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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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585
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Haller (Albrecht von) 585

derthalb Jahren wieder verließ, um sich mit einem Freunde nach Biel zu begeben, dessenVater, ein gelehrter Arzt, ihn in die Cartesianische Philosophie cinzusührcn bemüht war,die ihm jedoch durchaus widerstand. Doch scheint der Aufenthalt in diesem Hause Einflußauf H.'s Wahl der medicinischen Wissenschaft gehabt zu haben, der er sich, obgleich seineFamilie ihn zum Theologen bestimmt hatte, seit 1723 auf der Universität zu Tübingenwidmete, wo er auch bald öffentliche Proben seines Fleißes und seiner Kenntnisse ablegte.Boerhaave's Ruf zog ihn > 725 nach Leyden, wo er außerdem noch den Unterricht vonB. S. Albinus benutzte und aufseinen Ausflügen nach Amsterdam mit Ruysch (s. d.)bekannt wurde. Nachdem er zuvor noch einen großen Theil Norddeutschlands bereist hatte,erhielt er >726 in Leyden die Doctorwürdc. Eine große wissenschaftliche Reise durch Eng-land und Frankreich, die er nun unternahm und aufder er mit Sloane,Cheseldon,Geoffroy,

, Winslow u. A. Bekanntschaft machte, beendigte er imJ. 1728 damit, daß er in Basel un-ter Bernoulli die höhere Mathematik studirte. Der schwankende Zustand seiner Gesund-heit veranlaßte ihn hierauf mit seinem Freunde Joh. Geßner eine Reise in die Alpen zuunternehmen, auf welcher er theils zu seinem großen botanischen Werke, thcils zu seinemLehrgedichtDie Alpen" den Grund legte. Nach einem abermaligen Aufenthalte in Ba-sel, wo er neben seinen poetischen Beschäftigungen auch anatomische Vorlesungen hielt,kehrte er 1729 nach Bern zurück. Hier machte er sich bald als ausgezeichneter Arzt bekannt,ohne indeß eine öffentliche Anstellung zu erhalten; erst > 7 33 erlaubte man ihm anatomi-sche Vorlesungen zu halten, worauf er ein anatomisches Theater gründete. In demselbenJahre bewarb er sich vergebens um die Professur der Beredtsamkeit und Geschichte, underst im nächsten wurde er Arzt an einem Stadthospital und Stadtbibliothekar, in welchemletztem Amte er sich um die Bibliothek wesentlich verdient machte und auch bedeutendeKenntnisse in der Münzkunde an den Tag legte. Während dieser Zeit bereiste er jährlichdie Alpen und sammelte zu seinerLiimneratio stirpinm belveticarum", die erst in Göt-. tingcn 1732 erschien. SeinVersuch schweizerischer Gedichte" (Bern 1732) erregte trotzmancher Anfechtungen, die er deshalb zu erdulden hatte, allgemeines Aufsehen, besondersda Bodmer und Breitinger sich dafür erklärten. Seine glänzende Laufbahn begann, alsihn 1736 Münchhausen als Professor der Medicin, Anatomie, Botanik und Chirurgie andie neu errichtete Universität zu Göttingen berief, wo er 1738 ein anatomisches Theaterund 1739 einen botanischen Garten anlegte, auch ein anatomisches Cabinet sammelte,' 1750 eine Entbindungsanstalt errichtete und in demselben Jahre den Plan zur königlichen

Societät der Wissenschaften ausarbeitete, der vollständig genehmigt wurde, worauf er, zumimmerwährenden Präsidenten derselben ernannt, im I. 1751 dieselbe eröffncte. In dieserZeit wurde er von Kaiser Franz l. in den Adclstand erhoben, nach Oxford, Utrecht, Halle,Berlin und Petersburg berufen, vom König von England zum Staatsrath und Leibarzt^ ernannt und >735 von seiner Vaterstadt als Mitglied in den Großen Rath ausgenommen.^ Letztere Auszeichnung, in Verbindung mit seiner geschwächten Gesundheit, welcher der^ Aufenthalt in Göttingen nicht zusagte, vcranlaßten ihn, 1753 seine Ämter mit Ausnahmeder Präsidentschaft der königlichen Societät niederzulcgen und sich nach Bern zurückzuzie-j hen, wo er zum Amman erwählt wurde und, da sich seine Gesundheit wieder verbesserte,^ auch bald aufs neue zu seiner gewohnten Thätigkeit zurückkehrte. Er nahm Theil an den! Staatsgeschäftcn, indem er die Einrichtung der Salzwerke zu Lex und Aigle, die Anstaltender Akademie zu Lausanne und die medicinische Police! verbesserte, den Ackerbau beförderte,das Waisenhaus zu Bern begründete, die Grenzstrcitigkeiten zwischen Bern und Wallis. schlichtete u. s. w. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten in dieser Zeit sind seine Beobach-j tungcn über die Entwickelung des thierischen Keims im Ei, über das Wachsthum der Kno-chen Und besonders seineLIeuienta pli^siolopias corporis liuinani" (8 Bde., Lausanne- 1757 66), und von seinen schöngeistigen Productionen seine drei RomaneUsony",

sAlfred" undFabius und Cato" über die despotische, monarchische und republikanisch-i aristokratische Regierungsform zu erwähnen. Außerdem erschienen von ihm mehre Werke,! zu denen er seit langer Zeit gesammelt hatte, dieLibliotbecu botsnica" (2 Bde., Zür.

1771 72),kibliotbecu anatomica" (2 Bde., Zür. 1773 77),öibliotkeca ctiirur-6 isics." (2 Bde., Bas. 17 737 5) und der Anfang deröibliotbecu weäicinae practicae"