Harlekin Hartem
in Versen und dem „Ilmr »I 8l>u>vur^ über arab. Idiotismen, besitzen wir bedeutende Frag-mente in Silvcstre de Sacy's „^ntbolngio grammuticale" (Par. I83l).
Harlekin (^rlsokiuo) ist der Name einer der komischen Masken des ital. Schau-spiels, deren Ursprung Einige im griech. Satirspiele zu finden meinten. Andere glaubten,in der Kleidung des Harlekin die der alten Mimen (s. d.) wiederzufinden, die mit gescho-renem Kopfe gingen, Ulanizisiios, d. i. Barfüßler, genannt wurden und deren Kleider ausvielen bunten Lappen (cent,i»c»Iis) zusammengesetzt waren. Für diese Meinung dürfteauch die Pritsche des Harlekin sprechen, in die sich das lächerliche Schwert der alten Mimenverwandelt zu haben scheint, sowie daß der Harlekin und Scapin bei den besten toscan.Schriftstellern Xanui genannt werden, welches Wort mit dem lat. 8unnio verwandt zusein scheint, von welchem Cicero in „De orutore" eine Beschreibung gibt, die so vollkom-men auf den Charakter des Harlekin paßt, daß auch der übereinstimmende Charakter Bei-der die Abstammung des Harlekin von jenen alten Planipeden verbürgt. Andere leitenden Namen, aber sehr unwahrscheinlich, von einem toscan. Dorfgeistlichen Giovanni Ar-lotto ab, wieder Andere von Carlo Bertinazzi, welcher unter dem Namen Carlinoss.d.)17-11 eine komische Figur auf dem franz. Theater einführte, die aber offenbar erst aus demital. Arlechino entstanden war, noch Andere endlich von einem drolligen Trommelschläger,Pierrot l'Arlequin (Peter von Arles) aus der Provence. Der alte Harlekin zeigte sich inBewegung, Spiel und Possenreißen übertrieben, in seinen Ausdrücken schmuzig und unver-schämt; seit 1560 aber änderte derHarlekin seinen Charakter und erschien nun als ein unwis-sender, einfältiger Bedienter, schmarozerhaft und feig, doch treu und thätig, und bemüht,seine niedrige Natur hinter possenhaftem Witz zu verstecken oder selbst durch Bosheit sich fürdie ihm wiederfahrenden Beleidigungen zu rächen. Von jedem guten Darsteller des Harlekinverlangt man ein glückliches, den Augenblick benutzendesJmprovisationstalent, doch gibtes auch gewisse komische Gcberdenspicle und stereotype Witze, die sich in dieser Nolle Jahr-hunderte lang fortgepflanzt haben. Der franz. Harlekin erscheint, dem Volkscharakter ge-mäß modificirt, galant und geschmeidig, zum Theil stumm, mit einer schwarzen Halbmaskeangethan, und katzenartig gewandt. In Deutschland erlebte der Harlekin als Hans-wurst (s. d.) mancherlei Schicksale und Verpuppungen, und während er in Norddeutsch-land der Kritik unterlag, ist er in Süddeutschland unter mancherlei Formen immer wiederzum Vorschein gekommen. Zu seinen nächsten Vettern gehört derengl.Clown(s.d.).
Harlein oder Haarlem, Stadt in der niederländ. Provinz Holland, unweit desnach ihr benannten Harlemer Meers, am Sparen, der durch sie hindurchfließt und durchKanäle mit Amsterdam und Leyden in Verbindung steht, hat gegen 2300« E. und ist derSitz des Gouverneurs der Provinz Holland, eines Handelsgerichts und mehrer wissenschaft-lichen Gesellschaften. Die sehr reinlichen, von vielen Kanälen durchschnittenen Straßensind fast durchgehend mit Bäumen beseht. Auf dem Markte befindet sich die marmorneStatue des hier geborenen Cost er(s. d.), des vermeintlichen Erfinders der Buchdrucker-kunst. Unter den Kirchen zeichnet sich durch hohen Thurm und schöne Orgel mit 8000Pfeifen und 60 Registern die Hauptkirche aus. Nächst der königlichen Akademie der Wis-senschaften sind besonders zu erwähnen die Teyler'sche Stiftung, welche eine Armcnanstalt,eine Gesellschaft für Theologie und für Naturkunde, reiche Sammlungen und eine Stern-warte umfaßt, und die Societät zur Verbesserung der Fabriken. H. war früher, wo es nochüber 10000 E. zählte, eine durch Industrie sehr blühende Stadt; doch ihre sonst so berühm-ten Fabriken in Seide, seidenem und Floretband, in Leinwand und Zwirn, ihre Zwirn- undLeinwandbleichen sind herabgekommen, und auch der Blumenhandel (s.d.) hat viel vonder hohen Bedeutung verloren, die er namentlich im 17.Jahrh. hatte. Eine Eisenbahn ver-bindet die Stadt mit Amsterdam. H. wurde sehr früh angelegt und war schon um die Mittedes 12. Jahrh. eine wohlhabende Stadt, die dann an den Kriegen Hollands mit den West-friesen bedeutenden Antheil nahm. Im I. 1-102 wurde sie durch die insurgirten nordhol-länd. Bauern, das Käse- oder Brotvolk genannt, eingenommen, bald nachher aber von demkaiserlichen Statthalter, dem Herzog Albrecht von Sachsen, wieder erobert, aller ihrer Pri-vilegien beraubt und mit drückenden Steuern belegt. Zm I. l 550 erhielt daselbst ein Bischof