68V Hartig Hartlaub
Sprößling dieses Stammes versetzte I -108 die Grafschaft an Veit von Schönburg, dessen >Enkel jedoch erst 1440 nach mancherlei in Folge des Erlöschens der burggräflichen Dyna- I
stie entstandenen Irrungen zu unbestrittenem Besitze derselben gelangte. Im I. > 550 nö» >
thigtc Kurfürst August von Sachsen, dessen Vorfahren bereits seit > 456 die Lehnshohcitüber die Grafschaft errungen hatten, das schönburg. Haus, ihm den größer« (oberwäldi-sehen) Theil derselben käuflich abzutreten. Die staatsrechtlichen Verhältnisse in Betreff derschönburgisch gebliebenen niedern Grafschaft H., von 2 OM. mit etwa 9000 E., wur-den durch den Ncceß von 1740 und den Erläuterungsreccß von 1835 geordnet. (S. Schön-burg.) Nach dem im I. 1840 erfolgten Ableben des kinderlosen Fürsten Alfred vonSchönburg fiel H. sammt der dazu gehörigen Herrschaft Stein an dessen Brüder, denregierenden Fürsten ^Otto Victor von Schönburg-Waldenburg und die Fürsten Hein-rich Eduard und Otto Hermann. — Der gleichnamige Hauptort der Standeshcrrschaft,mit schönem, alterthümlichem Schlosse, am rechten Ufer der Mulde, ist berühmt durch diein der Nähe befindliche Prinzenhöhle. (S. Prinzenraub.)
Hartig (Georg Ludw.), ein verdienter deutscher Forstmann und Forstschriftsteller, 4geb. am 2. Sept. >764 zu Gladenbach bei Marburg, wo sein Vater Forstmeister war,widmete sich nach beendigten Schuljahren dem Forstfache und kam zu diesem Zwecke >779zu dem Bruder seines Vaters in den Harz, worauf er >78> die Universität zu Gießen be-suchte. Im 1. 1785 erhielt er den Acceß im Oberforstamte zu Darmstadt. Schon im fol-genden Jahre kam er als Forstmeister des Fürsten von Solms nach Hallgen in der Wet-tcrau, wo er sein Forstlehrinstitut begründete und mit seiner „Anweisung zur Holzzucht"(> 70 >; 7.Aust., Marb. >817) als Schriftsteller auftrat. Im I. 1797 wurde crLand-sorstmeister und Forstralh bei dem Fürsten von Oranien-Nassau und verlegte nun seineLehranstalt nach Dillcnburg, wo sie sich mit jedem Jahre erweiterte, und wo er auch > 806sein „Journal für das Forst-, Jagd - und Fischereiwesen" gründete. Nach der Auflö- '>sung des Fürstenthums Oranien-Nassau folgte H. einem Rufe als Oberforstrath nachStuttgart, wo er auch seine Forstlchranstalt wieder eröffnete, die hier aber ebenso wenig ^gedeihen wollte, als er selbst einen ausreichenden Wirkungskreis für seine Thätigkcit zu ^finden vermochte. Deshalb nahm er 18 lI die Stelle eines Oberlandforstmeisters in den >prcuß. Staaten an, wo er sich namentlich in den neu erworbenen Landestheilen um dasForstwesen sehr verdient machte. Obgleich seine umfassenden Verwaltungsgcschäfte fastseine ganze Thätigkcit in Anspruch nahmen, so eröffnete er doch wieder seine Forst- undJagdlehranstalt, aber in der Art, daß er sie mit der Universität zu Berlin in Verbin-dung brachte und dicHülfswisscnschaften von den Universitätslehrern vortragcn ließ, wäh-rend er selbst nur Forst- und Jagdwissenschaft lehrte. Im I. 1830 wurde er zum Ehren-profcssor an der Universität zu Berlin ernannt und starb daselbst am 2. Fcbr. 1836. Von sei-nen Schriften sind noch aufzusührcn die „Anweisung zur Taration der Forsten" (5. Aust.,Gieß. 1810 ); „Anleitung zur Forst- und Waidmannssprache" (2. Aust., Tüb. 1821);„Cubiktabcllen für geschnittene, beschlagene und runde Holzer" (5. Aust., Berl. 1841);„Anleitung zur Vertilgung oder Verminderung der Kiefcrraupen" (Berl. 1827); „Bei-trag zur Lehre von Ablösung der Holz-, Streu- und Weidcservitute" (Berl. 1829H „KurzeAnweisung zum Baumroden" (Marb. 1827); „Anleitung zur wohlfeilen Kultur derWaldblößen" (Berl. >826); „Lehrbuch für Förster" (7. Aufl-, Tüb. 1828), sein Haupt-werk; „Die Forstwissenschaft nach ihrem ganzen Umfange" (Berl. 1331); „Forstlichesund forstnaturwisscnschaftliches Conversations-Lexikon" (Berl. 1834; 2. Aust., Stuttgl 836) und„KurzeBelehrung über dieBehandlung und Culturdes Waldes" (Berl. 1837)
HortliNlb (Karl Georg Christian), ein bekannter homöopathischer Arzt, geb. am16. Apr. >795 zu Lichtenstcin im sächs. Erzgebirge, conditionirte erst als Apotheker inChemnitz und Dresden, studirte dann auf der medicinisch-chirurgischen Akademie in Dres-den und auf der Universität zu Leipzig, wo er die medicinische Doctorwürde erwarb, undmachte hierauf eine wissenschaftliche Reife nach Paris. Nach der Rückkehr ließ er sich inLeipzig als praktischer Arzt nieder, begab sich indeß 1829 nach Braunschweig, wo er inseiner großen Praxis einen bedeutenden Ruf genoß und am 5.Febr. 1839 starb. Als einerder ersten Anhänger Hahmmann's hat er sich um die Förderung der Homöopathie große