806 Hammerfest Hammerich
vorzüglichsten Schriften sind „Die Posaune des heiligen Kriegs" (herausgegeben von Joh.Müller, 1806); „Des osman. Reichs Staatsverfassung und Staatsverwaltung" (2Vde>,Tüb. 1816); „Geschichte der schönen Redekünste Persiens" (Tüb. 1818); „Umblick auf ei-ner Reise (180-1) von Konstantinopel nach Brussa und dem Olympus und von da zurücküber Nicäa und Nikomedien" (Tüb- 1818); „Geschichte der Assassinen, aus morgen!.Quellen" (Stuttg. und Tüb. 1818); „Morgenland. Kleeblatt" (Wien 1819); „Kon-stantinopel und der Bosporus, örtlich und geschichtlich beschrieben" (2 Bde., Pesth 1821);„Codices arsb., per«., turc. bibliotbecae caes." (Wien 1822) und besonders die „Ge-schichte des osman. Reichs" (lOBde.,Pesth 1827—34; 2.verb.Aust.,Pesth 1835—36);„Geschichte der osman. Dichtkunst" (1 Bde., Pesth >836—38); „Gemäldesaal moslimi-scher Herrscher" (6 Bde., 8., Darmst. 1837—39); „Geschichte der goldenen Horde inKiptschak, d. i. der Mongolen in Rußland" (Pesth 1840) und „Geschichte der Jlkhane,d. i. der Mongolen in Persien" (Darmst. 1843). Alle diese Werke sind reichhaltige Mate-rialiensammlungen für die Geschichte und geistigen Zustände des frühem und jetzigenOrients. Weniger geschätzt sind seine Ausgaben oriental. Sprachdenkmäler, in welchenman die nothwendige philologische Genauigkeit vermißt; hierher gehören das allegorischeEpos des türk. Dichters Fasli „Gül und Bülbül" (Lpz. und Pesth 1834); die „GoldenenHalsbänder" des arab. Spruchdichters Samachschari (Wien 1835); das Lehrgedicht überden Suffismus von dem Perser Mahmud Schebisteri „Rosenflor des Geheimnisses" (Pesth1838, 4.); „Der Falknerklce", ein alltürk. Lehrgedicht über die Falkenjagd (Wien 1840)u. s. w. Aus dem Persischen übersetzte er den „Divan des Hafiz" (1813), aus dem Ara-bischen den Lyriker „Motenebbi" (1823) und aus dem Türkischen die lyrischen Gedichtedes,,Baki"(I825). Von ihm istauchdieDichtung„Memnon'sDreiklang"(Wien >823),ein ind. Schäfer-, ein pcrs. Sing- und ein türk. Lustspiel. Als Übersetzer der „Betrachtun-gen des Marc Aurel" ins Persische (Wien 1831) erhielt er 1834 vom Schah von Persienden Orden der Sonne und des Löwen. Auch ward durch ihn die gehaltvolle Zeitschrift„Fundgruben des Orients" (6 Bde., Wien 1810—19) begründet, wobei ihn der GrafWenzel Rzewuski unterstützte. Viele Abhandlungen von ihm finden sich in den wiener„Jahrbüchern für Literatur" und in andern Zeitschriften.
Hammerfest, eine kleine Handelsstadt auf der Insel Hvalöe im norweg. StifteDrontheim, mit einem gutgeschühten Hafen, hat etwa 400 E., die mit den Russen einen be-deutenden Tauschhandel treiben; auch kommen hier regelmäßig engl, und deutsche Schiffe an.
Hammerich (Frederik), geb. zu Kopenhagen > 809, scheint schon in seiner frühstenJugend durch eine sagenreiche Amme eine bestimmte Weihe zur Erweckung des dichteri-schen Volkslebens erhalten zu haben. Nachdem er seine Universitätsstudien beendigt unddurch eine Abhandlung „Oe Lemlrerto, urcliiepiscoz>a luimliurgo-dremensi" (1834) inder philosophischen Facultät promovirt hatte, trat er eine Reise ins Ausland an, deren vor-nehmster Zweck jedoch die nähere Kenntniß des nordischen Volkslebens in allen Richtun-gen, vorstiglich auch der Sagen und Volkslieder war, zu welchem Zwecke er auch schonl 832 Möen und 1833 Jütland bereist hatte. Er ging zunächst nach dem nördlichen Schwe-den, dann durch die Gegend um Miösen und nach einer Eebirgsreise nach Obertellemar-ken, über Wermland ins südsiche Schweden hinein. Wenige haben so mit dem Volke imeigentlichen Sinn gelebt wie H.; deshalb wurden ihm auch kaum geahnte Schätze derVolkspoesie und Volksweisheit großtentheils bereitwillig geöffnet. Die Beschreibung die-ser Reisen unter dem Titel „Skandinaviske Neiseminder", in welchen auch der plastischeStil fesselt, schließt zum Theil eine neue Welt auf und war durch die reichlich eingestrcutcnSagen und Lieder, sowie durch den warmen Ton und die Lebenssülle um so anziehender,als sie bei ihrem Erscheinen (in der Halbjahrsschrift „Brage vg Jdun", 1840) mit einemWiedererwachen des nordischen Volksgeistes zusammentraf. Auch Deutschland durch-kreuzte er bei der Fortsetzung dieser Reise, doch mehr, um nach Italien zu eilen, wo er, na-mentlich in Nom, längere Zeit weilte. Seine „Beschreibung dieser Weltstadt im 1.1835"ist, gleich den nordischen Reiseerinnerungen, in glühende Farben getaucht und entwickeltzugleich den Kern einer historischen Grundansicht, welche der Verfasser durch eine Reihe„Historischer Skizzen" (in „Brage og Jdun", 1839—41) näher auseinanderlegte. Als