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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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582
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582 Halle

Naumburg 1820 constituirten und 1823 hierher verlegten Thüring.-sachs. Vereins siirErforschung des vaterländischen Alterthums, der seit 1834Neue Mittheilungen aus demGebiete histor.-antiquarischer Forschungen" hcrausgibt, und einer Naturforschenden Ge-sellschaft. Unter den zahlreichen daselbst erscheinenden Zeitschriften, Zeitungen und andernBlättern erwähnen wir nur die'zuerst in Jena gegründete, seit 1804 nach H. verpflanzteAllgemeine Literaturzcitung". Mit Ausschluß der Studirenden und der Zöglinge derFrancke'schen Stiftungen hat die Stadt gegen 30000 E.z unter den Fabriken waren nebenden Salinen lange nur die Braunkohlcnwerke und die Stärkcnfabriken von größerer Be-deutung. Das dasige Salzwerk, eins der ältesten und ergiebigsten in Deutschland, wel-ches jährlich ungefähr 6300 Tonnen zu 4000 Pfd. weißes Salz liefert, ist theils Privat- ieigenthum einer Gesellschaft, welche die Pfännerschaft heißt, theils königlich. Jene hatzwei große Sicdehäuser in der Stadt; die königliche Saline aber liegt außerhalb dersel- iben. Die Arbeiter in den Salinen, dieHalloren, haben in Physiognomie^ Tracht und ,Gebräuchen manche Eigenthümlichkeiten und sind meist ausgezeichnete Schwimmer undTaucher. Gewöhnlich werden sie für Abkömmlinge der flaw. Ureinwohner gehalten; da-gegen hat man sie neuerdings als keltischer Abkunft nachzuweisen versucht. Vgl. Kefer-stein,Über die Halloren, als eine wahrscheinlich kclt. Colonie" (Halle 1843). Sie genie-ßen noch jetzt manche Vorrechte, hatten sonst ihre eigene, von der Stadt unabhängige Ge-richtsbarkeit und erhielten bei dem Negierungsantritt jedes Landesherrn ein Pferd, eineFahne und einen silbernen Becher. Das industrielle Leben hat sich in H. in neuerer Zeitbedeutend gehoben, besonders seitdem die Stadt zu einem Knotenpunkte für viele Eisen-bahnen geworden. So wurde l 843 an dem Punkte, wo die rheinische Eisenbahn in dieleipzig-magdeburger münden wird, eine bedeutende Maschinenfabrik errichtet, und da derHandel und Verkehr auch durch die Schiffahrt auf der Saale nach der Elbe, sowie durchmehre Chausseen und die neuerbaute Elisabethbrücke sehr begünstigt wird, so steht zu er-warten, daß sich die Stadt, deren Einwohnerzahl in den letzten zehn Jahren um 5000 ge- 'stiegen ist, auch in industrieller und mercantiler Hinsicht bald noch mehr heben werde. jDie Francke'schen Stiftungen (s. Francke) wurden vormals unter dem Namen desHalleschen Waisenhauses begriffen, weil Alles von einer Anstalt für älternlose Kinder aus-ging. Dieselben umfassen: 1) Das Waisenhaus für Kinder männlichen und weiblichem HGeschlechts, welches gegenwärtig 130 Zöglinge zählt. 2) Das königliche Pädagogium,eine Erziehungs- und Lehranstalt für junge Leute aus dem Adel und höher» Bürger-stände, welches 1606 gestiftet wurde und zur Zeit wieder 66 Zöglinge zählt. 3) Die la- j

teinische Schule, welche seit 1601 als eine gelehrte Bildungsanstalt für minder Begüterte i

besteht und eines bedeutenden Rufs genießt. Mit ihr wurden 1808 die beiden damals isehr herabgekommenen Stadtgymnasien, das lutherische und reformirte, unter dem Namender halleschen Hauptschule im Waisenhause vereinigt, welche sich in eine lat. und eineRealschule theilt, von denen die letztere in neuerer Zeit bedeutenden Reformen unterlag. ^Die mit ihr verbundene Pensionsanstalt zählt gegen 300 Zöglinge. 4) Die deutschen oderBürgerschulen, ursprünglich eine Knaben - und eine Mädchenschule im Bezirk des Waisen-hauses, mit welchen später zwei Nebenschulen in Glaucha vereinigt wurden. Nachher insWaisenhaus selbst verlegt, zerfallen dieselben gegenwärtig in die eigentliche Bürgerschule fürKnaben mit zwölf Claffen, für Mädchen mit acht Claffen, in die Knabenfreischule und dieMädchenfreischule, jede mit vier Claffen, und in die höhere Töchterschule mit sieben Claffen.Sämmtliche Schulanstalten sind zugleich Seminarien für angehende Lehrer. Als ein An-hang der Francke'schen Stiftungen ist noch zu betrachten 5) die Canstein'sche Bibelanstalt(s. C a n st e i n) und die hallesche ostind. Mission, welche für angehende Missionare sorgt und einKapitalvermögen von ungefähr 50000 Thlrn. besitzt. Zu dem Waisenhause gehören, nächsteinem unbedeutenden Naturalien- und Kunstcabinet, eine große Bibliothek in einem eige-nen Gebäude. Die Erhaltungsqurllen dieser vielumfassenden Stiftungen bilden 1) einigeGüter und liegende Gründe, das Schul- und Pensionsgeld, der jährliche königliche Zu-schuß, die früher sehr bedeutenden Legate dankbarer Schüler und die milden Gaben AniRrer, !2) die Apotheke, 3) die Medicamenten-Expedition und 4) die Buchhandlung, welche von !'

einem sehr geringen Anfang, den ein Candidat EhlerS mit dem Druck einer Francke'schen i