die Resultate seiner Versuche über diesen Gegenstand legte er in der Schrift,,»e generatinne »Iiiimliilim" (Land. >651,4.) nieder, deren Herausgabe er jedoch nurmit Widerstreben, weil er das Buch als nach seiner Meinung noch nicht vollendet aner-kannte, seinem Freunde G. Ent »erstattete. Seine „Opera «mnia" wurden von dem Col-legium der londoner Ärzte (Lond. >766, 4.) hcrausgegcbcn; die von Albinus besorgteAusgabe (Lcyd. 1-737, 4.) enthält nur eine Auswahl.

Harwich, Haupthafcnstadk in der engl. Provinz Essex, am Stour, hat etwa 5999 E-,musterhafte Schiffswerft«: für Kriegsschiffe und einen Hafen, welcher über >99 Schiffesaßt und durch das Fort Landguard, welches König Jakob l. anlegen ließ, geschützt ist. Vonhier aus findet die Überfahrt nach Hclvöt-Sluys in den Niederlanden, nach Kuxhavcn undGothenburg statt. Wegen der gefährlichen Küsten hat man in der Nähe von H. zwei schöne

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