Hagenbach
Hager (Jos.)
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cungen glücklich übcrstand, bis nach derEinnahme durch die Kaiserlichen, im Z. 1675, ihreFestungswerke geschleift wurden. Die von H. bis Drusenhcim reichenden verschanzten Li-nien, die aber jetzt spurlos verschwunden sind, wurden 1705 von dem Prinzen Ludwig vonBaden eingenommen, aber schon im folgenden Jahre von Marschall Villars wicdcrcrobcrt.
Hagenbach (KarlNud.), ordentlicher Professor der Theologie in Basel, ein nament-lich um historische Theologie verdienter Gelehrter, wurde am-1. Mai >801 zu Basel ge-boren. Nachdem er hier die ersteJugendbildung erhalten hatte, besuchte er die Universitätenzu Bonn und Berlin, wo er sich mit der Schleiermacher'schcn Richtung befreundete. Im I.1 823 nach Basel zurückgekehrt, habilitirte er sich bei der neuorganisirtenHochschule und fandhier im Umgänge mit De Wette manche Anregung zur Durchbildung seiner dogmatischenAnsichten. Bald zum außerordentlichen, 1828 zum ordentlichen Professor und >830 zumDoctor der Theologie ernannt, zeichnete er sich durch seine Lehrgabe sowol als durch schrift-stellerische Leistungen aus. In letzterer Beziehung erinnern wir an seine „Encyklopädie undMethodologie der theologischen Wissenschaften" (Lpz. 1833) und an seine „Predigten"(3 Bde., Bas. 1830—36). Den meisten Anklang fanden jedoch seine kirchengcschichtlichrnArbeiten. Wurde schon die „Tabellarische Übersicht der Dogmengcschichte" (Bas. 1828)wegen ihrer großen Anschaulichkeit gerühmt, so erhielten die zunächst vor einem größer»Publicum gehaltenen, später gedruckten „Vorlesungen über Wesen und Geschichte der Re-formation" (6 Bde., Lpz. 1834—43) wegen ihrer klaren und anziehenden Darstellungallgemeinen Beifall. Das neueste größere Werk H.'s ist sein „Lehrbuch der Dogmcngc-schichte" (2 Bde. in 3 Abth., Lpz. 1840—41). Für sein poetisches Talent zeugt unterAnderm auch die Sammlung von Gedichten „Luther und seine Zeit" (Fraucnfeld 1838).
Hager (Joh. Georg), ein bekannter Schulmann, geb. am 24. Mär; 1700 zu Ober-kotzau in Baiern, gest. am 17. Aug. 1777 zu Öderan in Sachsen, wurde, nachdem erzu Leipzig studirt und Vorlesungen gehalten hatte, 1741 Rector des Lyccums zu Chem-nitz und trug zur Belebung des damals ganz vernachlässigten geographischen Unterrichtsdurch seinen zu jener Zeit sehr brauchbaren und geschätzten „Geographischen Bücher-saal" (3 Bde-, Chcmn. 1764 — 78) wesentlich bei, während er durch die bekannte Ausgabeder homerischen Gesänge, besonders der „Odyssee", mit einer wortgetreuen lat. Übersetzung(2 Bde., 4. Aufl., Chemn. 1819), welche später auf den Gelehrtcuschulcn als Eselsbrückeverpönt war, seinen Namen bei der Nachwelt gewissermaßen in Verruf gebracht hat.
Hager (Jos.), ein Orientalist von sehr vielen, aber nicht gründlichen Kenntnissen,geb- am 30. Apr. 1757 zu Mailand, studirte zu Wien und trat darauf in die Congrcgationder Propaganda zu Nom, wo er sich mit den oriental, und neuern europ. Sprachen be-schäftigte. In Sicilien entdeckte er den literarischen Betrug Vella's (s. d.). In Berlin,wo er sich im 1. 1800 aufhielt, fing er an, sich mit dem Chinesischen zu beschäftigen. Dannging er nach England, wo er zwei werthlose Abhandlungen über die neuentdcckten babylon.Inschriften und über die chines. Charaktere herausgab. Ohne alle Kcnntniß der Sprachewagte er es, ein chines. Wörterbuch zu unternehmen. Da die pariser Bibliothek reich anVorarbeiten zu einem solchen Unternehmen ist, so berief ihn 1 802 die franz. Negierungnach Paris, ertheilte ihm einen Jahrgehalt von 6000 Francs und beauftragte ihn, aus denvorhandenen und seinen eigenen Materialien ein Wörterbuch der chines. Sprache auszu-arbeiten. H. gab nun außer dem Prospectus zu jenem Wörterbuch mehre Schriften überchines. Sitten und Alterthümer heraus, §. B. „Zäonument cle V,i" (Par. 1802), „Uuntäoncbinois" (Par. 1806), „Description <les meclailles cbinoises clu cabinet imperi.il <IsLrance" (Par. 1805); allein alle diese Werke zeigten seine Unkenntniß des Chinesischen,und da eine Untersuchung seiner Vorarbeiten für das Wörterbuch den Erwartungen nichtentsprach, erhielt er seine Entlassung. Hierauf wurde er 1806 Professor der deutschenSprache in Oxford und 1809 der oriental. Sprachen zu Pavia, nach Aufhebung dieserUniversität aber als Conservatore bei der großen Bibliothek zu Mailand angcstcllt. Erstarb zu Pavia im 1.1819. Noch sind folgende seiner Schriften zu erwähnen „lälementsuk tbe cbiaese language" (Lond. 1806), „Nemoria suIIa bussols orientale" (Pavia1810, Fol.), worin er die Erfindung des Compasses den Chinesen beilegt, „IllustrarionoCsnv.-Lex. Neunte Aufl. VI. 36