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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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^ Häring 665

,Äben. Gebräuchlicher ist die Doppel- oder Davidsharfc, in Form eines Triangels,mit Darmsaiten bezogen und mit einem Resonanzboden versehen, welche meist vom großen6 bis zum dreigcstrichenen c oder ck reicht. Die Unbequemlichkeit, daß dieses Instru-ment jedesmal nach dem Haupttonc des Stücks eingcstimmt, bei vorkommenden fremd-artigen Tönen aber während des Spiels der Wirbel der Saite gedreht oder diese durchden Druck des Daumens verändert werden muß, führte zu Erfindung der Pedal Harfe.Das Pedal besteht gewöhnlich aus sechs oder sieben Tritten; durch jeden derselben istman im Stande, alle Octaven eines Tons um einen halben Ton zu erhöhen, braucht) folglich beim Bezug auf keine andern Töne als die der gewöhnlichen Tonleiter Rückfichtzu nehmen, und kann aus jedem Tone spielen, ohne zum Daumen seine Zuflucht zu neh-men und dadurch gute Lagen zu verlieren. Ihr Umfang geht vom Contra-k' bis zum vierge-strichcnen ü. Um aber die 8-Töne hervorzubringen, muß sie in Ls-clur gestimmt werden.Die Tonstücke für dieses Instrument werden, wie für das Clavier, im Baß- und Discant-oder Violinschlüssel geschrieben. Nach Einigen soll Hochbrucker, der in der ersten Hälftedes 18. Jahrh. zu Donauwörth lebte, nach Andern Joh. Paul Vetter zu Nürnberg 1730die sinnreiche Erfindung der Pedalharfe gemacht haben, die nachmals besonders in An-sehung des Forte und Piano von Coufineau und Krumpholz in Paris verbessert wurde.Nach mancherlei mehr oder minder gelungenen andern Vervollkommnungsversuchcn scheintendlich das Instrument in der von Erard in Paris eingeführten Pedalharfe » ckoubleinauvsmtmt, welche eine zweimalige Erhöhung der natürlichen Töne möglich macht, einenGrad der Vollkommenheit erreicht zu haben, der kaum einen Wunsch übrig läßt. Die vor-i züglichstcn neuern Componisten für die Harfe find Nadermann, Demar, Steibelt und Al-! vars, welcher Letztere gegenwärtig der ausgezeichnetste Harfenvirtuos ist. Auch hat Spohr

s einige treffliche Stücke für die Harfe geschrieben, mit Begleitung der Violine.

! Häring (Wilh.), unter dem Schriftstellernamen Wilibald Alexis als Roman-

dichter und Novellist bekannt, wurde im Juni 1798 zu Breslau geboren, wo sein VaterKanzleidirector war, und gehört einer Refugiefamilie aus der Bretagne an, die ihrenfranz. Familiennamen in den entsprechenden deutschen übersetzte. Seine erste wissen-schaftliche Bildung erhielt er auf dem Werdcr'schen Gymnasium in Berlin, wohin sichnach dem Tode seines Vaters seine Mutter überfiedelt hatte. Den Feldzug von 1815 unddie Belagerungen der Ardennenfestungen machte er als Freiwilliger mit. Im I. 1817begann er in Berlin seine akademischen Studien, die er in Breslau fortsetzte, wurdedann Ausculkator und äkammergerichtsrefercndar in Berlin, entsagte jedoch nachher derjuristischen Laufbahn und widmete sich, durch günstige Dermögensumstände sichergestellt,eine Zeit lang ganz der schriftstellerischen Thätigkcit. Später verwendete er einen Theilseiner Capitalicn auf die Gründung eines großartigen Lesccabinets, welches indeß die Aus-lagen nicht deckte und gegenwärtig, nach kleinerm Maßstabe eingerichtet, mit einem Ver-lagsgeschäft verbunden ist. Verheirathet mit einer Engländerin, im Besitze eines nacheigenem Geschmacke erbauten Hauses in Berlin und eines Schweizerhäuschens in demanmuthigen Ostscebade Heringsdorf genießt er das Glück einer unabhängigen Stellung,welche ihm erlaubt, sich unter den gegenwärtigen preuß. Verhältnissen im Sinne des ge-^ mäßigt liberalen Fortschritts, aber doch stets mit der ihm eigenen Loyalität auszusprechen.? Auch hat er in jüngster Zeit, namentlich in der Vossischcn Zeitung und im „Morgenblatt",Gelegenheit genommen, localen berliner Interessen und praktischen Neuerungen und Er-findungen, hierunter den Dorn'schen Dächern u. s. w., sein verständiges Wort zu widmen.Seine eigentliche literarische Thätigkcit begann er mit einem idyllischen Epos in Hexame-tern „Die Treibjagd" (Berl. 1829). Eine Folge seiner tiefen Studien der Walter Scott'-scheu Romantik und einer scherzhaften Wette war sein Roman „Walladmor" (3 Bde.,Berl. 1823—23), diese kühnste Mystification unsers Jahrhunderts, wie W. Scott die-, ses Werk selbst nannte, lange für eine Arbeit W. Scott's gehalten, als solche vom Pubii-cum verschlungen und selbst in das Englische übersetzt. Unter derselben Maske erschienauch „Schloß Avalon" (3 Bde., Lpz. 1827), für den Geschmack des Publicum« schon zugründlich gearbeitet. Inzwischen hatte er sich bereits auch durch mehre treffliche Novellen,die unter dem Namen W. Alexis erschienen, in einer ihm mehr rigeitthümlichrn Weise be-