Hamilton (Anthony, Graf von) Hamilton (Lady Emma) Ml
des neuen Staatsgrundgesetzcs. ^Da er, den sogenannten Demokraten gegenüber, ans dieEinheit und Unabhängigkeit der Staatsregierung drang und an die Spitze der födcralisti-schen Partei trat, so traf ihn der Vorwurf des Monarchismus. In der That ging er in sei-nem Föderalismus auch weiter, als der spätere Präsident Adams der Ältere (s.d.), dessenEinfluß er zu lähmen suchte. Mit Jan und Madison veröffentlichte er eine Reihe von Auf-sätzen, welche die Annahme des Entwurfs des Staatsgrundgesetzes vorbcrcitcn sollten undunter dem Titel ,,1'lie smlk-ralirt" gesammelt wurden. Auf der Urvcrsammlung, die >788zu Neunork über das Schicksal der Verfassung entschied, wirkte er in gleichem Sinne. BeiBegründung der neuen Negierung wurde er 1789 zum Secrctair des Schatzes ernannt.Die Zerrüttung des öffentlichen Kredits und der Mangel an allen statistischen Nachweisenüber die Mittel der Staaten machten dieses Amt äußerst schwierig. Er bewirkte zuvörderstzur Hebung des Kredits die Fundirung der inncrn Schuld, gründete die Bank, ordnete dasSteucrwcsen, führte unter dem größten Widerstande die Besteuerung des Branntweinsein und wurde so überhaupt der Schöpfer der nordamerik. Finanzen. Die Grundsätze seinerRechenschaftsberichte an den Kongreß stehen noch gegenwärtig in hohem Ansehen. In sei-ner ministeriellen Stellung übte er auch großen Einfluß auf den Abschluß des Handels-bündniffes mit England, wie auf die Neutralitätserklärung in Rücksicht Frankreichs. Vonden Demokraten heftig verfolgt, legte er 1797 sein Amt nieder und begann nun wiedersein Geschäft als Sachwalter. Als 1798 der Krieg mit Frankreich drohte, wurde er nachden Willen Washingtons zum zweiten Befehlshaber des Heers ernannt, und nach dessenI Tode, 1799, mußte er auf kurze Zeit, bis zum Friedensschlüsse, den Oberbefehl übernch-nien. Fortan seinen bürgerlichen Berufsgeschäften zugethan, gerieth er >804 mit demOberst Burr seiner politischen Ansichten halber in heftigen Streit. Da er gewisse Aus-drücke nicht widerrufen wollte, kam es zwischen Beiden zu einem Zweikampf, wobei er eineWunde erhielt, an der er am nächsten Tage, am 12. Juli > 80-1, starb.
Hamilron (Anthony, Graf von), stammte von einem jüngern Zweige der Familieder schot. Herzoge dieses Namens und war 1646 in Irland geboren. Mit seinen Alternfolgte er nach der Hinrichtung Karl's I. den königlichen Prinzen nach Frankreich, kehrtenach Karl's II. Thronbesteigung 1660 nach England zurück und erhielt zwar, weil er Ka-tholik war, von Karl II. kein Amt, dagegen von Jakob II. ein Regiment Infanterie in Jr-! land und den Oberbefehl von Limerick. Als Jakob II. nach seiner Entthronung in Frank-reich ein Asyl gefunden, wendete auch H. sich dahin und starb zu Saint-Germain-cn-Layeam 21. Apr., nach Andern am 6. Aug. 1720. Seine hinterlassenen Schriften sind vollGeist und Witz, namentlich seine „Onutes cle teerie" (gesammelt, 3 Bde., Par. 1805).Durch zauberhafte Beweglichkeit der Darstellung fesseln seine „Uemoires eie kiuwmont."seines Schwagers, von allen frivolen Büchern eins der witzigsten und eine reiche Fundgrubever Sittengeschichte. Eine der besten Ausgaben seiner sämintlichcn Werke ist die von Auger(5 Bde., Par. >813); eine deutsche Übersetzung seiner auserlesenen Schriften besorgteFr. Jacobs (Zur. 1807).
Hamilton (Lady Emma), geb. um 1761 in der Grafschaft Chester, die natürlicheTochter eines Dienstmädchens aus Wales, Namens Harte, trat, > 3 Jahre alt, als Kinder-wärterin in einen Dienst in Hawardcn und kam drei Jahre daraus nach London, wo sie
> Hausmagd bei einem Kaufmann und dann Kammcrjungfer einer Dame wurde. Von die-ser wegen ihres Romanlesens und ihrer Vorliebe fürs Theater verabschiedet, vermiethetesie sich als Magd in eine gemeine Taverne, kaufte einen jungen, zum Matrosen gepreßtenVerwandten vom Capitain, dem nachherigen Admiral, Sir John Willet Payne, um denPreis ihrer Unschuld los und wurde dessen Maitreffe, bis er sie, inzwischen durch Unterrichtgebildet, dem Chevalier Featherstonhaugh überließ, der nach kurzem Zusammenleben aufseinem Gute in Sussex sie aufgab. In London zur tiefsten Erniedrigung gesunken, erblicktesie der durch Aufstellung seines sogenannten himmlischen Bettes mehr berüchtigte als de-
> rühmte Arzt I)r. Graham, machte sic zu seiner Göttin Hygiea und zeigte sie als solche indünner Schleierhülle. Hier lernte sie der geistreiche Charles Greville aus der FamilieWarwick kennen, erzeugte mit ihr drei Kinder und war im Begriff, sie zu heirathen, als seinflnanzioller Ruin im 1. 1 789 dies verhinderte. Seinen Oheim, den Gesandten Sir Will.