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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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592 Harnberger Hamburg

mung unter dem Volke in Rheinbaiern, erzeugt durch die nicht erfüllten Erwartungen vonden Verhandlungen der Stände. Statt eines von Speier ausgegangenen Vorschlags, dasJahresfest der bair. Constitution am 26. Mai auf dem Schloßbergc zu H. zu feiern, erließSicbenpfeiffer mit 34 Bürgern aus Neustadt einen Aufruf, der alle deutschen Stämme zueinem großen Bürgerverein am 27. Mai nachH. einlud, Frauen und Jungfrauen einge-schlossen. Alle sollten herbeikommen zu friedlicher Besprechung, inniger Erkennung, ent-schlossenen Verbrüderung für die großen Interessen, welchen sie ihre Liebe und Kraft ge-weiht. Wirth erließ einen Aufruf an die Vaterlandsfreunde in Deutschland, der die poli-tische Einheit Deutschlands und Volkssouvcrainetät als Zweck des Strebens, die Aufhe-bung des Adels als Grundlage der neuen gesellschaftlichen Einrichtung, und die Bildungneuer Verfassungen durch Urversammlungen, die über die Grundform des Staats entschei-den sollten, als Mittel zum Zweck angab. Zugleich ward im Rheinkreis ein Abdruck derErklärung der Menschenrechte aus der franz. Constitution von I7S3 zu Tausenden ver-theilt. Die Regierung verbot die Feier des Festes; doch der Stadtrath von Neustadt pro-testirte unter Verwahrung gegen die möglichen Folgen einer Vollziehung des Verbots. Diebenachbarten Städte legten ähnliche Verwahrungen ein und die Festordner erklärten, daßsie trotz dem Verbote alle Vorbereitungen machen würden. Hierauf nahm die Regierungdas erst nur bedingt aufgehobene Verbot zurück, das selbst in entfernter» Gegenden eineAufmerksamkeit erregte, die die ersten Einladungen vielleicht nicht hervorgcrufen hätten.Am Festtage waren gegen 30600 Menschen aus den Rheinlanden und andern deutschenGegenden, auch Franzosen, meist aus dem Elsaß, Polen und viele Studenten versammelt.Den Zug zur Burg bildeten eine Abtheilung der Bürgergarde der Stadt; Frauen undJungfrauen, der Landrath des Rheinkreises, Abgeordnete aus vielen deutschen Ländernu. s. w. Nach Auspflanzung der dreifachen deutschen Fahne mit der InschriftDeutsch-lands Wiedergeburt" entwickelte Siebenpfeiffer die Bedeutung des Festes, die er in dieWorte:Vaterland, Freiheit und ein freies deutsches Vaterland" zusammenfaßte. Wirthzeigte, wie er Deutschlands Reform ausgeführt sehen wollte, und brachte, zum Bunde fürdes deutschen Volks Erweckung und Wiedergeburt ausfodernd, den vereinigten FreistaatenDeutschlands und dem conföderirten republikanischen Europa ein dreimaliges Hoch. Zneiner am folgenden Tage in Neustadt gehaltenen Versammlung wurde beschlossen, durchvereinigtes Streben die Preßfreiheit auf gesetzlichem Wege zu erringen, überall Abgeord-nete der Versammlung zu ernennen, um in fortwährender Verbindung zu bleiben, und auchan andern Orten ähnliche Versammlungen zu veranstalten. Kurz daraus erschienen indeßdie Bundesbeschlüsse vom Juni und Juli 1832 ; Sicbenpfeiffer (s. d.) und Wirth(s. d.), sowie viele andere Festredner kamen in gerichtliche Untersuchung. Die am Jahres-tage 1833 versuchte Feier des Festes wurde durch Maßregeln der Regierung vereitelt, unddie Feier am folgenden Jahre führte zu blutigen Händeln zwischen Militair und Bürgern.Seitdem unterblieb das Fest der deutschen Nationaleinheit. Im I. 1842 machte die Pro-vinz Pfalz das fortan zur Maxburg umgetaufte Schloß zu H. dem Kronprinzen Marimi-lian von Baiern zum Hochzeitsgeschenk.

Hamberger (Georg Christoph), ein verdienter deutscher Literator, geb. 1 726 zu Fcucht-wangen bei Ansbach, machte seine Studien auf der Universität zu Göttingen, an der ernachher als Professor der Gelehrtengeschichte und als Bibliothekar angestellt wurde undwo er am 6. Febr. 1773 starb. Er hat sich um die wissenschaftliche Ausbildung der Lite-raturgeschichte bleibende Verdienste erworben und ist der Begründer des nachmals vonMeusel(s. d.) und Lindner fortgesetztenGelehrten Deutschlands" (Bd- 123, Lemgo17671834). Sein Hauptwerk sind dieZuverlässigen Nachrichten von den vornehm-sten Schriftstellern bis l 500" (6 Bde., Lemgo 175664).

Hamburg, die wichtigste der deutschen freien Städte und die erste HandelsstadtDeutschlands, liegt in einer anmuthigen Gegend an der Elbe, 18 M. von dem Ausflussederselben in die Nordsee, und an der Alster. Im Nordosten der Stadt, noch außerhalb der-selben, bildet die Alster ein großes Wasserbassin (die Außenalster), welches mit einem klei-nern innerhalb derselben (der Binnenalster) zusammenhängt; beide stehen durch Kanäle(Fleeten) mit der Elbe in Verbindung, in die sich die Alster nach ihrem Austritte aus der