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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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603
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Hamilton (Patrick) 603

Unterrichtsmethodik heftige Gegner, die ihr zum Vorwurf machten, daß sie die materiellenZwecke des Sprachstudiums zu ausschließlich hcrvorhebe und darüber die formellen, eigent-lich bildenden, die Entwickelung und Schärfung des Denkvermögens an den Sprachfor-men und die gründliche Kenntniß der Grammatik, gänzlich zurücksetze, und diese Vorwürfesind allerdings nicht ganz ungegründct. Durch die buchstäbliche Anwendung der H.'schenMethode muß, was auch deren Anhänger sagen mögen, das gründliche theoretische Stu-dium der Grammatik zurückgedrängt werden, da Niemand, der eine fremde Sprache prak-tischbereits bis zu einem gewissen Grad inne hat, große Lust haben wird, sich mit den doch im-mer trockenen äußerlichen grammatischen Formen anhaltend zu beschäftigen. Dessenunge-achtet hat diese Sprachmethode viele Anhänger in Deutschland gefunden, die entweder,wie Leonhard Tafel in Ulm, welcher Lehvbüchcr zur Erlernung der alten, wie der wichtig-sten neuern Sprachen nach H.'schcr Lehrweise herausgegeben hat, dieselbe in ihrer ursprüng-lichen Gestalt empfahlen und nicht blos im Privatunterricht, sondern auch in Schulen an-wendeten, oder durch Milderung des zu materiellen und mechanischen Verfahrens und durchmannichfache Modifikationen ihre Einführung in Schulen zu erleichtern suchten. So vielscheint, ungeachtet des Widerspruchs der strengen Philologen, gewiß zu sein, daß derGrund-gedanke der H.'schen Sprachmethode, dem Schüler vor Allem auf die leichteste Art, welchemöglich ist, den Sprachstoff bis zu einem gewissen Grade anzueignen, bevor man ihn mitdem Lernen der Grammatik behelligt, treffend und der Beachtung sehr werth ist, und daßdiese Methode bereits angefangen hat, eine Reform in dem Sprachunterricht selbst inSchulen zu bewirken. Ihre Vortheile für die Erlernung fremder Sprachen zu praktischemZweck und Gebrauch leugnen selbst ihre heftigsten Gegner nicht. Zu beklagen ist nur, daßaller Orten Sprachlehren erschiene» sind, die unter dem Vorgeben, nachH.'scher Lehrwcisezu unterrichten, ohne wahre Einsicht in dieselbe und methodisches Geschick zu deren fruchtba-rer Anwendung zu besitzen, nur ihren eigenen materiellen Vortheil selbst durch Täuschungdes Publicums verfolgen. Daß die H.'sche Sprachmethode ihrem Wesen nach nicht neusei, ist schon oft bemerkt worden, kann ihr aber den Werth, den sie etwa hat, nicht schmä-lern. Bei den Juden ist die Erlernung des Hebräischen bereits seit Jahrhunderten in ähn-licher Weise betrieben worden, und sogar Grammatiker und Philologen haben häufig ge-gen die einseitige und übermäßige Hervorhebung der Grammatik bei Erlernung fremderSprachen geeifert. So Facciolati, Scioppius, Flaminio, Vives, Erasmus, Camerarius,Murctus, Corderius, Gesner, auch Leibnih und Herder. Schon vor 200 Jahren gab eslar. Bücher mit Interlinearübersetzung zum Behuf des Unterrichts. Mit Jacotot's Me-thode hat die H.'sche zwar Einiges gemein, beide sind aber voneinander doch wesentlich ver-schieden. Von den zahlreichen Schriften über die H.'sche Sprachmethode erwähnen wirEhr. Fr. Wurm,H. und Jacotot. Ein Beitrag zur Geschichte der neuesten Reform desSprachunterrichts" (Hamb. 183 l), Kröger,Über die neuen Methoden, fremde Sprachenzu lehren, welche H. und Jacotot angegeben" in Sckwarz'sDarstellungen aus dem Ge-biete der Pädagogik" (Lpz. >833), E. Schaumann,H.'s Lehrmethode" in BrzoSka'sCentralbibliothek der Pädagogik" (1838) und CH. Schwarz,Kurze Kritik der H.'schenSprachlehrmethode" (Stuttg. >837).

Hamilton (Patrick), der erste Bekenner des Protestantismus in Schottland, geb.1503 und angeblich ein Verwandter des Grafen von Arran, Jak. H amilton, und desHauses Stuart, studirte in St.-Andrews und ging, gelockt vom Ruf der neuen evangeli-schen Lehre, nach Deutschland, wo er eine Zeit lang in Marburg lebte und daselbst mehr-mals öffentlich die Lehrsätze der Reformatoren vertheidigte. In seine Heimat zurückgekehrtund von Jakob V. zum Prior der Abrei Ferm in der Grafschaft Roß ernannt, ließ er sichdadurch nicht abhalten, seine Überzeugungen furchtlos zu bekennen. Ünruhig über den Er-folg, beschicken ihn die Bischöfe nach St.-Andrews. Hier wegen seiner den Grundsätzendes Katholicismus widerstreitenden Lehre angeklagt und den Widerruf verweigernd, wurdeer für einen Ketzer erklärt, der weltlichen Obrigkeit übergeben, von dieser am I. Marz1527 zum Scheiterhaufen verurthcilt und noch an demselben Tage verbrannt. Sein Glau-bensmuth und seine Todesverachtung trugen so viel zur Verbreitung der Reformatisn in