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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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Hambach 591

men sollte, aber in der Schwerfälligkeit seiner Zunge, seinem schwachen Gedächtnisse undin seiner Denkungsart so viele Hindernisse fand, daß er sich vorzugsweise mit Kritik, Poesieund Philologie zu beschäftigen ansing, obschon er dem Namen nach zur juristischen Facul-tät sich bekannte. Im I. 1752 kam er nach Kurland als Lehrer in das Haus einer Ba-ronin von Budberg, entfernte sich aber, Misvcrständnisse wegen, schon vor Ablaufeineshalben Jahres aus demselben und lebte nun in Riga, bis >753 seine Umstän-e ihn nöthig-ten, eine Hofmeisterstelle bei dem General von Witten anzunehmen. Nachdem er auch diese>755 wieder aufgegeben hatte, fand er in Riga in einer Kaufmannsfamilie Aufnahmeund studirte nun die Theorie der politischen und Handlungswissenschaften. Sehr bald! folgte er indeß einer Einladung, in das Budberg'sche Haus zurückzukehren, blieb aber auch

, diesmal nicht lange daselbst, sondern kehrte 1756 nach seiner Vaterstadt zurück. In An-

gelegenheiten des erwähnten Handelshauses in Riga besuchte er noch in demselben Jahre' Berlin, Lübeck, Holland und England. In London blieb er über ein Jahr und überließsich aus Mismuth über den ungünstigen Erfolg der ihm übertragenen Geschäfte Zer-- streuungen und Ausschweifungen, aus welchen ihn endlich das Lesen der Bibel rettete.

^ Nach der Rückkehr lebte er bis l 759 wieder in Riga, dann zu Königsberg im väterlichenHause in einer glücklichen Muße, die er der alten Literatur und den oriental. Sprachenwidmete und nur durch eine Reise nach Kur- und Liefland unterbrach. Um sich für die Zu-kunft seinen Unterhalt zu sichern, trat er t 7 62 als Schreiber bei dem Stadtmagistrat undals Kanzellist bei der Kriegs- und Domainenkammer in Dienste, entsagte aber >761 diesenmechanischen Geschäften, die ihm den Verlust seiner Gesundheit und seiner Geistesfähigkei-ten drohten, und machte eine Reise nach Deutschland, dem Elsaß und der Schweiz. Im I.>765 ging er abermals als Hofmeister nach Mitau, kehrte indeß nach zwei Jahren wiederin die Heimat zurück, wo er bei der Provinzialaccise- und Zolldirection und >777 als Pack-hofverwalter bei dem königlichen Licent angestellt wurde. Das Wohlwollen eines ihm da-mals Unbekannten setzte ihn >784 in eine sorgenfreie Lage; aber sein Körper war durchSorgen und Anstrengungen bereits so geschwächt, daß er, um sich durch eine Reise zu er-holen, >787 seinen Abschied foderte und erhielt. Von da an lebte er abwechselnd zu Düs-seldorf und Münster im vertrauten Umgänge mit Jacobi und der ihm geistesverwandtenFürstin Galizin, die ihm auch zu Münster, wo er am 21. Juni >788 starb, in ihremGarten begraben und ein Denkmal errichten ließ. Als Schriftsteller wurde H. von seinenZeitgenossen wenig beachtet, denn er «übersetzte sich den verführerischen Richtungen desZeitgeistes und hatte, indem er die Bedeutung des Gefühls und die Würde der Offenba-rung gegen die Anmaßungen des Alles aufklärenden Verstandes beharrlich in Schuh nahm,die Menge gegen sich; dazu kam, daß die eigenthümliche Einkleidung seiner oft sehr tief-sinnigen Gedanken und seine Vorneigung für bildliche und symbolische Darstellung selbstManche, denen es um das Verständniß des Sehers zu thun war, zurückschreckke. SeineSchriften, die größtentheils als fliegende Bläner ausgingen und sich daher bald zerstreu-ten, ja fast verloren, blieben ihrer vielen Anspielungen wegen den Meisten dunkel und un-verständlich, fanden aber um so mehr die Anerkennung eines Herder, Goethe, Jacobi, JeanPaul und anderer großen Geister. Namentlich hatte er auf die Anschauungs- und Dar-i stellungsweise des sonst vielfach im geraden Gegensätze von ihm abweichenden Herder einengroßen Einfluß. In allen seinen Schriften ist ein tiefer religiöser Sinn zu erkennen, der,auf das immer verschleierte Innere und auf das Unnennbare im Heiligthum des mensch-lichen Gemüths hinweisend, sich kräftig und mehr in begeisterten Blicken als in zusammen-> hängender Betrachtung über alle wesentliche Gegenstände des Lebens ausbreitete und derdamals auf theologischem Gebiete eingerissenen Verflachung siegreich cntgegentrat. Frag-! mente aus seinen Schriften wurden von Cramer unter dem TitelSibyllinische Blätterj des Magus aus Norden" (Lpz. >819) herausgegeben, und seineSämmtlichen Schrif-ten" von Fr. Roth (8 Bde., Berl. l 82 > 4 3).

Hambach, ein Dorfnebst Schloßruine in der bair. Pfalz, ist besonders wegen des hieram 27. Mai >832 zur Erweckung des Gedankens der politischen Nationaleinheit der Deut-schen veranstalteten Festes bekannt. Einige Zeitschriften Siebenpseiffer's undWirth's,Deut-sche Tribüne", sowie andere Tageserscheinungen, unterhielten damals eine bewegte Stim-