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und auf den Sieg de« Christenthums über das Jndenthum. Später zum öffentlichen Wi-derruf feiner Jrrthümcr aufgefodert, verstand er sich auch dazu. Allein sehr bald gab erwieder einen neuen Anstoß durch seine „Onciliorum cnllectiu" (i 2 Bde., Par. 1715, Fol.),die von dem Parlament zu Paris unterdrückt wurde, weil H. die Verhandlungen allerKirchcnversammlungen vor der tridentincr für erdichtet hielt. Diese Paradoxien verwickel-ten ihn in große Streitigkeiten; doch alle Widerlegungen konnten ihn nicht von der Unstatt.Hastigkeit seiner Sätze überzeugen. Er starb zu Paris am 3. Sept. 1729. Eine Auswahlseiner Schriften, welche auch die meisten verbotenen enthält, erschien zu Amsterdam 170».
-Harem, seiner arab. Ableitung zufolge das Heilige oder Unverletzliche, nennen die iMohammedaner das abgesonderte Frauengemach, zu welchem nur dem Gatten der Zutrittgestattet ist. Zeder Mohammedaner darf vier rechtmäßige Frauen und eine willkürlicheAnzahl Beischläferinnen halten, die, im Hintergebäude wohnend und von hochummauer-tcn Gärten eingeschloffen, unter Aufsicht schwarzer Verschnittener und alter Hofmei-sterinnen ihr elendes langweiliges Dasein hinschlcppen. Diese Einrichtung ist jedoch nurden Reichen und Vornehmen möglich; der Geringere begnügt sich in der Regel mit EinerFrau, da er mehre nicht ernähren kann, läßt sich von ihr bei seinem Gewerbe helfen undgestattet ihr auch tief verschleiert über die Straße zu gehen, ihre Verwandten und Freun-binnen zu besuchen u. s. w. (S. Serail.)
Hareil (Willem van), ein holländ. Dichter, geb. zu Leeuwarden in Friesland l 7 l 0,bekleidete mehre hohe Staatsämter und starb l 758. Als l 742 in Holland die Frage ver-handelt wurde, ob man den Verträgen zufolge der Kaiserin Maria Theresia gegen ihreFeinde beistehen solle, schrieb er voll Enthusiasmus für die Freiheit das syrische Gedicht„Leonidas", welches nicht ohne Einfluß blieb. Ausgezeichneter als dieses sind aber seineOden, unter denen sich ganz besonders die auf das Glück, sowie die auf das menschliche Le-den auszeichncn. Sein großes episches Gedicht „Friso" (Amst. 1741; verb. Aufl., 1758)brachte ihm aller Unvollkommenheiten ungeachtet großen Ruhm. — Sein Bruder, OnnoZwier van H., geb. zu Leeuwarden l 713, der sdwol als lyrischer Dichter wie als Staats-mann höher als er steht,,war ebenfalls ein eifriger Anhänger des Prinzen von Oranien undbekleidete mehre hohe Ämter, bis er nach dem Tode Anna's, der Witwe Wilhelm'S IV.,1759, den Hof verließ und sich auf seine Güter begab. Er starb 1779. Sein vorzüglich,stes Gedicht „Die Geusen" (Amst. 1772), welches den Aufschwung der niederländ. Frei-heit feiert, erschien zuerst 1767 unter dem Titel „Das Vaterland". In der vierten vonBilderdijk undFcith besorgten Ausgabe (2 Bde., Amst. 1785) wurden zu willkürliche Um-gestaltungen des UrtertS vorgenommen.
Häresie heißt nach dem Ursprünge des Worts die Willkür, die etwas Besondereswill oder wählt, und bezeichnte schon früh in der christlichen Kirche das Vergehen Einzel-ner (Häretiker) oder ganzer Vereine (Sekten), die in der Lehre das Katholische, d. h.das von der Allgemeinheit Angenommene, verwarfen und dafür eigenthümliche Meinun-gen hegten und vortrugen. Je mehr Gewicht die Kirche im Laufe der Zeit auf die äußer-liche Einheit in der Lehre zu legen begann, desto strenger und ungerechter verfuhr sie gegendie Häretiker oder Ketzer (s.d.). Übrigens unterscheidet sich die Häresie von dem Schisma(s. d.) insofern, als erstere nur auf die Lehre sich bezieht, letzteres dagegen eine Trennungvon der Kirche in Verfassung, Disciplin und Cultus ist.
Harfe, eins der ältesten Saiteninstrumente, war wahrscheinlich anfangs statt derSaiten mit Thierhaaren bezogen. Ob sie die Sambuca oder das Trigonon der Alten sei,ist schwer zu bestimmen; ihr hohes Alter aber wird unter Anderm durch den hinter denRuinen des ägypt. Thebens in den vermeinten Gräbern der theban. Könige entdecktenHarfenspieler in einem Frcscogemälde außer Zweifel gesetzt. In den ersten Jahrh. n. Ehr.bediente man sich der Harfe auch zur Begleitung des Gesangs in den gottesdienstlichenVersammlungen der Christen. Es gibt insbesondere drei verschiedene Gattungen Harfen.
Die ehedem sehrgewöhnliche Spitz, oder italienische Harfe, welche aber ihrer Unvoll-kommenheit wegen gegenwärtig sehr wenig gebraucht wird, ist mit zwei Reihen Drahtsaiten,welche durch einen doppelten Resonanzboden getrennt sind, bezogen. Die linke Seite,welch« dm Baß ausmacht, pflegt gelbe, die rechte oder die Discantseite weiße Saiten zu