Hamburg 593
Stadt ergießt. Ein Nebenarm der Elbe, welcher von Osten her in die Stadt tritt, lhciltsich innerhalb derselben in mannichfaltig verschlungene Kanäle, die am südlichen Ende sich! untereinander und mit dem Alstcrkanale vereinigen und zu einem tiefen Hafen (dem Ober-Hafen) für die stromabwärts nach H. kommenden Schiffe ausdchnen, der dann in den Haupt-arm mündet. Dieser, welcher die Südseite der Stadt bespült, bildet den geräumigen Nie-dcrhafen, der sich in den äußern (Nummelhafen) und den inner» (Binnenhafen) thcilt undi die Seeschiffe aufnimmt. Fleeten durchschneidcn den nieder« Theil der Stadt nach allen' Richtungen. Außerdem umgibt die Stadt ein zum Theil aus dcrElbe abgeleiteter, 129 F.breiter und ziemlich tiefer Wassergraben. Die Cvmmunication über die Binnengewässervermitteln mehr als 60 Brücken; die von Davoust zur Verbindung mit Harburg >813erbaute ist aber wieder abgebrochen. Die Stadt zerfällt in die Altstadt, die Neustadt undI die Vorstädte St.-Eeorg und St.-Paul oder Hamburger Berg. Die Altstadt, der östlicheTheil und zum Theil aus Inseln bestehend, und die Neustadt, der westliche Theil, bildenseit >015 ein Ganzes und thcilen sich in fünf Kirchspiele, das Petrikirchspiel, bis in die
> Mitte des 13. Jahrh. das einzige; das Nikolaikirchspiel, das kleinste, aber wohlhabendste;das Katharinenkirchspiel, welches die angesehensten Handelshäuser enthält; das Jakobi-kirchspiel, das im >5. Jahrh. mit.der Stadt vereinigt wurde, und das Michaeliskirchspiel,das größte von allen. Die Vorstadt St.-Eeorg, im Osten der Stadt, entstand zwar schon
, im 13. Jahrh., vergrößerte sich aber erst bedeutend am Ende des 18. Jahrh., wo viele franz.i Emigranten sich hier niedcrließcn. Die Vorstadt St.-Paul, welche westlich an Altonagrenzt, kommt zwar schon früh unter dem Namen Hamburger Berg vor, doch blieb sie un-ansehnlich, bis sie in neuester Zeit ein mehr und mehr städtisches Ansehen gewann. Diealten Festungswerke wurden schon 1891 abgetragen, die neuen franz. Befestungen nachbeendigtem Kriege. Parkartige Anlagen sind seit >819 an die Stelle des Walles getreten.Noch aber sind die Thore vorhanden, die am Abende nur gegen Entrichtung eines Thorgelds zupassiven sind und noch vor wenigenJahren nach 12 Uhr Nachts ganz geschlossen waren. DieStraßen sind gut gepflastert und des Abends mit Laternen erleuchtet; als die ansehnlichstensind zu nennen der alte und neue Jungfcrnstieg, die Esplanade und die Admiralitätsstraße.Zwischengasscn (Twieten) dienen zur Verbindung mit den Hauptstraßen. Unter den vielen
> öffentlichen Plätzen ist der Adolfsplatz, ziemlich in der Mitte der Stadt, mit der 18-1 l einge-weihtcn neuen Börse, der ausgezeichnetste. Durch den großen Brand im1.1 8 - 1 2 hat die Stadtzum Theil ein ganz anderes und zwar freundlicheres und großartigeres Ansehen gewonnen,indem man beim Wiederaufbau nicht nur die engen und krummen Gassen beseitigte, sondernden Straßen zum Theil eine ganz andere Richtung gab. Die Stadt hat, seitdem man den1196 erbauten, im Laufe der Zeit baufällig gewordenen Dom 1895 abgetragen, fünf pro-testantische Hauptkirchen, die Petri-, Nikolai-, Katharinen-, Jakobi- und Michaeliskirche,und zwei Nebenkirchen, die Eertrudenkirche und die Waisenhauskirche; außerdem einedeutsch- und eine franz.-reformirte (beide seit >785), eine anglikanische (seit l 818), eine engl.-
! reformirte (erbaut 1826), eine katholische Kirche, einen israelit. Tempel (eingeweikt 1818)und sieben Synagogen. Das schönste Baudenkmal darunter ist die protestantische Michae-liskirche mit einem 456 F. hohen Thurme, die, nach dem Abbrennen der St.-Talvators-
> kirche im J. 1759, durch den Architekten Sonnin >762—86 mit einem bedeutenden Auf-' wände erbaut wurde. Abgebrannt sind im I. > 8-12 die Petri-, die Nikolai- und die Ger-§ trudenkirche, wie denn auch die Waisenhauskirche in Folge eines Brandes im J. 1839 ihrenI Thurm verlor. In der Vorstadt ist die St.-Georgskirche zu erwähnen, die als Kapelle >229
zuerst gegründet, 17-12 ganz neu erbaut wurde. Bonden öffentlichen Gebäuden sind nächst! der neuen Börse besonders hervvrzuheben das Stadthaus am Neuenwalle, da« Admirali-^ käts- und das neue Artilleriezeughaus, das für mehr als 3199 Personen eingericntete neue1 allgemeine Krankenhaus, das Waisenhaus und das öffentliche Leihhaus, der Lombard.1 Abgebrannt sind, abgesehen von dem Zucht-, Werk- und Armenhause, welches 1839 zumTheil ein Raub der Flammen wurde, im I. 1812 das im l 3. Jahrh. erbaute Rathhaus,das 1827 erst aufgeführte Bankgebäude, die alte Börse, die Börsenhalle, das Commer-cium mit Bibliothek, See- und Landkartensammlung u. s. w., das sogenannte hohe oder- Conv. -Lex. Neunte Aufl. VI. 38