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sodaß auch die Kämpfe, in welche er sich, das kirchliche Princip zu handhaben, verwickelte,den Stempel der nokhgedrungenen Abwehr tragen. Großes Aufsehen veranlaßtcn nament-lich seine als Ankündigung zum Reformationsjubiläum >817 herausgcgcbenen „95 The-scs", in welchen er über die Lehre von der Verworfenheit des Menschen und von dem alleinseligmachenden Glauben in sehr entschiedener Weise sich aussprach. Die misgünstige Be-urtheilung dieser Thesen von mehren Seiten her und eine Menge Gegenschriften, welchedie Vernunft in Schutz nahmen, führten den Kampf weiter ins wissenschaftliche Gebiethinein und nökhigten H. in den Schriften „Briefe zur nähern Verständigung über meineThesen" (1817) und „Daß es mit der Vernunftreligion Nichts ist" (l8I9) auf dieGründe seiner Behauptungen weiter einzugehcn, die neue.Entgegnungen veranlaßtcn, bisendlich der Streit, wie viele andere dogmatische, ohne Resultat endete. Auch über dieSache der altonaerBibclausgabe (1824) ließ H. seine kräftige Stimme vernehmen. Amhöchsten steht er als Prediger, und als solchem lassen ihm auch seine entschiedensten dogmati-schen Gegner volle Gerechtigkeit widerfahren. Unter den hierher gehörigen Schriften sindhervorzuheben seine „Winter- und Sommerpostille" (Kiel 1808— l 5; 5. Aust., Lpz. 1836),welcher die „Neue Winter- und Sommerpostille" (Altona 1824—27) und „Christolo-gischc Predigten" (Schlesw. 1821) folgten; ferner die „Predigten über die drei Artikel deSchristlichen Glaubens" (3Bde., Kiel 1830—34), „Predigten über das Vaterunser" (Kiel1838), „Predigten über die Religionshandlungen der lutherischen Kirche" (Kiel 1839),„Die Bergrede des Herrn" (Kiel 184l) und „Predigten über die Offenbarung" (1844).Große Anerkennung fand auch seine aus Reden an Theologiestudirende bestehende „Pa-storaltheologie" (3 Bde., 1830—34; 2. Aust., 1837). Nächstdem sind noch zu erwähnensein „Katechismus"(> 817); ferner „Ein kleiner Compaß oder Leitfaden beim Confirmandcn-unterricht" (Schlesw. 1821), „Christlicher Wochcnbettssegen" (Altona 1823), „Geist-licher Rath für Hebammen aller Länder" (Altona 1824) und sein köstliches Schulbuch„Schleswig-Holsteinischer Gnomon"(Kicl 1842; 2. Aust., 1843). H. fühlte sich so heimischin seinem Vaterlande, daß er >819 nicht nur den Ruf als Bischof für alle evangelischeGemeinden in Rußland ablehnte, sondern auch 1834 einen Ruf nach Berlin als Predigeran Schleiermacher's Stelle (1834) ausschlug, worauf ihn die theologische Facultät zuKiel zum Doctor ernannte. Unter großer Theilnahme feierte er das 25jährige Jubiläumseines Amtsantritts in Kiel. Vgl. Dorner, „Blätter der Erinnerung an das Jubiläumvon Claus H." ^Kiel 1842).
Harn (uriuu) ist eine Flüssigkeit, welche durch eigenthümliche, zum Theil nach ihrbenannte Organe aus dem Blute der rothblütigen Geschöpfe abgesondert und aus demKörper entfernt wird. Die hierher gehörigen Organe, die Harnwerkzeuge (nrFsnanro^oetica), sind die Nieren (s. d.), die beiden Harnleiter (uretor llexter et sinister),die Harnblase (vesica urionrin) und die Harnröhre (uretbrs). Die Harnleiter sind zweihäutige Röhren von geringem Durchmesser, aber ziemlicher Länge, welche aus den Nierenentspringen, an der hintern Wand der Bauchhöhle in das Becken hinabsteigen und in denuntern Theil der Harnblase einmünden. Die Harnblase ist ein häutiger ovaler Sack, derin dem vordem untern Theile der Unterleibshöhle befestigt ist und nach vorn und untendurch den Blasenhals (collum vesicae) in die Harnröhre übergeht, welche wieder ^lsein ziemlich enger und bei den verschiedenen Geschlechtern nicht gleich langer Kanal durchdie äußern Geschlechtstheile ausmündct. Die Aussonderung des Harns in den Nieren ge-schieht durch den Einflußdcr der Willkür nicht unterworfenen Nerven, während die Entleerungder Blase oder das Zurückhalten ihres Inhalts willkürlich ist. Mit der Hautabsonderungsteht die des Harns in einem derartigen Verhältniß, daß vermehrter Schweiß die Harnab-sonderung beeinträchtigt, die Unterdrückung desselben sie vermehrt. Schon dieses Wechsel-verhältniß läßt genugsam erkennen, daß durch den Harn Stoffe, die dem Körper ohne Nu-tzen oder ihm schädlich sind, ausgeschieden werden sollen. Der Harn selbst ist gewöhnlicheine klare citrongelbe Flüssigkeit von kaum merklichem Geruch. Viele organische undanorganische Stoffe, z.B. schwefel-, phoSphor- und salzsaure Salze, Harnstoff, Harnsäureu. s. w. enthaltend, zersetzt er sich bald an der Luft, und die Salze schießen in Krystallen anEinen ungemeinen Einfluß auf die Zusammensetzung des Harns üben viele Nahrungs-