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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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662
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662 Hardenberg (Friede., Freiherr von)

durch Norditalien, wurde in Pavia krank und starb zu Genua am 26. Nov. 1822. Seine >

Gebeine ruhen in der standcsherrlichen Gruft zu Liehen. H.'s Verdienste um Preußen sind I

groß. Unter seinem Einflüsse wurde dieser Staat durch die Umgestaltung des Heerwesens,die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Gleichstellung der Stände und die gänzliche Reform ,

des Schulwesens zur moralischen Wiedergeburt geweckt und zu der spätcrn kräftigen Er- !

Hebung im Freiheitskampfe vorbereitet, dem er seine jetzige Größe verdankt. Doch ist seine ^

Theilnahme an der Wiederherstellung des europ. Staatensystems und seine Unkräftigkeitin Vertretung der deutschen Interessen, den fremden gegenüber, auf dem wiener Congreß, ^seine Nachgiebigkeit in dem Concordate Preußens mit dem Papste sowie das Unterlassender Einführung einer konstitutionellen Verfassung in Preußen häufig Gegenstand heftigen ITadels gewesen. Die Verdienste H.'s um die Monarchie anerkennend, ließ der König1824 die Büste desselben in dem Versammlungssaale des Staatsraths aufstellen. Indemselben Jahre errichtete ihm in der Dorotheenkirche zu Berlin der Graf de la Rivakliereaus Paris ein Denkmal, zu welchem die Büste H.'s von Wichmann gearbeitet war. DasManuscript der Memoiren H.'s über die Zeit von 1891 bis zum Frieden von Tilsit, wel-ches er vor seinem Tode dem Staatsrath Schöll anvertraute, hat der vorige König ver-versiegelt in dem Staatsarchiv niedergelegt und verboten, es vor >85» zu öffnen. Fälsch-lich wurden ihm von Einigen die „Uemniros ck'un b«mme et'etut" (deutsch, 2 Bde., Lpz.1828) beigelegt. — Sein Sohn, Heinr. Aug., Graf von H., dän. Minister, gest.184», trat nach seines Vaters Tode in den Besitz des Majorats Neuhardenberg, führte laber nur den Grafentitel, was auch bei dessen Sohn und Nachfolger, Karl Adolf Chri-stian, Grafvon H., geb. 1794, der Fall ist.

Hardenberg (Friedr., Freiherr von), als Schriftsteller unter dem Namen Nova- ^li s bekannt, geb. auf seinem Familiengute Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld am2. Mai 1772, wurde von seinen Altern in vortrefflicher Weise erzogen, lebte dann beieinem Oheim in Lucklum in der Nähe von Braunschweig und besuchte hierauf das Gym-nasium in Eisleben. In Jena studirte er Philosophie, in Leipzig und Wittenberg dieRechte und wendete sich dann nach Tennstädt, um sich als praktischer Jurist auszubilden.

Hier lernte er auf einem benachbarten Gute Sophie von Kuhn kennen, verlobte sich mitihr, wurde 1795 als Auditor bei den Salinen in Weißenfels angestellt, mußte aber 1797den Schmerz erfahren, seine Braut durch den Tod zu verlieren. Um sich die zu einer An-stellung bei den Salinen nöthigen Kenntnisse zu erwerben, besuchte er noch in demselbenJahre die Bergakademie zu Freiberg. Im Sommer 1799 kehrte er nach Weißenfelszurück und wurde dem Direktorium der Salinen als Assessor beigesellt. In diesem Zeit-räume lernte er die beiden Brüder Schlegel und L. Tieck kennen, mit denen er sich sehrbald befreundete. Er war zum Amtshauptmann ernannt, als er im väterlichen Hausein den Armen seines Freundes Fr. Schlegel am 25. März 18»! starb. Gewiß war H-Dichter im heiligen Sinne des Worts. Er halte sich die mannichfaltigsten Kenntnisseerworben; aber sie dienten ihm nur dazu, ihnen innerhalb seines poetischen Organismuseine bedeutungsvolle Stelle zu geben und sie zu Faktoren seiner Weltanschauung über-haupt zu machen. Vorwaltend war bei ihm das mystische Gefühlsleben, dem selbst seinim Einzelnen oft höchst scharfsinniger Verstand dienstbar sein mußte. Daher entwickeltesich bei ihm Alles lyrisch, oder blieb, wie,in seinen oft höchst geistvollen und treffenden, oftaber auch bizarren und dunkeln Fragmenten über Philosophie, Physik, Ästhetik und Lite-ratur, bei gehcimnißvollen Andeutungen und mystischen Orakelsprüchen stehen. Ganz inseiner Natur begründet war cs, daß er auch seinen'originell angelegten, an den zarte-sten Phantasiegebilden überaus reichen Roman „Heinrich von Ofterdingen" nicht vollen-dete, sondern der Nachwelt als räthselhaften Torso überlieferte. Den Kern seiner Dich-tungen bildet fast überall das christliche Mysterium, und so gehören auch seine geistlichenLieder, welche den Anfang eines von ihm beabsichtigten Gesangbuchs bilden sollten, zudem Schönsten, was auf diesem Gebiete geleistet worden ist. Überhaupt zeichnen sich seinelyrischen Dichtungen durch ungemeine Zartheit der Sprache wie des Gefühls und durchTiefe der unmittelbarsten Anschauung aus. Der Ausführung nach stellte er selbst seine^Hymnen an Li« Nacht" unter seinen Dichtungen am höchsten. Sein Leben war ein reines