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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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602
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602 Hamilton (James)

Hamilton (s. d.), um Unterstützung anzugehen, schickte er Lady Emma nach Neapel, wo s

dieser in Kurzem so mächtig von ihr angezogcn wurde, daß er mit Grcville einen Vergleich >

schloß, nach welchem er, gegen Abtretung der Geliebten, dessen Schulden zu bezahlen über- Anahm. Er vermählte sich mit ihr zu London l 7» l und stellte sie nach seiner Rückkehr in ^

Neapel bei Hofe vor, wo sie sehr bald die Vertraute der Königin wurde. Durch diese er- !

fuhr sie auch die von Karl IV. von Spanien seinem Bruder, dem Könige Ferdinand, consi-dentiell mitgetheilte feindliche Gesinnung gegen England, worauf letzteres ohne Kriegser- ^klärung die span. Schiffe wegnahm. Schon vorher hatte sich in Neapel ihr Verhältnis zuNelson geknüpft, der nach der Schlacht bei Abukir offenkundig ihr Liebhaber wurde, sieund ihren Gemahl >798 nach Sicilien, 1799 zurück nach Neapel und 1809, wo er sein «Commando niedergelegt, nach England begleitete. Hier allgemein verachtet, genas sie einerTochter, welche Nelson s Namen erhielt. Nach dem Tode ihres Gemahls bezog sie ein Land-Haus, Merton-Place, welches Nelson für sie gekauft, verfiel nach dessen Tode, 1805, aufsneue in Ausschweifungen, verließ mit ihrer Tochter England und starb in einem Landhausebei Calais am 10. Jan. 1815. Ihre Schönheit und ihre plastischen Vorstellungen schufenden Glanz und die Schmach ihres Lebens; denn sie ist cs, welche die Kunst der Atti-tüde (s.d.) und der mimischen Darstellung von der ersten Entwickelung zur Vollkom-menheit gebracht und das Vorbild der Hand el-S chütz (s. d.) ward. Auch soll sie Erfin-derin des Shawltanzes sein. Ein bleibender Schandfleck ist ihre Veröffentlichung der ver-traulichen Briefe Nelson's (2 Bde., Lond. 1815). ,

Hamilton (James), der Erfinder der nach ihm benannten Methode, fremde Spra-chen zu erlernen, gcb. zu London um 17 7 5, ließ sich 17 98 in Hamburg nieder, wo er unterAnleitung des emigrirten franz. Generals d'Angeli, der sich als Sprachlehrer daselbst auf-hielt, nach einer cigenthümlichen Methode die deutsche Sprache erlernte, ohne mit der Gram-matik anzufangen. Im 1.1815 ging er nach Nordamerika und begann in Neuyork Unter- !

richt in der franz. Sprache nach der Lehrart zu ertheilen, nach welcher er selbst in Ham- '

bürg das Deutsche gelernt hatte, und die er nach und nach weiter ausbildete. Die Eigen-thümlichkeit derHamilton'schen Methode besteht aber darin, daß der Schüler zu- >nächst angeleitet wird, die Kenntniß des Sprachstoffs sich anzueignen, d. h. die Wörter,Phrasen und Satze der fremden Sprache in seiner Muttersprache, und umgekehrt, aus-drücken zu können, dabei vorerst mit keiner andern als der buchstäblichen oder der Grund-bedeutung der Wörter durch mündliche Mittheilung des Lehrers bekannt gemacht wird,und dieselbe nicht isolirt, sondern in dem Zusammenhänge eines Satzes und einer Rededurch Jdeenassociation seinem Gedächtnisse sich einprägt. Nach dieser Methode lernt derSchüler zuerst übersehen, und die grammatische Form des fremden Worts wird durch dasgleichbedeutende genau nachgeahmt, ohne dabei den Bau und Genius, die Eleganz undDeutlichkeit der Muttersprache irgendwie zu berücksichtigen. Die strengwörtliche Überse-tzung des fremden Idioms soll zur Gründlichkeit führen. Der Fortgang erfolgt stufen-weise, sodaß jede vorhergehende Lection durchaus verstanden und dem Gedächtnisse fest ein-geprägt sein muß, ehe zu der folgenden übergcgangcn wird, und die früher» immer wieder-holt werden. Um dem Schüler das Wiederholen für sich zu erleichtern, wird ihm der Textdes Lesestücks mit der wortgetreuen Interlinearübersetzung in die Hand gegeben. Sobald ,der Schüler dahin gelangt ist, construiren und etwas für sich lesen zu können, liest er, so ^viel er kann, um blos durch Lectüre eine ausgedehnte Wörterkenntniß sich zu verschaffen.Wenn er diese besitzt, aber nicht früher, lernt er die Classification der Wörter, die Termino-logie ihrer Beziehungen, die Regeln ihrer Zusammenfügung, und die Grammatik bildetnun das Hauptstudium. Ist der Schüler nun auch mit den Regeln der Grammatik ver-traut, so lernt er auf ähnliche Art aus der Muttersprache in die fremde Sprache übersehenund der Übergang von da zu dem Ausdruck der eigenen Gedanken in der fremden Sprachewird nicht mehr schwer fallen. H.'s Sprachmethode erregte nicht nur in Neuyork und sonst jin Amerika, sondern auch in England, in Frankreich und Deutschland Aufsehen. Hier jedochfand sie an der seit Jahrhunderten eingebürgerten Gründlichkeit der Philologen und ander auf geistige Anregung und Bildung berechneten, alles Mechanische verschmähenden