> Hafis Hagedorn 557
ist über 14 lüM. groß und ergießt sich bei Pillau in die Ostsee. In das Kurische H aff,welches 28 OM. groß ist und bei Memel mit der Ostsee in Verbindung steht, fallen die Me-mel oder der Niemen in zwei Armen, Ruß und Gilge, und die Deine. Schmale, sandigeLandzungen, Nehrungen genannt, trennen die beiden letzten Haffe von der See, währenddas Stettiner Haff durch die Inseln Usedom und Wollin begrenzt wird; alle haben süßesWasser und geringe Tiefe, wodurch die Schiffahrt in ihnen sehr behindert wird.
Hafis (Scheins eddin Mohammed), einer der berühmtesten und anmuthigsten Dich-ter Persiens, geb. zu Anfänge des >4. Jahrh. zu Schiras, widmete sich der Theologie undRechtskunde, welche Wissenschaften bei den Mohammedanern eng verbunden sind, undj lebte dann als Derwisch in freiwilliger Armuth zu Schiräs unter der Dynastie der Mo-safferiden, deren Lobredner er auch war. Vergebens lud ihn der Sultan Achmed ilschänil ein, an seinem Hofe zu Bagdad zu leben. Als 1388 der Eroberer Timür nach Schiräskam, behandelte er H. mit großer Aufmerksamkeit, der aber im Jahre darauf starb. Erstnach seinem Tode wurden seine Oden und Elegien in einen „Divan" gesammelt, welcher! zu Kalkutta (I "91, Fol. und 1828, 8.), Konstantinopel (1849,4.) und in Kairo mit dentürk. Scholien des Suudi (3 Bde., 1834) vollständig in der Ursprache gedruckt und vonHammer ins Deutsche überseht wurde (2 Bde., Tüb. 1812—15). Seinen lyrischen Ge-dichten, in denen er mit Anmuth und Feuer, aber auch nicht selten mit kühner Ausgelaffen-^ heit Wein, Liebe und Genuß besingt, liegt oft ein mystischer Sinn zum Grunde, den Feri-dun, Sururi, Suudi u. A. zu erörtern sich bemüht haben. Sein Grabmal bei Schiras, wird noch gegenwärtig häufig von frommen Moslemin besucht.
! Hagar, d. i. Flüchtige, hieß die ägypt. Magd Abrahanrs, welche demselben seinenältesten Sohn Jsmael gebar. Mit diesem, als er erwachsen war, durch Sara, die recht-
> mäßige Gattin Abraham's, vertrieben, wanderte sie nach dem Süden von Palästina, wo! derselbe der Stammvater vieler arab. Stämme wurde. Im Neuen Testamente deutets Paulus den Namen der H. allegorisch aus und versteht darunter die Mosaische Gesetzge-bung. Viele Fabeln über H. finden sich unter den Mohammedanern, die sie als die Stamm-
! mutter der ismaelitischen Araber verehren und häufig nach ihrem angeblichen Grabe zu1 Mekka wandern.
i Hage (Johannes), dän. Journalist, geb. 1 890 in Stege, hatte eine gründliche Schul'und Universitätsbildung genossen und war seit 1827 als Lehrer an der Schule in Roes-! kilde angestellt. Der große Umfang seiner Kenntnisse machte ihn neben seiner patriotischen' Begeisterung und populairen Beredtsamkeit zur journalistischen Wirksamkeit, zu welcher^ ihn ein innerer Trieb drängte, besonders geeignet. Als daher nach 1839 die dän. Journa-! listik einen Hähern Aufschwung zu nehmen versprach, wendete er sich mit Liebe dieser Schrift-! stellerei zu und nahm vorzüglich an der von Ehr. G. Nath. David (s. d.) redigirten Zcit-- schrift „Fädrelandet" als Mitarbeiter Theil. In derselben trat er als entschiedener undl kräftiger Opponent der Regierung auf; doch ließ er seinen politischen Gegnern gern Gerech-tigkeit widerfahren. Als David im Herbste 1835 eine längere Reise ins Ausland antrat,i übernahm H. die Nedactio» des „Fädrelandet" und gerieth sehr bald in Verwickelungenmit den Preßaufsichtsbehörven. Wegen eines Artikels, „Übersicht der Geschichte Europasim I. 1835" im „Fädrelandet", dessen zweite Hälfte die Censur unterdrückte, wurde er in. Anklagestand versetzt, bei der ersten Instanz, dem Hof- und Stadtgericht, zwar freigcspro-chen, beim Höchsten Gericht aber 1837 in eine Geldstrafe von 299 Rthlr. vcrurtheilt.Zunächst auf diese Veranlassung hin trat später eine Milderung der Schärfe des Preßge-setzes, welches über jeden einmal verurtheilten Schriftsteller lebenslängliche Censur ver-fügte, insoweit ein, daß für geringere Preßvergehen nur eine temporaire Censur stattfindensollte. H. starb bald darauf, am >5. Sept. 1837, den Nachruhm eines der muthigstenKämpfer für die freie Presse hinterlassend. Unter seinen kleinern Schriften weist die deutsch, geschriebene „Brvndsted und Villoison" (1829) die gegen den Erstem in „Hermes" (Bd.1 22 ) ungerechterweise erhobene Beschuldigung des Plagiats mit großer Entschiedenheit ab,Hagkdorn (Friedr. von), deutscher Dichter, geb. am 23. Apr. 1 798 zu Hamburg,machte sich auf dem dasigen Gymnasium nächst den alten Classikern auch mit der Literaturder Ausländer bekannt und studirte seit 1726 in Jena die Rechte. Jm J. 1729 gab er