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Predigt machte, durch die Thätigkeit und Einsicht dieses Mannes zu einer der ansehnlich-sten Handlungen Deutschlands sich emporgehoben hat. Mit ihr steht eine eigene Druckereiin Verbindung, aus welcher vorzüglich wissenschaftliche, ascciische und Schulbücher hervor-gegangen sind und fortdauernd hervorgehen.
Die nächste Veranlassung zu der von dem Könige von Preußen, Friedrich I., an derStelle der 1688 angelegten Ritterakademie gestifteten und 1694 eingeweihten Universitätzu H. gab die Auswanderung des Rechtsgelchrten Christ. Thomasius (s. d.) aus Leipzig,dem eine Menge von Studirendcn folgte. Durch den Umstand, daß Phil. Jak. Spencr(s. d.) und Veit Ludw. von Seckendorf(s. d.), des Thomasius Freunde, großen EinflußI auf die Berufung der ersten Professoren hatten, erhielt die neue Universität und nament-
I lich die theologische Facultät derselben sogleich einen sehr bestimmten Charakter. Man be-
rief nämlich fast ausschließend Theologen der sogenannten pietistischen Partei, wodurch dieUniversität nebst den gleichzeitig entstandenen Francke'schen Stiftungen ein Hauptsih diesertheologischen Partei wurde, welche bei allen ihren Einseitigkeiten und Sonderbarkeiteneinen wohlthätigen Einfluß auf das praktische Christcnthum gehabt hat. Diese Richtungblieb die herrschende, bis der berühmte Christ, von Wolfs (s. d.) die Gemüther der Stu-direnden für strengere mathematisch-philosophische Wissenschaften zu gewinnen wußte, undobgleich auf Veranstaltung der pietistischen Theologen eine Zeit lang aus den preuß.Staaten entfernt, dennoch zuletzt mit seiner ganzen Schule das Feld behauptete und mit-telbar einem Semler (s. d.) den Weg bahnte, der eine gelehrte historisch-philologisch-kri-tische Behandlung der gesammten Theologie einführte, welcher die Gegenwirkungen despreuß. Religionsedicts nicht schaden konnten. Theils durch reiche Unterstützung von Sei-ten des Königs, theils durch eine Reihe ausgezeichneter Lehrer war die Universität im An-fange des IS. Jahrh. auf den höchsten Gipfel.ihrer Blüte gelangt, als sie durch Napo-leon, nach der Schlacht von Jena, plötzlich aufgelöst und eins ihrer Mitglieder, der Ober-consistorialrath Niemeyer (s. d.), als Geisel nebst mehren andern nach Frankreich depor-tirt wurde. Zwar wurde sie nach dem tilsiter Frieden von der westfäl. Regierung wie-derhergestellt, nach der Auflösung der Universitäten zu Helmstedt und Rinteln mit acht-baren Mitgliedern bereichert und von dem damaligen Eeneraldirector des öffentlichen Un-. terrichts, Staatsrath von Leist, mit Sorgfalt und Einsicht verwaltet; allein die Zahl derStudirendcn hob sich nicht über 360—400. Im I- 1813 wurde sie zum zweiten Maleauf Befehl Napoleon'? aufgehoben und die Lehrer auf halbe Besoldung gesetzt mit derAussicht, auf andere westfäl. Universitäten verseht zu werden, wofern nicht policeiliche An-klagen gegen dieselben einliefen, als die leipziger Schlacht dem Schicksale der Universitäteine andere Wendung gab. Der König von Preußen entschied nicht allein für ihre Erhal-tung, sondern verband auch mit ihr durch Cabinetsordre vom 12. Apr. 1815 die Univer-^ sität zu Wittenberg (s. d.), welche sich in den Kriegsjahren von selbst aufgelöst hatteund deren Wiederherstellung an Ort und Stelle weder räthlich noch thunlich war. Die^ Vereinigung wurde in der Form bewerkstelligt, daß die noch übrigen sechs Wittenberger
! Professoren unter dem Namen Professoren der Wittenberger Stiftung in den Senat nach
! ihrer Anciennetät einrückten, die bedeutenden Fonds größtentheils zu Freitischen und Sti-
pendien verwendet und nach H. verlegt wurden, und die Universität den Namen Verei-I nigte Friedrich suniversität Halle-Wittenberg erhielt, indem auch Wittenberg
> einen Friedrich (Friedrich den Weisen) zu ihrem Stifter gehabt hatte. Seitdem hob sichdie Universität wieder mit schnellen Schritten, sodaß die Anzahl der Studirendcn im I.
! 1829 gegen 1300, darunter 944 Theologen, betrug, die aber jetzt zwischen 700 und 800
! schwankt. Wie die Universität zu H. von jeher vorzugsweise als Bildungsschule junger
! Theologen berühmt gewesen, so dürste auch noch jetzt die theologische Facultät derselben von
vorzüglicher Bedeutung sein. Unter den Professoren verdienen besonders hervorgehoben
> zu werden in der theologischen Facultät Wegschcider, Fritzsche, Thilo, Tholuck, Müller;in der juristischen Pernice, Keller, Göschen, Pfotenhauer, Dieck; in der medicinischen Kru-ckenberg, Friedländer, Blasius und Volkmann und in der philosophischen Gruber, Ver-lach, Erdmann, Schalter, Leo, Dunker, Bernhardy, Meier und Marchand. Es bestehendaselbst <in theologisches und pädagogisches Seminarium, jenes in mehren Abtheilunqen