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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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605
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Hamm Hammer-Purgstall 605

kritische Betrachtung dichterischer Werke und Charaktere zuerst in die höhere Phase einermehr philosophisch-psychologischen Entwickelung und ästhetisch-schönen Darstellung trat.

Hamm, eine Stadt von 5666 E. im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, der Sitzeines Oberlandesgerichts und eines Hüttenamks, ist von einem alten, jetzt zu Promenadeneingerichteten Wall und Graben umgeben und hat ein Schloß und ein Gymnasium, an-sehnliche Lcinwandwebereien und Leinwandhandel. In früherer Zeit war H. die Haupt-stadt der Grafschaft Mark und Mitglied der Hansa., Im 1.1666 kam sie aus der so langestreitig gewesenen jülichschen Erbschaft definitiv an das Haus Brandenburg. Als bedeu-tende Festung hatte sie besonders im Dreißigjährigen Kriege, wo sie bald in kaiserlicher,bald in Hess. Gewalt war, mehrmals starke Belagerungen auszuhalten;-.im I. 1763 aberwurden ihre Werke abgetragen. Ludwig XVIII. hielt sich 1793 eine Zeit lang daselbst auf.

Hammarsköld (Lorenz), schweb. Literat, geb. am". Apr. 1783 zu Tuna, einemLandgute in Smäland, wurde in seiner Elementarbildung sehr vernachlässigt, bezog nochsehr jung die Universität zu Upsala und wurde dann als Gehülfe in der königlichen Biblio-thek und als Secretair der Buchdruckersocictät zu Stockholm angestellt. Hier lebte ermehre Jahre unabhängig und glücklich, bis er auf den Einfall gerieth, eine eigene Vuch-druckerci anzulcgen, die ihn sehr bald in Verlegenheiten verwickelte, aus welchen er sich nurmit Aufopferung eines beträchtlichen TheilS seines nicht unbedeutenden Vermögens ziehenkonnte. Dieser Unfall nöthigte ihn, den schriftstellerischen Erwerb als Lebensunterhalt zuergreifen, und er zeigte seitdem eine in Schweden seltene literarische Fruchtbarkeit, die sichauf alle Gebiete des Wissens erstreckte. Doch alle seine Schriften verrathen seine mangel-hafte Schulbildung und, wie dies bei ihrer Verschiedcnartigkeit nicht anders sein konnte,einen gewissen Leichtsinn, mit welchem sie gearbeitet sind. Als die vorzüglichsten nennenwir seineHistorisch-kritischen Bemerkungen über die schöne Literatur Schwedens" (2Bde.,Stockh. 181819), vielleicht seine beste Leistung, und dieErundzüge der Geschichteder Philosophie" (3 Bde., Stockh. 182527). Ein wahres Verdienst erwarb er sich durchdie Herausgabe hinterlassener Schriften mchrer berühmter Männer, z. B. der Werke Sljern-hjelm's, des Patriarchen der schweb. Dichtkunst (1818), und der Dichtungen des treffli-chen Stagnelius (3 Bde., Stockh. 182326). Er starb am 15. Oct. 1827.

Hammer-Purgstall (Jos-, Freiherr von), einer der berühmtesten Orientalisten, geb.1773 zu Gräh in Steiermark, wo sein Vater, der bei Kaiser Joseph in Gunst stand, Gu-bernialrath war, erhielt seine Bildung in Wien zunächst im Barbarastift und seit 1788in der vom Fürsten Kaunitz gestifteten oriental. Akademie. Nachdem er bereits an der Her-ausgabe von Meninsky's arab.-pers.-türk. Lexikon Thcil genommen, wurde er 1796 Se-cretair des Freiherrn von Jenisch, des Referenten der Section des Orients im Ministeriumder auswärtigen Geschäfte. Schon in dieser Zeit übersetzte er ein türk. Gedicht über dieletzten Dinge, lieferte auch mehre Gedichte inWieland'sDeutschen Merkur". JmJ. I79Skam er als Sprachknabe nach Konstantinopel zu dem gelehrten Jnternuncius Freiherrnvon Herbert, der ihn später mit einem die kaiserlichen Consulate betreffenden Aufträgenach Ägypten sendete, wo er die Jbismumien, den Hieroglyphenstein aus den Katakombenvon Sakara und andere Seltenheiten, sowie mehre arab. Handschriften für die kaiserlicheBibliothek erwarb. Er machte als Dolmetsch und Secretair den Feldzug unter Hutchin-son, Sidney Smith und Jussuf Pascha gegen Mcnon mit und ging im Spätjahr 1861über Malta und Gibraltar nach England. Nachdem er im Apr. 1862 nach Wien zurück-gekehrt, ging er im Aug. wieder als Legakionssecretair mit dem östr. Jnternuncius, Baronvon Stürmer, nach Konstantinopel, und 1866 als Consularagent in die Moldau. Seit>867 m Wien angestellt, wurde er >811 zum Wirklichen Rath und Hofdolmctsch beider Geh. Hof - und Staatskanzlei und 1817 zum kaiserlichen Hofrath befördert, auch 1835unter dem Namen Hammer-Purgstall in den Freiherrnstand erhoben. Im I. 1815 er-warb er sich ein großes Verdienst um die Rettung eines guten Theils der 1869, währendder Besetzung Wiens durch die Franzosen, von Denen nach Paris entführten Schätze derkaiserlichen Hofbibliothek und oriental. Handschriften. Neuerdings hat er dem Staats-dienste entsagt und lebt in wissenschaftlicher Zurückgezogenheit auf seinen Gütern in Steier-mark, die er von der Gräfin von Purgstall beim Aussterbendieses Geschlechts ererbt. Seine