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kehr nahm in dem Grade ab, in welchem sich der Verkehr der um das Vorgebirge der gutenHoffnung nach Ostindien segelnden Völker mehrte. Spanien und Portugal hoben sichdurch den Handel mit ihren Colonien auf eine hohe Stufe. Zu Ende des Jahrhundertstrat Rußland durch die Bemühungen Peter des Großen in die Reihe der seefahrendenVölker. Das 18. Jahrh. fuhr fort, den Handel auf dem vom vorigen betretenen Wegeauszubilden, bis der Unabhängigkeitskampf der Nordamerikaner und besonders die franz.Revolution und deren Folgen auch ihm eine andere Gestalt gaben. Zu Anfang des 19.Jahrh. verloren Spanien seine Besitzungen auf dem amerik. Fcstlande, Holland das Vor-gcbirge der guten Hoffnung und Frankreich seine schönsten Colonien; die Continentalsperreaber lähmte allen Handel auf dem curop. Festlande und nöthigte Deutschland, Colonial-waaren und Baumwolle über Petersburg und die Türkei zu beziehen. Nach dem Friedenvon 1815 trat wieder neues Leben ein, und wenn auch von den auf dem wiener Congressein Hinsicht der Beförderung des Handels gegebenen Versprechungen nur ein kleiner Theilbis jetzt erfüllt worden ist, so kann doch nicht geleugnet werden, daß die Entwickelung desVerkehrs außerordentlich war, die indeß noch eine ganz andere gewesen sein würde, wennjene ganz in Erfüllung gegangen wären und der Handel zwischen den verschiedenen Völ-kern freiere Bewegung genösse, als dies der Fall ist. (S. Handelsfreiheit, Handels-vcrträge, Handelsgesellschaften, Handelsprämien, Handelskammern,Handelsschulen und Handelsrecht.) Vgl. Heeren, „Ideen über Politik, den Ver-kehr und Handel der alten Welt" (5 Bde., 4. Aufl-, Gott. >824—26); Fischer, „Ge-schichte des deutschen Handels u. s. w." (4 Bde., Hannov. 1791—97); Büsch, „Lehrbuchder gesammten Handelswissenschaft" (3 Bde., Altona 1796—98) und dessen „Sämmt-liche Schriften über Handlung" (8 Bde., Hamb. 1824—27); K. S. A. Richter, „Han-delsgeschichte" (Magdeb. 1829); Gülich, „Geschichtliche Darstellung desHandcls u.s.w?(4 Bde., Jena l830—44) und Mac-Culloch, clictinnarz: «f commerce etc." (Lond.1832; deutsch von Richter, 2. Aust., Augsb. 1842).
Händel (Georg Friede.), einer der originellsten, tiefsten und gedankenreichsten Com-ponisten, geb. zu Halle an der Saale am 24. Febr. 1685, hatte ohne besondere Anweisungschon in seinem siebenten Jahre eine so große Fertigkeit auf dem Clavicr und im Orgelspielsich erworben, daß er auf einer Reise, die sein Vater mit ihm nach Weißenfels an das her-zogliche Hoflager machte, die Aufmerksamkeit des Herzogs auf sich zog, der hierauf denVater, welcher den Sohn eigentlich zum Rechtsgelehrten bestimmt hatte, vermochte, ihnganz der Musik zu widmen. Zachau, Organist an der Domkirche zu Halle, wurde nun zu-nächst H.'s Lehrer und, nachdem er 1698 nach Berlin gesandt worden war, genoß er beson-ders Attilio's Unterricht. In Berlin erregte er sehr bald Aufsehen; doch nahm er die Aner-bietungen des Kurfürsten nicht an, sondern kehrte nach Halle zurück. Nach dem Tode seinesVaters ging er nach Hamburg, trat ins dortige Orchester, wurde Director desselben, undfing, kaum 15 Jahre alt, an, Opern zu componiren. Seine erste Oper, „Almira", wurdemehrmals hintereinander gegeben und auch die beiden ihr folgenden, „Florinde"und „Nero",fanden Beifall. Nach fünf Jahren verließ er Hamburg, um seine Studien in Italien zuvollenden. In Florenz componirte er für den Großherzvg dir Oper „Rodrigo"; dann be-gab er sich nach Venedig. Als er sich hier, bevor seine Ankunft bekannt geworden war,auf einer Maskerade im Clavierspielen hören ließ, gerieth der berühmte Scarlatti über seinSpiel in solche Begeisterung, daß er ausrief: „Entweder ist das der Sachse oder der Teu-fel." Binnen drei Wochen componirte er in Venedig seine „Agrippina", welche 27 malhintereinander gegeben wurde. In Rom, wo mehre Große, besonders die Cardinäle Otto-boni, Colonna und Pamfili, sich beeiferten, ihm ihre Grinst zu bezeigen, componirte er dasOratorium ,,L>» resurrerione" und viele Cantaten und Sonaten. Nachdem er von RomauS noch Neapel besucht, wo er die Serenade „kleide c Oalatea" componirte, kehrte er insein Vaterland zurück, wo er Kapellmeister deS Kurfürsten von Hannover wurde. GegenEnde desI. > 7 lü ging er nach England, componirte dort seine Oper „Rinaldo", die langeein Lieblingsstück der engl. Nation war, und kehrte nach Verlauf eines Jahr- nach Hanno-ver zurück. Schon 1712 war er von neuem in England, wo er die Composition eines 1'ep«um auf den Frieden von Utrecht übernahm. Da er sich hierdurch die Ungnade des Kur-