Hallam Halle 581
Hallam (Henry), ein engl. Geschichtschreiber der neuern Zeit, der durch gründlichesForschen und scharfe Auffassung sich ebenso vortheilhast auszcichnct wie durch scineparteiloseDarstellung und seinen classischen Stil. Außer mehren kleinern Schriften geben hiervonnamhaftes Zcugniß „Ille state «sL»ro;»e <I»rmg tiieinistüle-s^o«" (2Bde.,Lond. >818;deutsch von Halem-Jlksen, Lpz. I 820), ,,'l'i>e coiistitutioilal llistnr^ ok Ln^Iuixi sromtlie accession okUenr)'VIl totke «leatli ns 6eorFe ll" (3 Bde., 3.Aufl., Lond. I 832)und,,ii>trnlluction to tlle iiterature ok Lurupo in tke I 5, I6snll>7 c6nturies"(Lond. > 837).
Hallberg-Broich.(Theodor Hubert, Freiherr von), verabschiedeterbair. General,bekannt als rüstiger Reisender und Rcisebeschreiber, besaß und besitzt zum Thcil noch Gü-^ tcr bei Freksingen, von deren einem er sich den Eremit von Gauting nennt. In seinemÄußern bildet er, zumal in seinem hohen Alter, eine ganz originelle Erscheinung, indem erein ganz cigenthümliches von ihm erfundenes Costüm und einen langen Bart trägt. Nichtminder cigenthümlich, oft durch natürlichen Instinkt sehr treffend, oft durch Originalitäts-sucht verzerrt, sind die Ansichten, welche er, häufig in übcrderber Ausdrucksweise, in seinenReiseschriften niedergelegt hat. In jüngster Zeit machte er sich noch durch eine Reise bc-i kannt, die er trotz seiner hohen Jahre ohne Begleitung nach dem Oriente unternahm. Das
i abenteuerliche Reisen scheint ihm zu einem unabweislichen Bedürfniß geworden zu sein,
und so bildet er, sowol in persönlicher Hinsicht wie als Stilist, das gerade Gcgcnthcil von> den eleganten Touristen, als deren Prototyp der Fürst Pückler Muskau erscheint. Vonseinen Schriften sind zu nennen: „Reise durch Skandinavien im Z. 1817" (Köln 1818),„Rciseepistel durch den Jsarkreis" (Augsb. 1825), „Stammbuch der eisernen Hand desGoß von Berlichingen" (Münch. 1828), „Die Armcncolonie" (Münch. 1829), „Reisedurch Jtalicn",(Augsb. 1839), „Till Eulcnspiegel's Geniestreiche in Knittelversen" (Krc-selb 1839), „Über den Nhein-Donaukanal und den alten Handlungswcg nach Indien"(Augsb. 1831), „Zur Geschichte der Sitten, Gebräuche und Moden" (Aachen >832),
' „Reise nach dem Orient" (2 Bde., Stuttg. > 839), „Reise durch England" (Stuttg. >831).
, Halle, zur Unterscheidung von andern gleichnamigen Orten Halle in Sachsen, im
Magdeburgischen oder an der Saale genannt, hat seinen Namen von dem Salzwerke wiemehre Salzorte, d. h. von den Hallen der Magazine, nicht von dem griech. ä/.c. Es isteine Jmmcdiatstadt im Regierungsbezirk Merseburg der preuß. Provinz Sachsen, amrechten Ufer der Saale, winkelig und schlecht gebaut, unreinlich und überhaupt, was dasÄußere betrifft, nicht angenehm, aber berühmt vorzüglich wegen seiner Salzwcrke, derFrancke'schen Stiftungen und als Sitz der Friedrichsuniversität. Sie besteht aus dreiStädten, der eigentlichen Stadt H., mit fünf Vorstädten, und den beiden vormaligen Amts-städten Glaucha und Neumarkt. Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich besondersaus die Marienkirche, im gothischen Stil, um die Mitte des 19. Jahrh. vom Erzbischof! Albrecht von Mainz erbaut, der damals in H. residirte; sie hat vier Thürme; auch gehört
! zu ihr der auf dem Markte freistehende, früher zu der abgetragenen Eertrudcnkirche gchö-
! rige sogenannte rothc Thurm; ferner die Ulrichskirche, erbaut 1339; die schon im 12.Jahrh. erbaute Moritzkirche, die 1520—23 erbaute Domkirche, das Rathhaus, dasWage-gcbäude, welches jetzt der städtischen Bürgerschule eingeräumt ist, und an welchem sonstauch das steinerne Rolandsbild stand, welches gegenwärtig an einem der gegenüberliegen-den Häuser angebracht ist; das Gebäude der Universitätsbibliothek, die im 1.1199 erbauteMoritzburg, früher häufig die Residenz der Erzbischöfe von Magdeburg, welche im Drei-ßigjährigen Krieg zur Ruine wurde; die Freimaurerloge, die Gebäude der Francke'schenStiftungen mit der im I. 1829 aufgerichketen, in Er; gegossenen Statue des Gründers;das Hospital und Krankenhaus, das Universitätsgcbäudc, an der Stelle der zur Zeit derwcstfäl. Regierung in ein Theater umgewandelten alten Universitätskirche; das Oberposi-amt und die seit 1811 vollendeten Gebäude der für 389 männliche Verbrecher eingerichte-ten Strafanstalt. Außer dem Hospital sind unter wohlthätigen Instituten zu erwähneneine Blinden- und eine Taubstummenanstalt, zwei Kinderbewahranstalten und die unweitder Stadt errichtete, zur Zeit auf 299 Geisteskranke berechnete Provinzial-Zrrenanstalt;. ferner das adelige Fräulcinstift, der Frauenvcrein, die Sparkasse und mehre Leichcnkassen.In H. ist der Sitz des königlichen Oberbergamts für Sachsen und Thüringen, des in