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62» Handel-Schütz Handelsfreiheit
Lebe» cingeführt zu haben. Wie weit die seit Mozart's Bearbeitung des „Messias" üblichgewordenen Behandlungen der H.'sehen Oratorien, namentlich durch Bereicherung derInstrumentation, zu billigen seien, darüber sind die Meinungen noch getheilt. Der schwarzStaar raubte H. 1751 das Gesicht; indeß führte er seine Oratorien auf bis acht Tage vorseinem Tode, welcher am I >1. Aug. >759 erfolgte. Sein Leichnam ruht in der Wcstmin-sterabtei, wo ein schönes Denkmal sein Gedächtniß verewigt. Die engl. Ausgabe seinersammtlichen Werke enthält 36 Foliobände; eine neue wird gegenwärtig von einer Gesell-schaft in London durch eine Subscrixtion vorbereitet.
-Handel-Schütz (IohannaHcnriettc Rosine), ausgezeichnete mimische Künstlerinund Schauspielerin, geb. 1776 zu Döbeln in Sachsen, war die Tochter des SchauspielersSchüler und von ihm für das Theater bestimmt. Nachdem sie > 7 83 als jugendliche Lieb-babcrin mit Glück in Schwedt und verschiedenen Orten ausgetreten war, verheirathctc sicsich 17 88 mit dem Tenoristen Eunicke und ging mit diesem >786 nach Mainz, 1762 nachAmsterdam an das dortige deutsche Theater und 1793 nach Frankfurt am Main, wo sieder Maler Pfvrr mit dem Rchberg'schen Kupfcrwerke über die Attitüden der Lady Ha-milton (s. d.) bekannt machte und die später von ihr so ausgebildetc Neigung für ähnlicheDarstellungen in ihr weckte. Im I. 1796 begab sic sich mit ihrem Gatten abermals nachBerlin, wo sie zehn Jahre lang auf der von Jffland geleiteten Bühne sowol in hochtragi-schen als in gemüthlich sentimentalen Partien mit Erfolg neben der berühmten Bcth-mann (s.d.) auftrat, ohne diese jedoch, zumal im Tragischen, an Reinheit der Empfin-dung, Unmittelbarkeit der Auffassung und namentlich natürlicher Anmuth zu erreichen.Imwischen hatte sic sich >797 von ihrem ersten Manne getrennt und 1862 mit einemArzte, dem vr. Meyer, vcrhcirathet, von dem sie jedoch schon 1865 geschieden wurde. Mitibrem dritten Gemahl, dem I)r. Händel oder Hendel aus Halle, ging sie nun, um dasTheater gänzlich zu verlassen, nach Stettin, wo sie indeß, da der Gatte ihr bereits nach sie-ben Monaten durch den Tod entrissen wurde, in die bcdrängtesten Umstände gerieth. Nach-dem sie in Berlin vergebens um eine Wiederanstellung nachgesucht, zog sie 1867 zu ihremSchwiegervater nach Halle, wo sie sich mit dem Professor Schütz verheirathctc, der, vonfrühauf dem Theater geneigt und auch als dramaturgischer Schriftsteller bewährt, sie zueiner Knnstreisc überredete und in Verbindung mit ihr Deutschland durchwanderte. Jetztentwickelte sie ihr großes Talent für dramatisch-declamatorische und mimisch-plastische Dar-stellungen, indem sie, unter Leitung ihre- Gemahls, durch das in ihren Attit uden (s. d.)sich kundgebende Studium der Antike wie durch geniale Auffassung alles Dessen, was zurGruppirung und Drapirung gebört, den verdienten Beifall der ausgezeichnetsten Kennerdieses Fachs erwarb. Auch als Schauspielerin trat sie noch auf, doch mit geringerm Bei-fall, da sie die Drapirung und Attitüden der ihrem Wesen nach tobten Mimoplastik zu er-sichtlich in das lebendige und bewegte Gemälde der scenischen Darstellung übertrug. Ihremimoplastischen Darstellungen hatten dagegen auch in Rußland, Stockholm, Amsterdamund Kopenhagen großen Erfolg; als aber ei» Versuch, solche in Paris zu geben, scheiterte,kehrte sie mit ihrem Gatten nach Halle zurück, wo dieser seine Professur wieder erhielt.Im I. 1826 beschloß sic mit einigen Gastrollen auf der leipziger Bühne ihre künstlerischeLaufbahn. Ihre heftigen, unzarten und unweiblichen Eigenschaften, wie ihre Unstetigkeit,bewirkten, daß sich auch ihr vierter Mann 1821 von ihr trennte, und 1836 wurde dieseScheidung gerichtlich bestätigt. Seitdem lebt sie gänzlich zurückgezogen bei einem Schwie-gersöhne in Köslin. Eine furchtbare Nemesis scheint an der einst berühmten Frau strafenzu wollen, was sie gegen die Häuslichkeit und den ehelichen Frieden gesündigt hat, indemvon ihren in vier Ehen erzeugten sechszehn Kindern nur noch drei leben, vier derselben aberdurch Selbstmord endeten. Ihrer Blütenzeit verdankt die Schrift von Schütz „Blumen-lese aus dem Stammbuche der deutschen mimischen Künstlerin Hcnr. S." (Lpz. 1815)ihre Entstehung.
HandelSconsuln, s. Handelsgerichte.
Handelsfreiheit. Als der franz. Minister Colbert eine Deputation des Handels-stands befragte, welche Mittel die Regierung ergreifen könne, um den Handel in die Höhezu bringen, wurde ihm geantwortet: „I.airrer faire, klonoeignsur!" Dies ist die Han-