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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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565
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Hahn-Hahn 565

der Realschule Theil nahm und seine ,,^gen<Is sckolsstics, oder Vorschläge, Lehrartenund Vorthelle für Schulen" (10 Hefte, 175052) schrieb. Seine guten Lehrgaben er-warben ihm so große Achtung, daß er sogar zum Unterrichte des damals fünfjährigenPrinzen, nachhcrigen Königs Friedrich Wilhelm's II-, herangezogen wurde. Im I. l753erbielt er die Inspektion der Realschule und wurde zugleich Gehülse Hecker's als Pfarreran der Dreifaltigkeitskirche. Durch die von ihm erfundene Literal- oder tabellarische Me-thode, die er in einer eigenen Schrift (1777) beschrieb, erlangte er großen Ruf. Sie be-stand darin, die zu erlernenden Kenntnisse zur Erzielung leichterer Übersicht und Behalt-barkeit in tabellarischer Form darzustellen und durch Vorsehung der Anfangsbuchstabenrecht bemerkbar zu machen, und wurde von Felbiger in die östr. Normalschulen eingeführt;doch fand sie bald viel Gegner, die sie als geistlos und ermüdend verwarfen und gegenwär-tig ist sie mit Recht vergessen. Im Z. >759 wurde H. Eeneralsuperintendent, Jnspectorund erster Domprediger in Stendal und 1702 Consistorialrath, Eeneralsuperintendentdes Herzogthums Magdeburg, Abt und Direktor des Stifts und Klosters Bergen. Inder letzter» Amtseigenschaft erfüllte er aber die von ihm gehegten Erwartungen so wenigund die berühmte Schule kam wegen seiner Härte und empörenden Despotie so in Verfall,daß er nach eingeleiteter commissarischer Untersuchung >771 von der Direktion der Schuleentfernt wurde. Noch in demselben Jahre wurde er indeß als Eeneralsuperintendent, Con-sistorial- und Kirchenrath, wie auch Direktor des Gymnasiums und Prediger an derSchloßkirche nach Aurich in Ostfriesland berufen, wo er sich durch ein vorsichtigeres undmilderes Benehmen, wie durch AmtStreue allgemeine Achtung erwarb und am 4. Juni1789 starb. Ohne ein großer Gelehrter zu sein, besaß H. doch bedeutendes Talent. Seinetheologischen Schriften haben wenig Werth.

Hahn-Hahn (Jda Marie Luise Sophie Friederike Gustave, Gräfin von), Tochterdes Grafen Karl Friedrich von H., von der Linie Hahn-Neuhaus, geb. 17 82, der sichdurch seine verschwenderische fast abenteuerliche Neigung für Theaterunternehmungcn be-kannt gemacht hat, ist am 22. Juni >805 zu Tressow im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin geboren. Da ihr Vater 1813- i 5 in Mecklenburg. Diensten die Feldzüge mit-machte, auch später als Führer einer Schauspielertruppe meist von seinen Gütern abwe-send war und durch seine Lieblingsneigung seine Vermögensumstände so zerrüttet hatte,daß seine Güter einem Sequester überlassen werden mußten, so fehlte schon ihrer Kindheitein eigentlicher Mittelpunkt und das versöhnende Element des unmittelbaren väterlichenEinflusses. Mit ihrer Mutter lebte sie inRostock, dann in Neubrandenburg und seit 1821in Greifswald, wo sie sich 1826 mit dem reichbegüterten Grafen Friedr. Wilh. Adolf vonHahn-Hahn, von der altern Linie Hahn oder Hahn-Basedow, vermählte. Diese Ehewurde jedoch bereits 1829 gelöst, worauf ihr geschiedener Gemahl ein neues Ehebündnißmit der Gräfin Agnes von Schlippenbach einging, die Gräfin Jda dagegen in nähern undweitern Reiseausflügen und in der Poesie Trost suchte und fand. Sie besuchte 1835 dieSchweiz, 1836 und 1837 Wien, 183839 Italien, 184041 Italien, Spanien undFrankreich, 1842 Schweden und zuletzt Syrien und den Orient. Die Operation einesAugenübels, an dem sie litt, brachte sie mit ihrem Operateur Dieffenbach in einen Kriegöffentlicher Erklärungen. Ihre deutschen Nuhestationen nahm sie abwechselnd in Berlinund Dresden. Ihr schönes, wenn auch etwas unruhiges und kritisch nicht gehörig durch-gebildctes Talent bewährte sie anfangs besonders im Lyrischen, wovon ihreGedichte"(Lpz. >835),Neue Gedichte" (Lpz. 1836),Venetianische Nächte" (Lpz. 1836) undLieder und Gedichte" (Bcrl. 1837) rühmliches Zeugniß ablegen. Später wendete sie sichmit der Ausdauer einer auf engem Terrain vollkommener sichern Produktivität dem soge-nannt socialen Romane zu, womit sie in der exclusiven Gesellschaft großes Glück machte.Rasch folgten sichAus der Gesellschaft" (Berl. 1838);Der Rechte" (Berl. 1839),Gräfin Faustine" (Berl. 1841; 2. Aufl., 1843),Ulrich" (2 Bde., Berl. 1841),Si-gismund Förster" (Berl. 1841) und eine Fortsetzung des letzternRomansCecil" (2Bde.,Berl. 1844). Gegenwärtig veranstaltet sie eine Gesammtausgabe dieser Romane unterdem TitelAus der Gesellschaft." Ihre Romanschöpfungen sind weniger Darstellungendes alle Stände verknüpfenden Allgemeinmenschlichen, vielmehr im eigentlichsten Sinne