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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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668
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668 Harlem (Cornelius von) Harleß (Zöh. Christ. Friede.)

seinen Sitz. Bei dem Aufstande der Niederlande im 1 6. Iahrh. trat sic > '>72 auf die Seiteder Verbündeten, mußte sich aber nach einer sicbcnmonatlichcn Belagerung, wahrend wel-cher Männer und Weiber gleiche Proben von Ausdauer, Mnth und Tapferkeit gaben, anAlba's Sohn, Friedrich, ergeben, der hierauf eine furchtbare Rache nahm. Nachdem I 577der Prinz von Lranicn sic wieder genommen, blieb sie seitdem fortwährend mit den Nie-derlanden vereint. Ihre höchste Blüte erreichte sic im 17. Iahrh.; allmälig aber fing ihrWohlstand an zu sinken, der unter der franz. Herrschaft vollends gebrochen wurde, je-doch in neuerer Zeit sich wieder zu heben angcsangcn hat. — In der Nähe der Stadt ist derHarlemer Busch, einer der anmuthigstcn Haine, mit vielen schönen, von reizenden Gär-ten umgebenen Landhäusern, unter denen sich das mit fürstlicher Pracht erbaute Hope'scheLandhaus (Welgele^en) besonders auszeichnet. — Eine merkwürdige Erscheinung un-weit der Stadt ist das sogenannteHarlemer Meer, ein See, der früher aus mehrenkleinen Seen bestand, erst im 17. Zahrh. durch einen Einbruch des Meers seine nachherigeAusdehnung auf 33000 Morgen Landes erhielt, meist trinkbares Wasser hat, durch denMeerbusen Het A mit der Zuydersee zusammenhängt, gegenwärtig aber durch Trvckenlo-gung in seinem Umfange bedeutend beschränkt ist.

^arlem (Cornelius von), s. Cornelis (Cornelius).

Harlem (Peter von), s. Berghem (Nikolaus).

Harleß (Gottlirb Christoph), einer der tüchtigsten deutschen Humanisten, tztb. 1738zu Kulmbach von armen Ältern, habilitirte sich nach vollendeten Studien, während wel-cher er mit vielen äußern Hindernissen zu kämpfen hatte, als Docent zu Erlangen und kam1765 als Professor an das Gymnasium zu Koburg. Zm I. >770 wurde er als Professorder Beredtsamkeit nach Erlangen zurückberufen, wo er bald nachher auch das Amt als Ober-bibliothekar übernahm und 1815 nach langer segensreicher Wirksamkeit starb. Neben denAusgaben vieler Klassiker, die er besorgte, hat er sich ein ganz vorzügliches Verdienst umdie Geschichte der alten Literatur erworben durch seine „Introductio in kistoriam lingnae^raecue" (2 Bde., Altenb. 1778; 2. Aust., 1792—95) und die „lntroductia in notitiamlit. rom." (Nürnb. 17 81), der er „8npplementa »<l breviorem notitiam I!t. rnin." (3 Bde.,Lpz. 1799—1817) hinzufügte; wie auch durch die vierte verbesserte Auflage von I. A.FabriciuS' „kibliotüec» grueca" (12 Bde., Hamb. 1790—1809, 4.), die neuerdings miteinem „Index"(Lpz. 1838, 4.) versehen wurde. Seine Lebensbeschreibung gab sein SohnI. C. F. Harleß heraus (Erl. 1818 ,4.).

Harleß (Gottlieb Christoph Adolf), ordentlicher Professor der Theologie zu Er-langen, wurde am 2 l. Nov. 1806 zu Nürnberg geboren. Nachdem er sich auf dem Gym-nasium daselbst und seit >823 auf der Universität zu Erlangen philologisch ausgebildethatte, ging er zur Theologie über, die er erst in Erlairgen und seit 1827 in Halle unter Tho-luck'S Einfluß studirte. Im I. 1828 habilitirte er sich beider philosophischen, ein Jahrspäter bei der theologischen Facultät in Erlangen und wurde zugleich Lehrer am Gymna-sium daselbst, worauf er 1833 eine außerordentliche und 1836 eine ordentliche Professurder Theologie nebst dem Amte eines Universitätspredigers erhielt. Unter seinen größer»Schriften machte namentlich sein „Cvmmentar über den Brief an die Ephesier" (Erl. > 83 4)Aufsehen, weil derselbe nicht blos eine reinphilologische Erklärung, sondern eine genaueEntwickelung der apostolischen Ideen im Zusammenhang gab. Sein Interesse an demhistorisch Gegebenen und kirchlich Positiven in der Theologie trat am meisten hervor in der„Theologischen Encyklopädie und Methodologie vom Standpunkte der protestantischenKirche" (Nürnb. 1837) und in der von ihm seit 1338 herauSgegebcnen „Zeitschrift fürProtestantismus und Kirche". Sein neuestes Werk ist „Die christliche Ethik" (2. Aufl.,Stuttg. 1842). Übrigens hat sich H. auch als Abgeordneter auf dem Landtage in Baiernvon 1842 — 43, besonders bei der Debatte über die Kniebeugungsfrage, ausgezeichnet.

Harleß (Joh. Christian Friedr.), ordentlicher Professor der Medicin in Bonn, derSohn von Gottlieb Christoph Harleß (s.d.), wurde am I I.Juni >773 zu Erlangen gebo-ren, wo er auch studirte, 1794 die medicinische Doctorwürde und 1796 eine außerordentlicheProfessur erhielt. JndenJ. 1801 und 1803 war er in Italien, umsichunterP.Frank(s.d.)wetter auszubilde»; nach seiner Rückkehr wurden 1805 als ordentlicher Professor und