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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
588
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588 Hals (Franziskus)

Theil bedeckt, ist stärker, aber weniger rund als der des Weibes. Begrenzt wird der Halsoben durch den Unterkiefer und den Hinterhauptsknochen und nach unten durch das Brust-dein, die Schlüsselbeine, die Schulterknochen und den Rückentheil der Wirbelsäule. AlsStühe des Halses dienen die sieben Halswirbel der Wirbelsäule (s. d.), welche in ihremInnern den obern Theil des Rückenmarks enthalten. Diese sind untereinander so fest ver>Kunden, daß sie nur einen geringen Grad von Beweglichkeit besitzen. Da sie die einzigenKnochen des Halses sind und nur dessen Aufrechthaltung bewirken, so folgen die übrigenweichen Theile desselben allen Bewegungen des Kopfes und bewirken diese selbst mit. Dieäußere Partie des Halses bildet die Haut; unmittelbar unter dieser liegen hinten die Hals-wirbel und vorn der Kehlkopf mit den beiden Schilddrüsen (s. Kehle), an den übrigenStellen eine Schicht Muskeln, welche vomKopfe zu denBrust- und Schultcrknochcn oder;»den im Innern des Halses befindlichen Organen gehen. Diese sind oben derSchlund (s. d.)mit der Zungenwurzel und dem Zungenbeine (s. Zunge), welcher in der Mitte des Halsesvorn durch den Kehlkopf in die Luftröhre (s. d.) und hinter derselben in die Speise-röhre (s. d.) übergeht, eine Menge kleiner Muskeln und Bänder, welche zur Bewegungund Befestigung dieser Organe dienen, und eine große Anzahl Drüsen verschiedener Größe.Zwischen diesen Theilen hindurch leiten einige große Gefäße, die beiden Kopfschlagadcrn(öuroticies) und die Drosseladernsvenuejugulares), welche viele bedeutendeAste abgeben undausnehmen, das Blut nach dem Kopfe und wieder zurück, sowie viele Nerven, welche thcilsaus dem Gehirn, theils aus dem Halstheile des Rückenmarks entspringen, thcils demGangliensystem angehörcn, sich in den einzelnen Organen verzweigen. Diese Menge sowichtiger, zu den ersten Lebensprocessen, dem Athmen und der Ernährung, unbedingt nöthi-ger Organe auf einen so geringen Raum zusammengedrängt, verleiht dem Halse in der Öko-nomie des menschlichen Körpers keine geringe Bedeutung und erfodcrt eine aufmerksameBehandlung desselben, da besonders die hier ziemlich dünne und zarte Haut dem Einflüsseder Lufttemperatur sehr ausgesetzt ist. Auch entsteht der größte Theil der so häufigen undsooft vernachlässigten Hals übel, welche meist den Kehlkopf und die Luftröhre treffen,durch Erkältungen. Mechanische Verletzungen sind, besonders wenn sie in das Innere desHalses eindringen, sehr gefährlich. Die Redensartden Hals brechen" kann nicht wört-lich verstanden werden; der schnelle Tod, der in den Fällen, wo man sie anwendet, eintrilt,rührt daher, daß bei einer schnellen und übermäßigen Beugung des Kopfs nach irgend einerSeite hin die Bänder, welche die Halswirbel, und namentlich die beiden obersten, unterein-ander befestigen, zerreißen und die Knochen aus ihrer richtigen Lage geschoben werden, wo-bei dann ein nur geringer aber sehr leicht vorkommender Druck auf das Rückenmark dasLeben sofort endigt. Die Semiotik lehrt in Bezug auf den Hals, daß ein kurzer, fleischigerNeigung zur Apoplexie, hingegen ein längerer, schlanker zu Brustkrankheiten, besondersSchwindsüchten der Respirationsorgane, verrathe, eine Regel, die jedoch viele Ausnahmengestattet. Hals eineSSegelS heißt bei allen der Länge eines Schiffs nach stehendenSegeln die untere, nach vorn gerichtete Ecke und das dieselbe befestigende Tau. Die unter-sten Querriegel haben auch Haken an jeder untern Ecke, die aber nur bei Seitenwindengebraucht werden. Halsen bedeutet im Sinne des Winds wenden, indem man das miteinem Seitenwinde segelnde Schiff durch Hülfe des Steuers und der Segel so dreht, daßder Wind ganz von hinten in die letzter» fällt, worauf sie so gerichtet werden, bis der Windvon der andern Seite des Schiffs auf sie wirkt. Da durch das Halsen viel Zeit verlorenwird, so geschieht es nur dann, wenn hoher Seegang oder Sturm das Wenden durch odergegen den Wind unmöglich machen.

Hals (Franziskus), ein holländ. Maler, geb. zu Mecheln 1584, hatte ungemeinesTalent, aber durchaus keine Ausdauer, und studirte unter der Leitung von Karl van Wen-der ziemlich planlos und unregelmäßig. Durch sein stetes Leben in Wirthshäusern, wo erNatur und Leben vereinigt fand, wurde er auf die Portraitmalerei geführt, worin er nurvon van Dyk Übertrossen wurde, während er alle seine Zeitgenossen weit übertraf. Alleseine Portraits, deren Zahl sehr bedeutend ist, sind geistreich aufgcfaßt, mit genialer Frei-heit behandelt und sprechend ähnlich. Große Sorgfalt verwendete er auch auf die Costu-me, und meisterhaft sind seine Hände. Er ist einer der tüchtigsten Repräsentanten der da-