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Halle Haller (Albrecht von)
unter verschiedenen Dirigenten, dieses unter der Leitung des Directors der Franckc'schenStiftungen, Niemcyer; ein medicinisches und chirurgisches Klinikum unter Kruckenberg undBlasius, sowie ein Entbindungsinstitut unter Hohl. Auch die wissenschaftliche Prüfungs-commission scheint ganz mit der Universität verbunden, wenigstens gehören zur Zeit alleihre Mitglieder der Universität an. Der Regierung verdankt die Unkversität in der neuernZeit die Erhöhung des Etats bis auf83VVO Thlr., das neue Universitätsgebäude, den An-kauf der berühmten Mcckel'schcn Sammlungen und eine bedeutende Erweiterung desBibliothekgebäudes, welches nun gegen 60VVV Bände faßt, mit einem Münzcabinet undeiner Kupferstichsammlung.
H. wird zuerst im I. 806 erwähnt; 065 wurde es durch Kaiser Otto I. dem Bis-thum Magdeburg geschenkt und 08 l durch Otto II. zur Stadt erhoben. Seit dem >3.Jahrh. war es so mächtig, daß cs langwierige Fehden mit den Bischöfen von Magdeburg >führen und 1435 sich gegen das 30000 M. starke Heer des Kurfürsten von Sachsen be-haupten konnte, welches derselbe zur Vollziehung der Reichsacht an ihr herbciführte. DieReformation der Kirche durch Luther fand in H. schon 1541 Eingang, obgleich der Erzbi-schof von Mainz und Magdeburg, Albrecht V., Alles that, ihr denselben zu wehren. ImSchmalkaldischcn Kriege war die Stadt Zeuge der Demüthigung, welche der in der Schlachtbei Mühlberg gefangene Landgraf Philipp von Hessen von Kaiser Karl V. erdulden mußte.
Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Moritzburg mehrmals mit Sturm genommen undzerstört und der Wohlstand der Stadt auf lange Zeit zerrüttet. Durch den westfäl. Frie-densschluß kam sic an das Haus Brandenburg, huldigte jedoch diesem erst 1681 nach demTode ihres Administrators, des Herzogs August von Sachsen. In Folge des Siebenjäh-rigen Kriegs verarmte die Stadt ganz. Zm franz. Kriege wurde sie am 17. Oct. 1806 mitSturm genommen und hierauf zum Königreiche Westfalen geschlagen und erst nach derAuflösung desselben wieder mit Preußen vereinigt. In der Nähe von H. ist besonders dasDorf und Schloß Giebichcnstein (s. d.) zu bemerken. Vgl. Dreyhaupt, „Ausführliche jBeschreibung des Saalkreises" (2 Bde., Halle 1755, Fol.; im Auszuge von Stiebrih, 2Bdc., Halle 1771—73, 8.; fortgesetzt von Eckstein, Lief. 1—6, Halle >842—44, Fol.).
Halle oder Hallein, eine Stadt im östr. Herzogthum Salzburg, in der Nähe vonSalzburg an der Salzach, und am Fuße des salzreichen Dürrenbergs (s. d.), ist beson- ^ders des Salzwerks wegen berühmt. Die jährliche Salzproduckion beläuft sich auf 400000 !
Centner, die einen reinen Gewinn von Mill. Gulden liefert. Außer Soolbädern hat fl
H. noch eine große Stecknadelfabrik, welche jährlich über > 1000 Bünde liefert, und eineBaumwollenfabrik, welche mehr als 12000 Menschen beschäftigt. Ein Dörfchen amAbhange des Dürrenbergs, großentheils von Bergleuten bewohnt, hat als Merkwürdig- !keit eine ganz aus spiegelglattem rothem Marmor erbaute Kirche.
Halleluja, d. h. Lobet den Herrn! ein in den hebr. Psalmen häusig vorkommenderAusruf, wurde, weil man in demselben etwas Feierliches fand, in den Übersetzungen derBibel in die Landessprachen beibchalten. Der Gebrauch desselben beim Gottesdienstestammt aus den ersten Zeiten der christlichen Kirche. In der morgenländ. Kirche sang mandas Halleluja zu allen Zeiten; in der abendländ. ließ man es schon im 5. Jahrh. in derFastenzeit weg und stimmte es erst zu Ostern als einen Gesang der Freude wieder an. DieJuden nennenden 113. — l >7. Psalm das große Halleluja, weil in diesen Psalmen 'besondere Wohlthaten Gottes gegen das jüd. Volk gepriesen werden, und singen diesenLobgesang am Passah- und Lauberhüttenfeste. — Weil der Buchampfer oder Kuckucks-klee (oxslis scetosella) um Ostern zur Zeit, wo das Halleluja wieder gesungen wird, blüht, ^legt man ihm auch in manchen Gegenden Deutschlands den Namen Halleluja bei.
Haller (Albrecht von), einer der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit und berühmtals Anatom, Physiolog, Botaniker, Arzt und Dichter, wurde am 16. Oct. 1708 zu Bernin einer schweizer. Parricierfamilie geboren. Von seinen Altern und einem strengen Lehrer z
sorgfältig erzogen, entwickelte er frühzeitig neben seinen Talenten eine außerordentliche ,
Wißbegierde und einen eisernen Fleiß, obgleich ihm dabei seiner Kränklichkeit und Schüch-ternheit wegen von Seiten seiner Erzieher keine Anerkennung zu Thcil wurde. Nach demTode seines Vaters im 1.1721 besuchte er das Gymnasium zu Bern, welches er nach an-