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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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604
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601 Hamilton (Sir William) Hamlet

Schottland bei, daß man sagte, der Wind von seinem Scheiterhaufen habe Alle angestcckt,die er angewehk. Joh. Fryth ließ nach H.'s Tode dessen Glaubensbekenntniß und zugleichdie engl. Übersetzung einer Abhandlung desselbenl-aci com,,»,» cs" drucken.

Hamilton (Sir William), berühmter Alterthumsforscher, war 17 30 geboren und von17 an engl. Gesandter in Neapel, wo er an den Entdeckungen in Herculanum und Pom-peji lebhaften Antheil nahm und, da ihn die Aufrollung der verkohlten Papyrusrollen vor-züglich interessirte, eigens zu diesem Geschäfte den Pater Antonio Piaggi besoldete. MitBeihülfc seiner zweiten Gemahlin, der Lady Emma Hamilton (s. d.), bewirkte er 1793den Allianztractat zwischen Neapel und England. Beim Einrücken der Franzosen im I.1798 begleitete er den König nach Palermo. Als er im I. 1800 nach England zurück-kehrte, verlor er durch Schiffbruch einen Theil seiner Kunstschätze. Eine frühere Vasen-sammlung, bekannt durch Tischbein's 210 Umrisse (3 Bde., Lond. 1791) hatte er dem Bri-tischen Museum verkauft. Er starb in London am 6. Apr. 1803. Rühmliche Denkmälerseiner Forschungen über den Vesuv und Ätna enthalten seineObservation» on mauntVesuvius etc." (Lond. 1772) und dieOumpi kliisFrsei" (Lond. 177679). Die Kundeder alten Vasengemälde ist gleichsam von ihm geschaffen worden. Vgl. über seine Samm-lungen Kirk,Orsvures SU trait ck'apres Iss tableaux etc. cle vuses etrusgues, Frees etroinains, reeueilüs pur leu 8ir William 8." (Lond. 1806).

Hamlet, ein fabelhafter dän. Prinz, der in alten Chroniken und besonders bei SaxoGrammaticus erwähnt wird, ist durch Shakspeare's tiefsinnige Tragödie weltkundig gewor-den. Er soll 70« Jahre vor Chr. gelebt haben, nach Einigen auf Seeland, wo man selbstnoch den Bach zeigt, in welchen sich Ophelia gestürzt, nach Andern in Jütland. Auch dieNamen der in dieser Sage auftrctenden Personen lauten sehr verschieden, der des Prinzenbald Aminth, bald Amleth, der des Usurpators bald Claudius Fago, bald Fengo, der vonH.'s Vater Hervondillus oder Hornwendel u. s. w. Der Gang der Ereignisse ist so ziem-lich derselbe, wie bei Shakspeare, doch ist der Schluß ein anderer. Der Sage nach ver-'mählt sich H. mit der schot. Prinzessin Hermuntrut, unterliegt aber als jütländischer Un-tcrkönig dem Dänenkönige Viglet auf einer Haide in Jütland, welche später die Hamlets-haide genannt wurde, worauf Hermuntrut ihr Versprechen, mit H. jedes Schicksal undselbst seinen Tod zu theilen, bricht und sich mit dem Däncnkönige Viglet vermählt. Mitdiesem Stoffe, der bis auf H.'s verstellten Wahnsinn dem gewöhnlichen Beobachter weniginteressante Seiten bietet, hat Shakspeare mit genialer Willkür frei geschaltet, um eineTragödie herzustcllen, welche, das blos romantische Stoffliche aufgebend, die erste war, inder philosophische Fragen und metaphysische Spitzfindigkeiten zur Sprache kamen. Dererhabene Geist Shakspeare's hat sich hier in einem Grade wie in keiner andern seiner Tra-gödien der modernen Skepsis und der ticfern Räthsel bemächtigt, welche in der menschli-chen Natur verborgen liegen. Es ist daher sehr erklärlich, wenn diese Tragödie nicht zuder formellen Rundung und Durchbildung gelangt ist, wie die meisten übrigen dramati-schen Dichtungen Shakspeare's. Daher hat sich auch die Kritik vorzugsweise mit dieserTragödie beschäftigt, ohne mit ihr, in der so Vieles als bloße Andeutung und unaufgelösterBruch erscheint, vollkommen fertig geworden zu sein. Namentlich ist es der Charakter H.'s,welcher die Kunst der Ausleger in Anspruch nimmt. Dieselben oder noch größere Schwie-rigkeiten bietet er dem Darsteller, indem dieser die merkwürdigen Gegensätze in H.'s Cha-rakter, die allzu weiche, über sich und die Zustände melancholisch brütende und skeptische,dann wieder augenblicklich aufbrausende, zu schnellen Entschlüssen aufgelegte Natur H.'s,sein tiefes edles Gefühl und seinen schneidenden, bitter«, selbst die hülflose Schlichtheit derOphelia nicht schonenden Witz, seinen auf Charakterschwäche hindeutenden grämlichenUnmukh, wie seinen Heroismus in kritischen Augenblicken, seinen an Eitelkeit grenzendeninnern Stolz und seine durch seinen Wahnsinnsplan gebotene äußere Heuchelei und De-muth zugleich zur Erscheinung bringen und dem Charakter doch wieder nichts von seinerinnern Consequenz, Würde und Hoheit, wie von seiner durchweg höfischen, selbst durch ästhe-tische Gelüste an moderne ähnliche Erscheinungen erinnernden Bildung rauben soll. Die-sem Charakter H.'s verdanken wir jene sinn- und geistreiche, wenn auch nicht in jedemPunkte haltbare kritische Auseinandersetzung in Gosthe'öWilhelm Meister", wodurch die