Hamilton (Geschlecht) 589
des Friedens nöthigte. Zurückgekehrt rettete er seine Vaterstadt, indem er nach dreijahri.gem Kriege, 240—237, die Söldner und afrikan. Unterthanen, die sich gegen Karthagoempört hatten, überwand. Um seinem Staate neue Hülfsquelleu, sich selbst eine sichereStellung gegen die ihm feindliche Partei des Hanno zu verschaffen, führte er nachher seineTruppen nach Spanien, wo er, nachdem er den südlichen und westlichen Theil des Landesunterworfen hatte, im Z. 228 fiel.
Hamilton, ein durch Ausbreitung, Einfluß und Schicksal berühmtes schot. Ge-schlecht, das jedoch aus England stammt. — Gilbert H., dessen Vater unter Eduard l.Großkanzler von England war, gerieth, indem er König Robert Bruee von Schottlandlobte, mit dem Kammcrherrn Eduard's II., John Spenser, in Streit, tödtetc denselben imZweikampfe und floh >323 zu Bruce, der ihn mit der Burg Cadzow, dem jetzigen Flecken^ Hamilton in der schot. Grafschaft Lanark, belehnte. — Sein Sohn, James H., gest.1460, wurde, da er dem Hofe gegen die Douglas beigestanden, 1455 zum Lord und Pairvon Schottland erhoben. — Noch mächtiger stieg das Ansehen des Hauses, als dessenSohn und Erbe, James H., gest. 1479, die älteste Schwester Jakob's III., Maria, hei-rathete und dadurch die Grafschaft Arran an die Familie brachte. Als Nebenbuhler dermächtigen Douglas, lebten fortan die Hamiltons mit denselben in blutiger Fehde, diemehrmals zu Bürgerkriegen ausschlug. — JamesH., der Oheim von Patrick Hamil-ton (s. d.), durch das Erbe seiner Mutter Graf von Arran, wurde 1549 von Heinrich II.von Frankreich auch mit dem Herzvgthum Chatellerault in Poitou beschenkt. NachdemJakob V. 1542 gestorben, übertrug ihm der schot. Adel während der Minderjährigkeit derKönigin Maria Stuart die Regentschaft. Weil indeßH. anfangs die Reformation begün-stigte und die engl. Partei unterstützte, machten ihm der Cardinal Beaten (s. d.), die Kö-nigin Mutter, Maria von Guise und der Graf Lenox die Staatsverwaltung streitig. Einfriedliebender Charakter, legte er nach manchen Wcchselfällen 1554 gegen ein Jahrgeld' die Regentschaft zu Gunsten der Königin Mutter nieder. Er selbst und sein Bruder John
i H., der als Staatsseeretair und Bischof von Andrews eine wichtige Rolle spielte, hielten
in den kirchlichen Kämpfen zur katholischen Partei, während die andern Glieder des Hau-^ ses um so eifrigere Protestanten waren. In den politischen Wirren, die mit der Rückkehrder Königin Maria Stuart (s.d.) begannen, standen die Hamiltons, schon im Fami-lieninteresse, sämmtlich auf Seiten der Königin. Nachdem Maria entsetzt und Murray,ihr natürlicher Bruder, 1567 die Regentschaft an sich gerissen, bildeten die Hamiltons diePartei der Königsfreunde. Diese Partei bestimmte Maria zum Widerruf der Resignationund veranlaßte am 15. Mai 1568 das Treffen beim Dorfe Langside, nach welchem Ma-ria hülflos nach England flüchten mußte. Jetzt brachen auch die Verfolgungen über dasHaus H. herein. — Ein gewisser Iames H., der im Treffen gefangen und seiner Güterberaubt worden war, tödtete 1579 meuchlings den Regenten Murray und entfloh nachFrankreich. Die Hamiltons erhielten hiermit einen Augenblick das Übergewicht, bis GrafLenox durch engl. Einfluß die Regentschaft übernahm und eine energische Verfolgung derHamiltons begann, und unter Anderm ohne Urtheil den Erzbischof von Andrews 1571 zuStirling aufknüpfen ließ. — Jetzt trat der träge Herzog von Chatellerault endlichselbst an die Spitze seiner Partei, erklärte sich mit vielen Großen für die in Englandschmachtende Königin, besetzte die Hauptstadt und eroberte Stirling, wobei der RegentLenox getödtet wurde. Als > 572 der Graf Morton, ein Verwandter der Hamiltons, dieRegentschaft übernahm, zog sich Chatellerault von der Kriegspartei zurück und starb > 575.— Sein Sohn James H., durch Schönheit und Geist ein Günstling der Frauen, strebtenach der Hand der Königin und der schot. Krone. Als eifrigen Protestanten verfolgten ihnjedoch die Guisen bis auf den Tod und nahmen ihm selbst das vom Vater ererbte Herzog-thum Chätellerault. Durch religiöse und physische Ausschweifungen zerrüttet, fiel er langeZeit vor seinem Ende in Wahnsinn. — Nachdem Morton 1581 unter dem jungen König> Jakob VI., dem nackmaligen Könige Jakob I. von Großbritannien, das Schafot bestiegen,wurde die Macht des Hauses H. durch Ächrung und Confiscation fast ganz vernichtet. —John und ClaudeH., die Brüder des wahnsinnigen James, flohen nach England, kehr-ten aber nach dem Sturze ihres Hauptfeindes, Jaims Stuart, zurück und wurden vom