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Harley Harmonia 6SS
Mitdirector des klinischen Instituts in Erlangen angestellt, auch l 808 zum anhalt-bern-bürg. Hofrath ernannt. ImZ. 1818 folgte er dem Rufe als Professor der Pathologie undTherapie mit dem Titel eines Geh.Hofraths an die neue Universität zu Bonn, wo er I 844unter lebhaftester Anerkennung seiner Verdienste sein Doctorjubiläum feierte. Von seinenzahlreichen Schriften, die sich über die verschiedensten Zweige der Medicin verbreiten, sind zuerwähnen die „Untersuchungen über die Natur, Entstehung und Ansteckungskraft des gel-ben Fiebers" (Sulzb. 1805); „Neue Untersuchung über dasFieber" (Lpz. 1803); „Hand-buch der ärztlichen Klinik" (3 Bde., Lpz. und Kobl. 1817—26), „Die indische Choleranach allen ihren Beziehungen" (Braunschw. 1831) und „Die Verdienste der Frauen umNaturwissenschaft" (Gott. 1830). Ein Theil seiner kleinern Schriften erschien als„Opera mmora acaüemica" (Bd. 1, Lpz. 1815). Besonders war es die antiquarischeMedicin, auf deren Felde er glänzte und bei deren Bearbeitung ein großer Schah von Ge-lehrsamkeit ihm zu Gebote steht. Außerdem verwendete er viele Thätigkeit auf die Herausgabemehrer Zeitschriften. Auch lieferte er eine Lebensbeschreibung seines Vaters (Erl. 1818,4.).
Harley, s. Oxford (Nob., Graf von).
Harlingerland (Usrlingis) heißt nach dem kleinen Flüßchen Harre! oder Harleder östlichste Strich Ostfrieslands, an der Nordsee, welcher meist aus fruchtbarem Marsch-land besteht. Es umfaßte die ehemaligen Herrschaften oder Herrlichkeiten Esens, Witt-mund und Stedesdorf, die durch Heirathcn und Verträge an das ostfries. Fürstenhaus ka-men, in der Folge aber Lehen des Herzogthums Geldern wurden. Mit Ostfriesland zu-sammen bildet das Harlingerland, welches ungefähr 16000 E. zählt, eine Provinzial-landschaft des Königreichs Hannover. Die Hauptorte sind die Stadt Esens, mit einemHafen und 2200 E.; der Marktflecken Wittmund mit 1800 E., der Hauptsih des ostfries.Pferdehandels; und der Flecken Karolinensiel mit 900 E., einem Hafen, ansehnlicherSchiffahrt und bedeutendem Handel. Auch gehören zum Harlingerland die beiden etwaeine Stunde vom Lande entfernten Nordseeinseln Langerogg und Spiekerogg, jene mit100, diese mit 150 E.
Harmattan heißt der cigenthümliche, sehr scharfe und heiße Wind, welcher perio-disch, gewöhnlich 7—8 Tage lang, von dem Innern Afrikas nach dem Atlantischen Oceanzu weht. Er herrscht besonders in den Monaten Der-, Jan. und Febr. und ist meist voneinem dichten Dampf und Nebel begleitet, der die Sonne oft ganze Tage verbirgt. Äu-ßerste Hitze und Trockenheit ist sein Charakter, sodaß die Gewächse von seinem Hauche ver-dorren, alles Holzwerk aufreißt und die Früchte die Nothrcife erlangen. Die Menschenleiden, während er weht, an Trockenheit im Gaumen, schälen sich bei langer Dauer desselbenan Händen und im Gesicht und fühlen sich beim Athemholen bis zum Ersticken beschwert.Dagegen heilt er, sobald er nicht über faulige Sümpfe geht, alte Geschwüre und HautauS-schläge, sowie Wechselfieber und Durchfälle. Sobald er vorüb er ist, tritt jedesmal eine bedeu-tende Kälte ein. Eigentlich ist dieser Wind dem Samum ganz ähnlich und der Name Harmat-tan für denselben blos im westlichen Theile der Wüste Sahara bei den Negern gebräuchlich.
HarmodlllS und Aristogrton, zwei durch die innigste Freundschaft verbundeneathen. Jünglinge, ermordeten mit Dolchen, die sie unter Myrtenzweigen verborgen hatten,im I. 514 v. Chr. den Pisistratiden HipparchuS (s. d.)in Athen, den jüngern Bruderdes Tyrannen Hippias (s. d.), weil er nach vergeblich wiederholten Versuchen, die Zu-neigung und Liebe des H. zu erlangen, aus Kränkung über diese Zurücksetzung dessenSchwester, eine unbescholtene Jungfrau, zum Dienst bei einer festlichen Procession hatteeinladen, nach ihrem Erscheinen aber als eine Unwürdige zurückweisen lassen. H. wurdegleich nach vollbrachtem Morde von der Leibwache niedergestoßen, Äristogiton später arffder Flucht ergriffen und ebenfalls hingerichtet. Diese That, deren nächstes Motiv persön-liche Rache, nicht Freiheitsgefühl war, obwol dieselbe den Sturz der damaligen Tyrannen-herrschaft beschleunigt haben mag, wurde von den Athenern aus republikanischem Patrio-tismus durch Bildsäulen und festliche Lieder gefeiert, und noch jetzt besitzen wir ein sehrschönes Harmodiuslied in den auf uns gekommenen griech. Tafelliedern oderSkolien (s.d.)l
Harmonia, auch Hcrmio ne, war die Tochter des Ares (Mars) und der Aphro-dite (Venus) nach jener Umarmung, während deren sie von Hephästus (Vulkan) mit dem