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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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632
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632 Hanf Hanfstangl

stimmige Chöre und ein achtstimmiges ölestia in vita, das den besten Arbeiten Palästri»na's an die Seit- zu stellen ist.

Hanf(cannaki, sutiva), eine Gespinnstpflanze, stammt aus Persien und Ostindien,wo sie, wie in andern Theilen Asiens, wild wächst und eine Höhe von 3—l O F. erreicht.Die Geschlechter derselben sind völlig getrennt, und es nennen hier und da die Landleutedie männlichen Hanfpflanzen fälschlich Femel, die weiblichenMastel, wobei die verdorbenenlat. Worte temella und ma», d. h. Weib und Man», im umgekehrten Sinne zu Grundeliegen, ganz nach der Art der Römer, welche die stärker» und Hähern weiblichen Pflanzenfür dir männlichen hielten. Jetzt wird der Hanf in vielen europ. Ländern, besonders inPolen, Rußland, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Baden, Würtemberg, Hessen,Hannover und Preußen, sehr stark gebaut. In Folge der Cultur haben sich mehre Abar-tcn gebildet, so der bolognescheHanf, der eine Höhe von 11 F. erreicht, der fast bauin.artige Rheinhanf, der I»—12 F. hoch werdende sibirische Hanf u. s. w. Ervcr-langt zum Gedeihen einen etwas feuchten Boden. Je nach Verstärkern oder geringer» Aus-saat erhält man Schleiß, oder Brechhanf; jener dient zu großen Seilen und Segel-tüchcrn, dieser zu Leinwand. Die männlichen Pflanzen werden, wenn die Blüte vorbei istund die Büschel zu vertrocknen anfangen, die weiblichen aber, welche den Samen tragen,erst etwa sechs Wochen später ausgerauft. Nachdem man aus letztem zuvörderst den Sa-men ausgeklopft, werden die getrockneten Stengel beiderlei Geschlechter ganz wie der Leinbearbeitet. Wird der Hanf im Thau geröstet, so erhält man den w eißen Hanf, der zuLeinwand und Seilen verarbeitet wird; wird er im Wasser geröstet, so erhält man denschw arzen Hanf, der das feinste Spinnmaterial liefert. Der Hanf wird besonders fürdie Ausrüstung derSchiffe, zu Segeln, Tauen, Seilen, Stricken, Netzen, Sack- und Pack-tüchern u. s. w. verarbeitet, das Werg aber zum Kalfatern der Schiffe gebraucht. DenSamen genießen viele Vögelgattungen, in Rußland und Polen auch die Menschen. Inden Apotheken bereitet man daraus Emulsionen (s. d.). Das aus dem Samen gepreßteÖl dient zum Brennen, wird aber auch an Speisen gethan. Die Morgenländer bereitenaus dem Kraute ein berauschendes, einschläferndes Mittel; in den pers. Wirthshäusernauf dem Lande wendet man es an, um die Ermüdung der Fußgänger zu heben. Den mei-sten und besten Hanf liefern Rußland und Polen. Der größte Theil davon geht nach Eng-land, Holland, Dänemark, Schweden, Spanien, Frankreich und in die deutschen Seestädte.Vom russ. Hanf gibt es mehre Sorten, z. B. den Neinhanf, der feine und lange Fädenhat und rein ist, den Mittelreinhanf, weniger rein, und denHalbreinhanf, dernicht völlig rein von Werg ist und weder so lange, noch so feine Fäden hat. Auch Königs-berg versendet vielen und guten Hanf. DerHanf und seine Benutzung als Spinnmaterialwar schon den Alten bekannt. Zu Herodot's Zeiten wurde er schon in Thrazien angebautund zur Anfertigung von Kleidern verwendet. Die Römer verfertigten Segeltücher, dieGriechen Säcke daraus.

Hanfstangl (Franz), einer der ausgezeichnetsten Lithographen Deutschlands, derden gepriesensten Meistern seiner Kunst in Frankreich und England an die Seite gestelltwerden darf, wurde am 1. März 189-t zu Bayernrain im bair. Hochlande geboren, wosein Vater als Landmann lebte. Im 1.18 l 6 kam er nach München, wo er 181l>—25 dieAkademie der Künste besuchte. Schon damals zeichnete er viele Portraits nach der Natur aufStein, was in jener Zeit der emporkommenden Lithographie viel Aufmerksamkeit errsgte,mit deren Erfinder, A. Sennefelder, er befreundet war. Im I. l 829 wurde er Lehrer ander höher» Feiertagsschule in München, gab aber vier Jahre später diese Stelle auf und ging> 834 nach Paris, wo er die Bekanntschaft der ausgezeichnetsten Lithographen und ihrestechnischen Verfahrens machte. Nach seiner Rückkehr wendete er sich nach Dresden, wo er„Die vorzüglichsten Gemälde der königlichen Galerie, nach den Originalen aus Stein ge-zeichnet" herausgab. Unter seinen übrigen Arbeiten erwähnen wir, nächst den Bildnissendes Bischofs Sailer (1826), der Königin Marie von Sachsen der Erzherzogin Sophievon Ostreich, des Königs Otto von Griechenland, des Königs Anton von Sachsen auf demSterbebette, der Gebrüder Wilh. und Jak. Grimm (l8:rs) u. s. w., die Vermählung derheil. Katharina, nach Langer ^1827), die Madonna, nach Murillo (1831), die ital. Pil-