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rens. Die Carolina ließ übrigens Hlnklagc- und Jnguisitionsproccß zu und nur die späterePraxis stellte auf Unkosten des erstem und gegen den Geist des Gesetzbuchs den letztem i»den Vordergrund. In neuem Zeiten ist die Carolina in den meisten deutschen Staatenhumaner abgcfaßkcn Criminalgcsctzbüchern gewichen; dagegen wurde sie noch 1835 alsGesetzbuch im schweiz. Canton Schwyz eingcführt. Eine neuere Handausgabe derselbenerschien in Jena 1826 (neue Aust., 1835). Die nicht unwichtigen Übersetzungen derselbendurch Eoblcr und Ncmus hat Abegg (Hcidelb. >837) am besten hcrausgcgcbcn.
Haltans (Christian Gottlob), ein um die deutsche Geschichte und Sprache dcs'Mit-telaltcrs höchst verdienter Gelehrter, gcb. 1762 aus nicdcrm Stande zu Leipzig, wo er auchseine Bildung erhielt. Schon als Student unterstützte er Mcnckcn bei Herausgabe seiner„8cri>,tores reruw german." Er wurde 1733 Tcrtius, 1736 Conrectorund 1751 Neckarder Nicolaischule zu Leipzig und starb daselbst am II. Fcbr. >758. Durch sein „Osleuda-rüim mel1ü aevi, praeciznie germanicum" (Lpz. 1729; deutsch von Schcsscr, Erl. 1797,3.), das zwar jetzt nicht mehr genügen kann, brach er andern Forschern die Bahn. Nochimmer aber behauptet seinen Werth das „Olossarium germanicum medii aevi", das beides Verfassers Tode zum größten Thcilc gedruckt, mit einer Vorrede von I. E. Böhme(2 Bde., Lpz. 1758, Fol.) herausgegeben wurde. Dasselbe zeugt nicht nur von einer um-fassenden Kenntniß der mittelalterlichen deutschen Sprache und Geschichte und von gro-ßem Fleiße, sondern empfiehlt sich auch durch gute Latinität.
Halurgie heißt die technische Lehre von den Salzwerken (s. d.).
Ham, eine Stadt und Festung im franz. Departement Somme, mit ungefähr2606 E., ist ihrer festen Citadelle wegen berühmt, die jetzt zum Staatsgefängnisse dient.In dem mit 36 F. dicken Mauern umgebenen Thurme wurden von 1831—36 Karl'sX.letzte Minister, Polignac, Chautelauze, Pcyronnet und Gucrnon Nanville, gefangen ge-halten;.seit 1836 befindet sich daselbst der Prinz Napoleon Louis Bonaparte in Haft.Hamadan, s. Ekbatana.
Hamadryäden, s. Dryaden.
Hamaker (Heinr. Arens), Orientalist, geb. zu Amsterdam 1789, wurde von seinenAltern zum Kaufmann bestimmt und hatte mit vielem Ungemach zu kämpfen, da er sichwider deren Willen den Studien zuwendete. Im I. 1817 erhielt er eine außerordentliche,nachher die ordentliche Professur der oriental. Sprachen zu Leyden, wo er am 16 . Ott.1837 starb. Einen Namen erwarb er sich zuerst durch das „Specimen catalogi codicumwanuscrippt. orieutalium bibliotbecae aeademiae Imgduuo-Latavae" (Leyd. 1826,3.).Dann gab er heraus „'lak^oddini -kbmedis ^I-blakririi uarratio de 6Xpe<Iitio!iibu5 aOraecis Ü'rauciscjus adversus Oiin^atkam ab a. 0.768 ad 1221 susceptis" (Amst. 1823,3.) und „Incerti auctoris über de expugnatioue Nempbiti» et Alexandria«, vulgo sd-scriptus ^bou ^bdallae Llobainmedi Omari üüo, VVakidaeo, üledinensi" (Leyd. 1825,3.). Auch lieferte er viele Recensionen in der leydener „Vibüotbeca critica nova", die ihmeinen nicht unbedeutenden Namen erwarben. Dagegen war er nichts weniger als glück-lich in seinem wiederholten Versuche, punische und phömzische Inschriften zu erklären.Fast möchte man glauben, daß er mit diesen Inschriften nichts als ein eitles Eedankensxiclgetrieben habe, in welchem er die Würde eines Gelehrten bei Seite setzte. Außer dem Ara-bischen beschäftigte er sich lebhaft auch mit den andern semitischen und überhaupt oriental.Sprachen, wie dies namentlich seine holländ. geschriebenen Reden über Firdusi und überKalidasa in Kampen's „llorrsum literarium" beweisen. Fortwährend beschäftigte er sichmit den Erundzügen einer allgemeinen Grammatik; doch genügten seine „äkadewiscbevoorleringen over bet nut en de belangrijbbeid der grainmatiscbe verglijking vau betOriekiscb, betratst« eu de Oermasuscbe tangvslle met bst Sanskrit" (Leyd. 1835)in keiner Beziehung den Ansprüchen, die gegenwärtig an ein solches Werk zu machen sind.Vgl. Juynboll, „Oratio de üenrico ^rentio 8." (Gröning. 1837, 3.).
Hamann (Jvh. Georg), ein geistreicherund eigenthümlich tieferDenker und Schrift-steller, der sich auf dem Titel einiger seiner Schriften den Magus aus Nordennannte, wurde am 27. Aug. 1736 zu Königsberg in Preußen geboren, und besuchte seit1736 die akademischen Hörsäle, wo er sich nach seines Vaters Wunsche der Theologie wid-