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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Hann

kannt gemacht; mit Friedr. Förster gab er das „Berliner Conversationsblatt" heraus, wo-mit 1830 der „Freimüthige" verbunden wurde, bis er 1835 die Redaction aufgab. Ausder Ironie Tieck's und der prallen Realität W. Scott's bildete H., mit Beimischung einermodern grübelnden Reflexion und seines eigenen sauber ins Detail malenden und genaumotivirenden Talents, seine Roman- und Novellenpocsie zu einer Manier aus, welche zuimmer größerer Selbständigkeit und Originalität gedieh, wobei ihn mehr ein überausverständiges künstlerisches Bewußtsein als jene instinktmäßige Naivetät leitete, wie fleW. Scott eigen war. Unter seinen Novellen, die er unter dem Titel „Gesammelte No-vellen" (3 Bde., Berl. 1830—31) und „Neue Novellen" (2 Bde., Berl. > 836) aus ihrerZerstreuung in Journalen und Taschenbüchern sammelte, befinden sich neben vielen schwä-chcrn auch einzelne, welchen in Erfindung, wie in Ausführung und Darstellung der Stem-pel der Meisterschaft aufgedrückt ist. Eine umfassende Composition lieferte er in seinemRomane „Cabanis" (6 Bde-, Berl. 1832). Als ein Durchgangspunkt durch die moderneZerrissenheit ist sein Roman „Haus Düsterweg" (Lp;. 1835) zu bezeichnen, der zwar alsGanzes nicht befriedigt, aber um so mehr durch tiefsinnige Einzelheiten interessirt. Wäh-rend dieser Periode trat er auch als Reiseschriftsteller auf in seiner „Herbstreise durch Skan-dinavien" (2 Bde., Berl. 1828), den „Wanderungen im Süden" (Berl. 1828) und den„Wiener Bildern" (Lpz. 1833), welche in Preußen verboten, während seine „Schatten-risse aus Süddeutschland" (Berl. 1833) von der liberalen Partei angefeindet wurden.Die treffliche Darstellung in seinem Romane „Zwölf Nächte" (3 Bde., Berl. 1838) kanneine gewisse Nüchternheit und Breite des Raisonnements in manchen Partien nicht ver-bergen ; dagegen sind seine beiden, märkische Geschichtsstoffe behandelnden Romane „DerRoland von Berlin" (3 Bde., Lpz. > 830) und „Der falsche Waldemar" (3 Bde., Berl.1832), obschon die gründliche Motivirung hier und da in Breite und Weitschweifigkeitausartct, das Gediegenste, was in neuerer Zeit auf dem Gebiete des geschichtlichen Ro-mans geleistet worden ist. Sein „Urban Grandier" (2 Bde., Berl. 1833) ist weniger alsRoman, um so mehr aber als Nachtgemälde des wahnsinnigen Fanatismus und der in-triguensüchtigen Bosheit vom höchsten Interesse. Außerdem übersetzte er noch mehrebänderciche Romane aus dem Englischen, hierunter „Shakspeare und seine Freunde"(3 Bde., Berl. 1839), ein Roman, dessen chronikenartige Haltung auf den „Roland vonBerlin" nicht ohne Einfluß geblieben sein mag. Für die Bühne schrieb er die Lustspiele„Der Prinz von Pisa" und „Die Sonette" (1828), das Drama „Ännchen von Tharau"(1829) und den Fastnachtschwank „Der verwunschene Schneidergescll" (1831). Er gabferner heraus „Balladen" (Berl. 1836), mit E. Ferrand und A. Müller „Babiolen"(2 Bde., Lpz. l837) und mit E. Hitzig das interessante Werk „Der neue Pitaval" (6 Bde.,Lpz. 1832—33), welches unter allen auf ein größeres gebildetes Publicum berechnetenSammlungen von Criminalgeschichten den ersten Rang behauptet.

Harirk, d. h. der Seidenhändler, mit seinem vollen Namen Abu MohammedKasem bcn Ali, einer der ausgezeichnetsten Dichter und Grammatiker der Araber, gcb.zu Basrah >053, gest. daselbst 1121. Sein berühmtestes Werk sind die 50 ,M»icamLt",eine eigenthümliche Gattung der arab. Poesie, kleine Novellen oder vielmehr Anekdoten, inwelchen stets eine und dieselbe Person (hier Abu Seid von Serug oder Serüdsch) als Haupt-held in den mannichfachsten Berkleidungen und Situationen auftritt. H. hat über diese dembloßen Inhalte nach oft sehr unbedeutenden Erzählungen den ganzen Zauber der Diction,bald in gereimter Prosa, bald in Versen, ausgegossen, und alle Feinheiten der blendendstenRhetorik darin niedergelegt, sodaß sein Werk als Muster der arab. Kunstvoesie gilt unddie ungetheilteste Bewunderung im Orient genießt, daher es auch oft nachgebildet wordenist, namentlich in hebr. Sprache von dem span. Juden Alcharizi in seinem „l'acbkemo»!"(hebr. und deutsch, Berl. > 815). Die beste Ausgabe des Textes mit einem trefflichenCommentar gab Silvestre de Sacy (Par. 1822, Fol.), eine lat. Übersetzung Peiper (Lpz.1835, 3.) und eine meisterhafte Nachbildung in deutscher Sprache Fr. Rückert („DieVer-wandlungen des Abu Seid von Serug", 2 Bde., 3. Ausl., 1833). Von zwei seiner vielengrammatischen Werke, dem „S1old»t s> ir,b", einer Abhandlung über die arab. Syntax