Hauway Harald HI. 659
kenn Neubcr (s. d.) in Leipzig. Auch Schönemalin in Berlin, früher selbst in der Rolledes Hanswurst berühmt, folgte dem neuen Anstoße. In Wien wirkte im nämlichen SinneFreiherr von Pendel, mehr noch Sonncnfels, welcher selbst den modisicirtcn Hanswurst desStranihky von der Bühne vertrieb. Mit dem Namen verschwand jedoch nicht die Person,vielmehr tauchte Hanswurst als Kasperle, Larifari, Scpperl, Lippcrl, Thaddädl u. s. w.immer wieder auf. Seine unsterbliche Lebenskraft bewährte sich noch in jüngster Zeit inRaymund's u. A. wiener Zaubrrpossen, worin stereotype possirliche Figuren an den un-tergegangenen Hanswurst mahnen. Auch bei Raupach findet er sich in der Doppelgestaltdes Scholle und Till. Als gelehrte Vcrtheidiger des Hanswurst traten besonders Lessing
> und I. Möser, letzterer in seiner berühmten Schrift „Harlekin, oder Vertheidigung desGrotesk-Komischen", auf; auch läßt sich eine Volkskomödie ohne eine stereotype hanswurst-artige Figur nicht wohl denken.
Hanway (Jonas), geb. zu Portsmouth am 12. Aug. 1712, lernte als Waise inLissabon die Handlung, etablirtc sich in London und wurde später Compagnon eines engl.Hauses in Petersburg. Im I. 1745 ging er als Agent der brit. Factorei daselbst mit ei-ner Karavane nach Persien, von wo er >750 nach England zurückkehrte. Durch sein Werk,,^n Insturicsl rrccount ot' tl»e liritisl» trolle over tbe caspion 5er» ste., >vitb tlie psrticn->ar iiistor)' oktbe g;reot nsiirper I^allir löoilli" (4 Bde., Lond. 1753, 4. und oft.; deutsch2 Bde., Hamb. 1754, 4.) bereicherte er die Geographie und die Handrlsgeschichte. Grö-ßeres Verdienst erwarb er sich indeß durch Errichtung einer Marinegesellschaft zu Bildungjunger Seeleute, durch Verbesserung des londoner Findelhauses, des Magdalencnhospitalsund anderer gemeinnütziger Anstalten, und in der spätem Zeit seines Lebens durch Grün-, düng von Sonntagsschulen für Armenkinder und Milderung der unglücklichen Lage derSchornsteinfegerjungen. Als Anerkennung seiner Verdienste wurde er aus den Wunschseiner Mitbürger zum Commissar für die Marine ernannt, bei Niederlegung dieser Stelle' ihm sein Gehalt gelassen und nach seinem Tode, am 5. Sept. 1786, in der Westminster-abtei, wo er begraben worden, ihm von der Nationaldankbarkeit ein Denkmal errichtet.Die Zahl seiner jetzt meist vergessenen Schriften beläuft sich auf 70.
Harald I. oder Harfager, König der Norweger 863—930, ein Sohn Halfdan'sdes Schwarzen, aus dem Geschlechte der Pnglinger, vereinigte durch Eroberung die ein-zelnen unter eigenen Stammeshäuptern (Jarle) stehenden Landschaften Norwegens(s. d.) zu Einem Reiche. Die Sage berichtet, daß die Liebe zur Königstochter Gida, dienur dann seine Gattin werden wollte, wenn er ganz Norwegen sich unterworfen hätte,ihn hiezu bewogen habe. H. schwur, sein Haar nicht eher schneiden zu lassen, als bis erGida's Wünsche erfüllt hätte, und erhielt seiner langen Haare wegen den Beinamen Har-fager, d. h. Schönhaar. Die Stammeshäupter, die sich ihm nicht unterwerfen wollten,wandelten meist aus. (S. Island und Normannen.) Eine Empörung seiner Söhnenöthigte ihn 893,denselben dicNegierung derProvinzen zu überlassen, sich selbst aber mit derOberhoheit zu begnügen. Seine Rösidcn; war Drontheim, hier starb er 933, nachdem erj drei Jahre zuvor seinem Sohne, ErikBlodyxa, d. h. Blutbeil, die Regierung übergeben hatte.
Harald II. oder Graafell, d. i. Graufell, König der Norweger 950—63, ein
> Sohn Erik Blodyxa's, wurde durch Harald Blaatand, d. h. Blauzahn, König von Däne-i mark, den Sohn Gorm's, ermordet, der hierauf Norwegen in Besitz nahm. Als Blaatand,
der sich schon 948 als Christ hatte taufen lassen, den Versuch machte, das Christenthumeinzuführen, brach ein allgemeiner Aufstand aus, in Folge dessen er Norwegen wieder ver-lor. Jhn stürzte 985 sein Sohn Sven (s. Dänemark) vom Throne und ließ ihn ermorden.
Harald III. oder Haardraade, d. h. Doppclbart, König von Norwegen 1047—67, war ein Sohn Sigurd's, Häuptlings von Stingarige, der von Harald I. abstammte.Er diente seit 1033 in der kaiserlichen Leibwache zu Byzanz, machte in diesem Corps denSeekrieg gegen die afrik. Seeräuber mit, welche Sicilien verwüsteten, besuchte 1035 Je-rusalem und schlug unter Anführung des Georg Maniak 1038 die Saracenen. Sobalder Anführer der kaiserlichen Leibwache geworden, trennte er sich von Maniak, eroberte mehreStädte Siciliens, versetzte den Kriegsschauplatz nach Afrika und besiegte die Saracenen iq