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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
683
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Harün HaruspiceS 683

den. Als er durch den inzwischen ausgcbrochencn Bürgerkrieg sich fast ohne alle Beschaff-tigung sah, gab er sein Gewerbe auf, erlernte die Tachygraphie und wurde im Oct. >635als zeitweiliger Schncllschreibcr der Regierungszeitung angcstcllt. Bisher war er bloßerÜbersetzer oder Bearbeiter gewesen; sei» Geist drängte ihn jetzt zum Sclbstschasscn; zumStoffe eines Dramas wählte er sich die Volkssage von den „Liebenden von Tcrucl". Dieüberaus günstige Aufnahme dieses Stücks, welches im Jan. l 836 zum ersten Male ge-geben wurde, entschied über sein künftiges Geschick. Er widmete sich von nun an ausschlie-ßend der Literatur, und durch eine Anstellung bei der königlichen Bibliothek zu Madrid er-hielt er später auch eine gesicherte äußere Stellung. Nächst den „I^.s ninsutas ck« Und"(Madr. 1836; 2. Aust., l838) haben wir zu erwähnen sein Drama „l-ulm -lencin"(Madr. 1838); die Komödien „I-a kocloma enoimtnUir" (Madr. 1839) und „IH isio-Niiriit" (Madr. 1836); die Dramen „tAlnnsa ei casto" (Madr. 1831), ,,1'rimoro )o"(Madr. 1 832), „Houorin" (Madr. 1832) und „Llljircliiller Llonckariils" (Madr. 1832),und die Komödie „Im cosn ^ ei enouj-IUo" (Madr. 1833). Um das altspan. Theatermachte er sich sehr verdient durch seine kritische Ausgabe des ,,'Lentro esc<>»ül» >le! tzl.'1 irso tlo Llolina" (12 Bde., Madr. 1839—32). Seine zerstreuten Gedichte und pro-saischen Aufsätze sammelte er unter dem Titel ;>oeticos x nrti'culos en prosa,

litornrioL ^ cke csstumbres" (Bd. I, Madr. > 833). Einige seiner lyrischen Gedichte unddas Drama „I-os amantes cko 'I'oruel" hat E. de Ochoa in seine pari» mm 1>il>Iio-

tecn lle escritores esp. cuntem;,orünoos" (Par. l 836) ausgenommen. Die meisten seinerStücke zeichnen sich durch blühende Phantasie, eine kräftige Diction und einen sehr wohllau-tenden Versbau aus. Überhaupt zeigt sich in seinen Originalwcrkcn immer mehr der wohl-thätige Einfluß seines Studiums der altspan. Dramatiker, und das Streben, nicht nur inder Wahl der Stoffe, sondern auch in ihrer Behandlung national zu sein. Auch ist H. einervon den wenigen Spaniern, welche eine unmittelbare und genauere Kenntniß der deutschenLiteratur haben, der er schon wegen seiner Abkunft mit besonderer Liebe zugcthan ist.

Harün, mit dem Beinamen Al -Naschid, d. h. der Gerechte, der berühmteste ausder langen Reihe der Khalifcn, folgte seinem Vater Mehdi in der Würde des Khalifats imI. 786, noch nicht 21 Jahre alt. Seine Negierung war im Ganzen sehr glücklich; vcr-schiedene Aufstände im Innern des Reichs wurden rasch unterdrückt, die Kriege gegen diebenachbarten Staaten der Byzantiner, in den I. 793, 863 und 866, und der Chasarcn,nn I. 863, wurden alle schnell und siegreich beendet, und wenn auch die Grenzen des Un-geheuern Reichs, das vom Indus bis zum Atlantischen Meere und vom Kaukasus bis zuden Quellen des Nils sich erstreckte, sich nicht erweiterten, so verlor das Reich doch auchkeine seiner Provinzen. H. gab sich ganz den schöncrn Freuden des Lebens hin, besondersda er in der pcrs. Familie der Barmckidcn die tüchtigsten Veziere und Feldherren fand.Seine Residenz Bagdad erhob er zu der blühendsten Stadt der damaligen Zeit; von allenGegenden der Erde strömte dort der Tribut hin und in großartiger Verschwendung undPrachtlicbe ließ H. daselbst die schönsten Bauten ausführcn. Zugleich liebte er Gclchrsam-keit, Dichtkunst und Musik, und sein Hof war der Sammelplatz der berühmtesten Männerder mohammcdan. Welt. Dies Alles, sowie seine persönlichen, blendenden Eigenschaftenmachten ihn zum Liebling des Volks. In unzähligen Liedern und Erzählungen wurde ergefeiert und über verschiedene Begebenheiten und Abenteuer seines Lebens berichtet, und soist er auch der Haupthcld vieler und reizender Märchen der ! 661 Nacht geworden. Gegendas Ende seiner Negierung wurde er gegen die Barmskidcn mit Mistraucn erfüllt undließ sic im I. 863 insgcsammt hinrichrcn, selbst seinen Liebling Dschafar, der ihn auf seinennächtlichen Wanderungen durch Bagdad stets begleiten mußte. Um einen Aufstand, derim Norden des Reichs in Khsrasän ausgcbrochen war, zu unterdrücken, zog er persönlichden Rebellen entgegen; ein Blutstur; aber nöthiztc ihn, in Tüs zurückzublcibcu, wo erbald darauf gegen Ende des März 869 starb.

Harusprces, vom Singular Haruspcr, hießen bei den Römern die Weissager, welchedie Harusp iclna übten. Diese war in Etrurien zu Hause und begriff hier nicht nur dieWeissagung aus den Eingeweide» der Ovfcrthicre, deren Lage und Beschaffenheit, sonder»auch die Deutung und Besorgung der Blitze und Prodigien in sich, In Nom, wo wäh-