686 Harzburg Harzgerode
wieder ausgenommen wurde. Überhaupt thcilen sich gegenwärtig Hannover (12 mM.),Braunschwcig (> 3 H>M.), Preußen (!> IHM.) und Anhalt-Vcrnburg (2 OM.) in den Be«sitz des Harzes. Der Bergbau im Oberharz gehört Hannover allein; der am Unterharz imNammclsberge bei Goslar u. s. w-, dem sogenannten Communharze, wird von Hannoverund Braunschwcig auf gemeinschaftliche Rechnung betrieben; jener gibt im Durchschnitteine jährliche Ausbeute von 36250, dieser von 3000 und der anhalt-bcrnburgische Bergbauim östlichen Harz von etwa 1550 Mark Silber.
Harzburg, eine alte, am rechten Ufer der Norde, in der Nähe von Goslar, in Ruinenliegende Burg in dem darnach benannten braunschw. Amte, wurde 1068 von Heinrich IV.zur Unterjochung der Sachsen angelegt und, nachdem er sie 1070 wieder hatte abbrechenmüssen, nach dem Siege über die Sachsen bei Hamburg im 1.1076 von neuem aufge-baut. Kaiser Friedrich 1. verlieh sie an Heinrich den Löwen, Friedrich II. an die Grasen vonWoldcnbcrg, worauf sie später an den Herzog Heinrich den Wunderlichen von Braun-schweig kam. Durch Heinrich den Friedfertigen wurde sie 1385 in ein Dominialamt ver-wandelt, das der Herzog Julius >573 in das Thal verlegte, worauf sie unter dem HerzogAugust um die Mitte des 17.Jahrh. wegen Baufälligkeit abgetragen werden mußte. Anihrer Stelle soll in der german. Vorzeit der Altar des Götzen Krodo (s. d.) gestanden ha-ben, was aber von Vielen geleugnet wird. Vgl. DeliuS, „Untersuchung über die Geschichteder H. und den Götzen Krodo" (Halberst. > 826).
Harze nennt der Chemiker feste, für sich nicht ohne Zersetzung flüchtige, in der Wärmeschmelzbare, in Wasser unauflösliche, in Alkohol oder Äther auflösliche Pflanzenstoffe,welche keinen Stickstoff, aber sämmtlich Kohlenstoff, Wasserstoffund Sauerstoff enthalten.Sie scheinen sich theils in der Pflanze selbst, theils an der Lust aus den ätherischen Ölendurch Einwirkung des Sauerstoffs zu bilden, wie denn die meisten ätherischen Öle an derLust immer dickflüssiger und sauerstoffreicher werden, was man vcrh arz en nennt. DieHarze sammeln sich in den Zellen öfters sehr an und treten dann, besonders, durch feuchtenZustand der Atmosphäre begünstigt, in die Räume zwischen den Zellen aus, wodurch dieHarzstreifcn im Holze der Zapfcnbäume entstehen. Auch fließen sie von selbst durch ab-sichtliche oder zufällige Öffnungen der Oberhaut aus; so namentlich aus den Stämmenund Wurzeln mancher Pflanzen und dann nicht selten in halbflüssiger Verbindung mitätherischen Ölen als natürliche Balsame (z. B. Tcrpcnthin, Pcrubalsam, Meccabalsamund Copaivabalsam), oder in Vereinigung mit den andern Saftbestandthcilen (Gummi,Federharz, Stärke, Eiweiß u. s. w.), wodurch die sogenannten Gummiharze, wie^sakoetill:,, Ammoniakgumim, Ealbanumu.s.w., entstehen. Jene Balsame (s.d.) verlierendurch Verdunstung oder Oxydation an der Luft ihren Ölgchalt, werden fester und härter,und meist bildet sich in ihnen dann eine freie Säure; so entstehen die festen Tcrpenthinarten,Benzoe, Mastix, Storax u. s. w. Von den Harzen sind viele theils in der Medici», theilstechnisch wichtig, da sic entweder durch unmittelbare Schmelzung, wie z. B. das Pech, oderdurch Auflösung in Weingeist oder Tcrpcnthinöl oder einem andern flüchtigen Lösungs-mittel, ..Aufstrcichcn und Eintrocknenlassen der Lösungen geeignet sind, luft- und wasser-dichte Überzüge oder Kitte zu geben. (S. Firnisse und Lacke.) Die wichtigsten Harzeund Gummiharze sind das Fichtcnhar; (Kolophonium oder Pech), Benzoe, Dammar, Ko-pal, Bernstein, Schellack, Mastix, Sandarak, Ealbanum, s»etül<>, Ammoniakgummi,Scammonium und Eummigutti. Häufig verwechselt man Körper, die gar kein Harz, son-dern nur Gummi oder Schleim, wie das Gummi der Kirsch- und Pflaumcnbäumc, derTraganth, das Gummi arabicum u. s. w., oder neben andern Substanzen nur wenig Har;enthalten, wie z. B. die Myrrhe und die Aloe, mit den Harzen. Dagegen sind die häufigan den Blattknospcn, besonders z. B. an den Pappcll'nosxcn im Frühjahr bemerkbarenÜberzüge wirkliche balsamartigc Harzvcrbindungcn. Ganz frei von Har; sind wenig Pflan-zen, wenn es auch nicht ausflicßl. Man kann dasselbe dann durch Ausziehen mit Wein-geist darstcllcn, wie z.B. das Ja lappe nharz und das Euajakharz. Die Harze gehenfast unmcrklich in die Farbstoffe und Extraktivstoffe über, und cs ist namentlich im erstemFall die Unterscheidung oft schwierig.
Httpzflcrodc, eine Stadt im Herzogtum Anhalt-Bcrnburg auf dem Dorharz, mit