Hangematte Hängewerk 633
ger, nach Heß (1832), die Rafael'sche Madonna di San-Sisto, Murillo's büßende Mag-dalena, die Fischer nach Goethe, von Hanson (>83-1), und die Himmelfahrt Mariä undChristus mit der Dornenkrone, nach Guido Neni. Im Besitz der vorzüglichsten technischenMittel, macht H. von ihnen einen so verständigen Gebrauch, daß er in der Ausführungwie im Druck Ausgezeichnetes leistet. Seinen PortraikS weiß er die vollkommenste Ähn-lichkeit zu geben, und täuschend ist er in der Nachahmung der Stoffe. Auch das Geistigeund Markige des Pinsels ist in seinen Lithographien in ausgezeichneter Weise wiedergeg>-bcn. Seine Drucke zeichnen sich durch Reinheit, Klarheit und Kraft aus.
Hangematte nennt man in der Seesprache eine Art Bett der Matrosen, welchesaus einem 0 F. langen und 3 F. breiten, mit einer Leine eingefaßten Stück Segeltuch be-steht und anseinen schmalen Enden durch-eine Menge dünner Leinen, die sich in einemRinge vereinen, zwischen den Balken des Verdecks aufgehängt wird und dem darin Liegen-den die Schwankungen der Schiffe durch seiu sich immer herstellendcs Gleichgewicht we-niger fühlbar macht. Zur Zeit des Gefechts dienen die Hangematten mit den darin cinge-schnürten Betten der Mannschaft als Brustwehr, den Haupttauen zum Schutz. In war-men Ländern, namentlich in Ost- und Westindien, hat man auch auf dem Lande Hänge-matten, welche zu Hause an besonders dazu zugerichteten Pfählen, auf Reisen aber ge-wöhnlich zwischen Baumästen aufgehängt werden und vor dem lästigen, kriechenden Un-geziefer sichern. Sie sind häufig aus gefärbten Erasleinen gewebte Netze und werden vonden vornehmen Ostindien, als Sänfte benutzt.
Hängewand. Bei mehrstöckigen Gebäuden dient als Grundregel, daß jede Wandin einem oöern Stockwerke durch eine Wand in dem darunter befindlichen unterstützt sein,also stets Wand auf Wand stehen niuß. Enthält indessen das untere Stockwerk;. B. einengroßen Saal, und sollen über demselben kleinere Zimmer angebracht werden, so ist natür-lich diese Regel nicht zu befolgen, und man hängt dann die ganze Zwischenwand auf. Eswird nämlich ein doppeltes Hängewerk über dem Balken construirt, der die Wand tragensoll, und diese dann durch einige Riegel und Ständer vervollständigt. Dadurch ist der Bal-ken vollständig abgelastet, und die ganze Wand hängt an den beidcn.Knoten desHängcwerks.
Hängewerk. Da, wo cs darauf ankommt, größere Räume in gerader Linie zu Über-spannen, reichen die gewöhnlichen Balken, selbst von bedeutender Stärke, nicht aus, indemsie schon durch ihr eigenes Gewicht nach der Mitte hin sich senken. Können nun solche Bal-ken in ihrer Mitte nicht durch Wände oder Pfeiler unterstützt werden, wieB. in großenSäken, bei Brücken u. dergl., so muß man auf Mittel denken, .dieser Senkung der Balkennach ihrer Mitte hin zuvorzukommen. Eins dieser Mittel bieten die sogenannten Hänge-werke. Bei diesen wird der Balken in der Mitte und bei sehr großen Räumen auch wolan zwei oder drei Punkten aufgehängt. Eineinfachcs Hängewerk besteht aus zweiStreben und einer Hängcsäule. Es werden nämlich auf zwei unterstützten Punkten deszu hängenden Balkens schräge Streben ausgestellt, deren Länge bedeutend größer ist als dieHälfte des letzter». Lenkt man nun die Enden dieser Streben gegeneinander, so werden siemit dem Balken ein gleichschenkliges Dreieck bilden, dessen Spitze natürlich nicht nach un-ten gezogen werden kann, so lange die Basis des Dreiecks, nämlich der Balken, unverän-dert bleibt. Bringt man in der Spitze dieses Dreiecks eine gerade Säule, die Hängesäule,an, welche bis auf den Balken hinabreicht und mit diesem durch eiserne Schienen oder Bol-zen verbunden wird, so ist es klar, daß dann in der Mitte keine Senkung des Balkens statt-finden kann, da sonst eine Verrückung des Scheitelpunktes im Dreieck eintretcn müßte.Diese Bedingungen gelten so lange, als nickt die Streben so lang werden, daß sie selbstdurch die der Hängesäule aufgebürdcte Last eine Beugung nach außen hin erleiden, wodann allerdings der Scheitelpunkt und mit ihm die Mitte des Balkens eine tiefere Lageanniymit. In diesem Falle hängt man dann den Balken in zwei Punkten auf und brauchtzu einem solchen doppelten Hängewerk zwei Hängcsäulcn, zwei Streben und einenSpannriegel, zwischen beiden Hängesäulen. Auf dieselbe Weise bildet man auch drei- undvierfache Hängewerke für noch größere Räume, wo dann auch die Balken zusammenge-stückt werden. Ältere Brücken, z. B. die bei Schaffhausen, und große Reitbahnen, wie inMoskau, Darmstadt u.s.w., auch Theater, wie z. B. das kn München, bieten interessante