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568 Haimo Hainbund
die getrocknet vielfache technische Anwendung findet, leben nur im Meere und sind durchGefräßigkeit, wie durch außerordentlich schnelles und ausdauerndes Schwimmen ebenso be-rüchtigt als gefährlich. Die größten Arten bewohnen die tropischen Meere; unter ihnenist zumal der sogenannte Menschenfresser furchtbar, der auch im Mittelmeerc vereinzelt an-getroffen wird. Seeleute machen aus angestammtem Hasse Jagd auf diese Tiger desÖccans. Die großen Haifische haben ein übelriechendes und ungenießbares Fleisch, indesliefern sie einen guten Thran. Sägefische, Hammerfische und Mecrengel>gehören in dieseGruppe, über welche in den letzten Jahren Joh. Müller und Hcnle eine vortreffliche Mo-nographie bekannt gemacht haben.
Haimo, s. Haymo.
Haimonskinder, die vier Söhne Haimon's oder Aymon's, Herzogs vonDordognc,mit Namen Adclhart, Nitsart, Writsart und Reinald von Montalban (Alard, Richard,Euichard und Ncgnault de Montauban), find, vornehmlich der Letztere, die Hauptheldcneiner der schönsten Sagen des karolingischen Sagenkreises, welche ihre Kämpfe mit ihremLehnsherrn, Karl dem Großen, zum Gegenstände hat, und, wie es scheint, Frankreich ur-svrünglich angchört. Als erster bekannter dichterischer Bearbeiter derselben wird Huon deVillcncuve genannt, dessen Gedicht „kegnault cke ülantaubsn" um das 1.1200 fallt.Eine andere altfranz. Bearbeitung hat Jmm. Bekker in der Einleitung zu seiner Ausgabedes provcnzalischcn „Ficrabras" (Berl. > 829) bekannt gemacht. Wie andere epische Ge-dichte, wurde auch das von den Haimonskindern in Prosa aufgelöst und zum Volksküche,das zuerst in Lyon 1-193 gedruckt erschien. Eine deutsche Übersetzung dieses franz. Buchserschien im I. >535 zu Simmern; das gangbare deutsche Volksbuch aber, „Schöne Histo-rie von den vier Haymonskindern sammt ihrem Roß Bayart u. s. w.", über welches Görres„Die deutschen Volksbücher" (Hcidelb. 1807) ausführlich spricht und das Tieck in „Pet.Lebrccht's Volksmärchen" (Bd. 2) bearbeitet hat, scheint nicht aus dem Französischen, son-dern aus dem Niederländischen hervorgcgangen zu sein und stimmt mehr mit dem auchnoch gangbaren niedcrländ. Volksbuche von den vier Hemskindern (Antw. 1619) über-ein, wie denn auch das altdeutsche Gedicht „Reinald von Montalban" aus dem Niederlän-dischen im IS. Jahrh. übertragen ist. Eine engl. Bearbeitung erschien in London 1551,eine span. 1536 u. öfter.
Hainan, eine chines., unter dem Namen Khiug-tscheu zur Provinz Kanton gehörigeInsel von 80—90 M. Umfang, im Chinesischen Meere südwestlich, von Kanton gelegenund nur durch die zwei M. breite Meerenge gleiches Namens vom Lande getrennt, ist imInnern gebirgig und waldig, an den Küsten eben und wohl angebaut, dabei sehr fruchtbarund reich an allen Naturcrzcugnissen jenes Erdstrichs, insbesondere an Reis, Zucker, Ta-back, Indigo, Rosen- und Ebenholz, Drachenblutbäumen, Affen verschiedener Arten, Ba-birussas, Salz und Perlen. Die Insel wird im Innern von unabhängigen, »och wildenUreinwohnern, an den Küsten aber von Chinesen, die eine zahlreiche Bevölkerung bilden,bewohnt. Der Haupkort ist die nach chines. Art befestigte Stadt Husch-e-ong, am Einflüssedes Limu-kiang in die Meerenge von Hainan, mit einer Bevölkerung, die auf 20000VSeelen angegeben wird.
Hainau, ein Städtchen mit 2800 E. im Regierungsbezirke Liegnitz der preuß. Pro-vinz Schlesien an der Deichsel, ist durch das Gefecht zwischen den Preußen und Franzosenam 26. Mai 1813 merkwürdig geworden. Bei dem Rückzuge der preuß.-russ. Armeenach der Schlacht bei Bautzen hatte nämlich der Feldmarschall Blücher unter dem Ober-sten von Dolfs einen Versteck von 20 Schwadronen und zwei Batterien Reitender Artil-lerie unfern Schellcndorf in ein durch Gesträuch gedecktes Wäldchen gelegt. Als am ge-nannten Lage die franz. Division Maison von H. herauskam, wurde sie von Dolfs um-gangen und so schnell angegriffen, daß sie nicht einmal Zeit gewinnen konnte, Quarreeszu formircn. Acht franz. Bataillons wurden zum Theil niedergrhauen, zum Theil zer-streut, 100 M. gefangen genommen und 18 Kanonen erbeutet, von denen aber nur elf, daes an angeschirrten Pferden fehlte, fortgebracht werden konnten. Zum Andenken an die-seS Gefecht wurde in der Nähe von H. ein Denkmal errichtet.
Hainbund oder Göttinger Dichterverein nannte sich nach dem Hainberge bei