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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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547
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Haarbeutel Haase 547

ker, bei denen dies allgemeine Sitte ist, ihr Haar am längsten erhalten, wobei freilich diebei denselben meist übliche einfache Lebensart mit in Anschlag zu bringen ist. Haarkrank-heiten, als fehlerhafte Bildung in Hinsicht auf Menge und Form, Entzündung und Atro-phie der Haarzwiebeln und Haarbälgc u. s. w., sind nicht selten, die'bekannteste von allenist der Weichselz opf(s. d.). Unter den Thieren ist, mit Ausnahme der Amphibien, keineElaste, bei welcher nicht Haare oder haarähnliche Organe gefunden würden, die sich freilichin sehr verschiedenartigen Gestalten darstellen. Je nach dem Nutzen, den das Thier specielldavon zieht, hat es entweder Haare, die denen des Menschen ähnlich sind, oder Wollen-,Seiden-, Borsten-, Horn- oder Stachelhaare. Bei den Vögeln haben sie sich zu Federn,bei andern Thieren, wie bei einigen Fischen, dem Igel, dem Stachelschweine u. s. w., zuStacheln vervollkommnet. In diesem Naturreiche dienen sie zugleich noch als Werkzeugeder Bewegung und des Gefühls. Auch im Pflanzenreiche sind die Haare allgemein ver-breitet und finden sich in den verschiedenartigsten Formen und den mannichfaltigsten Far-ben äußerlich an allen Theilen der Pflanzen vor. Vgl. Eble,Die Lehre von den Haarenin der gesummten organischen Natur" (2 Bde., Wien 1831).

Haurbeutel, aus einem ausgefütterten Beutel von schwarzem Tastet bestehend undursprünglich bestimmt, den Haarzopf aufzunehmen, wurde zuerst am Hofe Ludwig's XIV.eingeführt und von Frankreick aus bald eine allgemeine Mode, die erst im 19. Jahrh. zu-gleich mit dem Zopfe sich vollständig beseitigen ließ.

Haargefäße nennt man in der Anatomie die feinsten, äußerst dünnen, durchsichti-gen Blutgefäße, welche den Übergang der Schlagadern in die Blutadern bilden. Sie durch-dringen netzförmig fast alle Organe und vermitteln die Ernährung der Gewebe durch dasBlut. Ihre Menge ist in blutreichen Organen, ;. B. den Lungen, größer als in andern,auch ist ihr Durchmesser sehr verschieden; bei den feinsten, die man bis jetzt hat untersuchenkönnen, beträgt er ungefähr'/»aoa Zoll. (S. Gefäßsystem.)

Haarröhren, s. Kapillarität.

Haarfeil (setueenm) nennt man eine Schnur, welche in einen künstlich gemachtenoder schon vorhandenen Wundkanal eingelegt wird. Früher gebrauchte man dazu aus-schließend eine Schnur von Haaren, daher der Name; jetzt werden Schnuren aus Gar»,Seide, Baumwolle, schmale, an den Seiten ausgefranzte Leinwandbändchen, auch einzelneFäden oder selbst dünne Wurzeln verschiedener Pflanzen dazu angewendet. Man durch-sticht, wenn der Wundkanal erst gebildet werden muß, die Haut an zwei passenden Stellenund führt an der einen Öffnung das Haarseil ein und unter der Haut fort an der andernwieder heraus, eine Operation, die nach verschiedenen Methoden bewerkstelligt werdenkann. Ist in dem Wundkanale dann Eiterung eingetreten, so zieht man das darin befind-liche Stück des Haarseils heraus und somit den zunächst an der Wunde liegenden Theilhinein, auf welche Art nach Umständen längere oder kürzere Zeit fortgefahren wird. DerNutzen des Haarseils besteht vorzüglich in Ableitung des Säfteandrangs von edleren Or-ganen nach außen, Anreizung der Thätigkeit in den dabei verwundeten Theilen, Zerthci-lung von Geschwülsten, Offenhaltcn mancher Kanäle u. s. w. Die Schließung der dadurchverursachten Wunden muß immer allmälig geschehen, sowie auch das Einziehen des Haar-seils von Seiten des Arztes gewisse Vorsichtsmaßregeln verlangt. Die Stelle, wo es an-gebracht wird, richtet sich ganz nack dem Zwecke, der erreicht werden soll. Indem es einegrößere Fläche zur Eiterung nöthigt, wirkt es kräftiger als die Fontanelle (s. d.), mitder es übrigens in vielen Hinsichten große Ähnlichkeit hat.

Haase (Wilh. Andr.), ein rühmlichst bekannter medicinischer Schriftsteller, wurdeam 30. Juni 1783 zu Leipzig geboren, wo sein Vater, Joh. Gottlob H., geb. >739,als Professor der Anatomie und Chirurgie 1891 starb. Er erhielt seine Bildung auf derdasigen Thomasschule und Universität, bei deren medicinischer Facultät er sich 1804 habi-litirte und 1807 promovirte. Um letztere erwarb er sich als akademischer Lehrer und, nach-dem er >820 in die Reihe der ordentlichen Professoren eingetreten, als Mitglied desConci-liums und dann des akademischen Senats, als mehrmaliger Rector und in verschiedenen Ver-waltungsstellen viele Verdienste. Er starb in Leipzig am i9.Aug. >837. Einen ausgebrei«