Hackfrüchte -Hadamar 553
! Prospectmalerei durch ihn auf einen hohen Grad der Vollkommenheit gebracht. AuflEr-findung haben seine Werke allerdings keinen Anspruch; dagegen war er Meister in Nach-bildung der Gestalt und der Verhältnisse der Gegenstände, sowie in Andeutung des Charak-ters der verschiedenen in einem Gemälde befindlichen Gegenstände durch Gestalt und Um-l risse. In späterer Zeit vernachlässigte er sich, und Vieles, was man aus seiner letzten Zeitzu Neapel und Portici sieht, ist des früher erworbenen glänzenden Rufs nicht würdig.Über das Restauriren älterer Gemälde handelt sein Sendschreiben an Hamilton ,,8»II' »soI (lellu veiiiice nellu ^ittuiu" (I 788; deutsch von Riedel, Dresd. 1801, 4.). Vgl. Görhc,, „Phil. H.; biographische Skizze, meist nach dessen eigenen Aufsätzen entworfen" (Tüb.
> 1811). — Der Ruhm seiner ebenfalls als Künstler ausgezeichneten Brüder wurde durch
I den scinigen verdunkelt; KarlLudw. H., Landschaftsmaler in Öl und Gouache, endete, durch Selbstmord zu Lausanne im Z. 180»; Joh. Gottlieb H., ebenfalls Landschafts-maler, geb. 1744, starb >770 zu Bath in England; Wilh. H., Historien- und Portrait-maler, geb. >748, starb >780 als Zeichnenlehrer an der Akademie zu Petersburg, undGeorg Abraham H., Kupferstecher und Kunsthändler, geb. 1755, starb 1805zuFlorenz-Hackfrüchte nennt man in der Landwirthschaft alle die Gewächse, wie Kartoffeln,Kohl, Rüben, Krapp, Mais, Bohnen, auch wol Raps u. s. w-, welche in Reihen angebautund während ihres Wachsthums in den leeren Zwischenräumen ein- oder mehre Male be-arbeitet werden, theils um das Unkraut zu entfernen, theils um das Erdreich aufzulockern,theils um dasselbe an die Pflanzen hinanzustreichen. Früher wurde die Bearbeitung derHackfrüchte blos durch Menschenhände mit verschiedenartig geformten Handhacken verrich-tet; in neuerer Zeit aber, wo sich der Anbau dieser Früchte sehr vermehrt hat, gebrauchtman dazu, wenigstens bei dem Ackerbau im Großen, verschiedenartig eingerichtete Acker-werkzeuge, wie Pferdcschaufeln, Pferdehacke», Häufelpflüge, Furcheneggen u. s. w., dievon Zugthieren fortbewegt werden.
1 -Häcksel nennt man kleingeschnittenes Stroh, Heu, Grünfutter u. s. w., welches zur
Vermischung mit anderm Viehfutter dient. Das Schneiden geschieht auf der Häcksel-I lade,Häcksclbank oder Häckse lmasch ine. Die besten Häckselmaschinen sind die rade-bcrger, die Albanische, Freitag'schc und die englische. Durch die Häckselfütterung wird bedeu-tend an Futter erspart; auch werden durch sie alte Thiere in gutem Futterzustande erhalten.-Hackwald ist eine namentlich in Süddeutschland gebräuchliche Behandlung der^ Waldungen, und es gehört die Hackwaldwirthschaft eigentlich zur Niederwaldwirthschaft.Bei ihrem Betriebe wird der Boden zwischen den Mutterstöcken mit der Haue umgearbei-tet und so lange Getreide gebaut, bis die Stöcke so weit ausgeschlagen sind, daß das Landnicht mehr zum Getreidebau, sondern nur zur Holzzucht verwendet werden kann.
Hacquet (Balthasar), ein ausgezeichneter Naturforscher, der mehre Länder des östr.Kaiserstaats genauer erforschte, war zu Conquet in der Bretagne 1740 geboren, kam aberfrüh nach Ostreich. Zuerst als Professor der Chirurgie zu Laibach in Kärnten angestellt,wurde er 1788 Professor der Naturgeschichte an der Universität zu Lemberg und hieraufMitglied des Bergraths in Wien, wo er am 10. Jan. 1815 starb. Seine Schriften sindfast sämmtlich deutsch geschrieben; sie enthalten wichtige Nachrichten über die von ihm^ durchreisten Länder und zeigen ihn als gründlichen Gelehrten und geistreich aufmerksamen
> Beobachter. Besonders sind zu erwähnen seine „Or^ctogrsziiiiu csriüolicu oder physika-
> lische Geographie von Kärnten, Istrien u. s. w." (4 Bde., Lp;. >776—89, 4.), „kluntueiiljlioso cariiiolicue" (Wien 1782, 4.), „Physikalisch-politische Reise auf die dinarischen,julischcn, kärntner, rhätiscben und norischen Alpen" (4 Bde., Lpz. 1785 — 87), „Reisedurch die norischen Alpen in Bezug aufPhysik" (2 Bde., Nürnb. 1791), „Neueste Physika-lisch-politische Reisen durch die dacischen oder sarmatischenKarpathcn"(4 Bde., Nürnb. 1790—96) und „Beschreibung der südwestlichen und östlichen Slawen" (5 Hefte, Lpz. 1802—5).
' -Hadamar, eine alterthümliche Stadt an der Els im Herzogthum Nassau, mit 1900 E.,
! war einst die Residenz der > 606 gestifteten, aber schon 1711 wieder erloschenen katholischenI Linie Nassau-Hadamar (s. Nassa u). In dem Schlosse zu H. befindet sich ein durch ein-gezogeneKlostergütcr reich dotirtes Pädagogium; aus dem größten Theil des Fürstenthumsaber wurde das Amt Hadamar gebildet, welches 16000 meist katholische E. zählt.