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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Haine

Haiti

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«Köttingen der 1772 zusaw.mengctrctene Verein junger Dichter, der, das franz. Wesenverachtend, an altern deutschen und engl. Poesien seine lyrische Muse kräftigte. Ihm ge-hörte namentlich Boje (s.d.), Bürger (s.d.), HLlty(s.d.), I. M. Müller (s. d.),die Grafen Christian und Friedr. von Stolberg (s.d.), Boß (s.d.), Leisewitz (s. d.)u. A. und gcwiffermassen auch Göckingk (s. d.) an, und sein Organ war der göttingerMusenalmanach (s. d.). Bgl. Pruß,Der Göttinger Dichterbund" (Lpz. 1841).

Haine als den Aufenthaltsort der Götter zu betrachten, ist eine im Orient wie imOccident gleichmäßig und sehr frühzeitig hervortretcnde Ansicht. Die berühmtesten heili-gen Haine in Griechenland waren der der Altis zu Olympia, der Hain der Eumeniden beiKolonos in Attika und der der Artemis zu Ephesus; in Italien war der der Egcria beiAricia berühmt. Auch in der nordischen Mythologie (s. Asenlehre), wie in der Deut-schen Mythologie (s.d.) spielen die heiligen Haine, deren mehre ausdrücklich bei Taci-tus aufgeführt werden, eine bedeutende Nolle und namentlich bilden sie einen wesentlichenBestandtheil des Druidendienstes bei den Kelten.

Haiti, der Größe nach die zweite unter den großen Antillen Westindiens, zwischen17° 45^ und 20» nördl. Br. und zwischen 50° 45^ und 56° 53^ westl. L., hat nebst den klei-nern dazu gehörigen Inseln Tortuga, Lavache, Samana,Saone, Gonava und denVeaten-mseln 1385 lüM. Flächeninhalt. Die Insel ist sehr gebirgig; eine Bergkette, die Cibao-gebirge, durchzieht sie von Osten nach Westen, erhebt sich in derMitte derselben bis auf 6000F., entsendet von hier, wo sich ihr Knotenpunkt befindet, verschiedene Ausläufer, die sichbis ans Meer erstrecken und viele Vorgebirge und Baien bilden, und fallt schroffer nachNorden, sanfter nach Süden ab, wo sie, besonders in Südostcn, in große Savannen über-geht. Dieses Gebirge, das fast überall schön bewaldet ist, gibt vielen Flüssen den Ursprung,welche die Insel wohl bewässern; die bedeutendsten sind die Nciba, Auna, der Aaqui undArlibonito. Das Klima ist ganz tropisch, kühler in den höhern Gegenden, heißer in denKüstenstrichen und den Ebenen, doch auch hier durch die Seewinde gemäßigt und im Gan-zen gesunder als auf den meisten übrigen Antillen. Zuweilen wird die Insel durch Orkaneund Erdbeben heimgesucht. Ihre Vegetation ist die üppigste der Tropenländcr und in Folgedavon ihr Neichthum an allen westind. Naturerzeugnissen im Thierreich wie im Pflanzen-reich außerordentlich; besonders ist sie ergiebig an tropischen Colonialwaarcn, edeln Höl-zern, Fischen, Rindern und Pferden. Die Berge sind reich an edeln Steinarten, Salz undMetallen aller Art, werden aber jetzt so gut wie gar nicht ausgcbeutet; nur aus den Flüssenwird noch Goldstaub ausgewaschen. Die Zahl der Einwohner beläuft sich aufO800000,die sich zur katholischen Kirche bekennen und theils spanisch theils französisch sprechen,oon denen die größere Hälfte aus Negern (s. d.), die kleinere aus Mulatten (s. d.) be-steht, außer denen sich nur noch etwa 20000 Weiße, meist Franzosen, auf der Insel auf-halten. Neger wie Mulatten haben die Hoffnungen, die man, wenn sie frei, von ihnengehegt, keineswegs gerechtfertigt; sie sind physisch und geistig von einer fast unbezwingli-chen Trägheit, finden ihr einziges Vergnügen am thicrischen sinnlichen Genuß, haben eherRückschritte als Fortschritte in der Civilisation gemacht und bewahren im Ganzen noch.völ-lig ihre alte Natur. In Folge davon haben der Anbau der Insel und damit auch der Han-del und die übrigen Gewerbszweige seit der Vertreibung der Weißen außerordentlich abge-nommen und viele früher sehr blühende Strecken sind jetzt verödet. Die Zuckerausfuhr hatfast ganz aufgchört, die des Kaffees um mehr als die Hälfte sich vermindert und nur die desMahagonyholzes zugenommcn. Über die Zustände des Staats in Betreff seiner Finanzen,seiner Staatsverwaltung, seiner Kriegsmacht, seines Handels u. s. w. lassen sich bei dervölligen Zerrüttung, in die alle öffentlichen und auch diePrivatverhältnisse durchdie jüngsteRevolution gebracht worden sind, keine, auch nur einigermaßen zuverlässigen Angaben ma-chen. Nur so viel weiß man, daß in Folge der neuen Umwälzung die Insel in sechs Bezirkeeingetheilt ist, den südlichen, westlichen, artibonischen, nördlichen, den von Cibao und denvon Ozama. Die Hauptstadt der Insel ist Port-Nepublicain, sonst Port-au-Pri n c e, mit 1520000 E., einem vortrefflichen Hafen, mehren Schulen und höhern Un-terrichtsanstalten, der Sitz der Negierung und des Präsidenten und der Mittelpunkt des Han-dels der Insel. Von den übrigen Städten sind zu erwähnen Cap-Haitien, sonst Cap-