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Haare
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Febr. 1717 der Friede zwischen Spanien, Savoyen und Ostreich geschlossen. H. wurdeinzwischen dem Namen nach immer »och als Dorf aufgeführt und zwar als das größte derWelt. Höchst nachtheiligen Einfluß auf den Wohlstand hatte die Revolution im I. > 7!»5und dann die Regierung des Königs Ludwig Napoleon, der die höchsten Behörden nachUtrecht und Amsterdam verlegte. Desto schneller stieg sie zu höhermGlanze seit 18i:inachder Berufung des Hauses Oranien auf den Königsthron der Niederlande.
Haare (i'Ui oder criues) nennt man beim Menschen die dünnen, festen, biegsame»und elastischen Fäden von verschiedener Länge und Farbe, welche, aus Hornsubstan; gebil-det, mit Ausnahme weniger Stellen über die ganze äußere Oberfläche des Körpers verbrei-tet sind. Sie bestehen aus dem Haarschaft (truneus pili), dem über die Oberhaut her-vorragenden Theile, und der Haarwurze l (raclix pili), welche unter der Haut verbor-gen sich unten in die Haarzwiebel (buI1>u8 pili) endigt. Diese Haarwurzel liegt in einerkleinen Einstülpung der Oberhaut, dem Haarbalg (kolliculus pili), von welchem ausdie Ernährung des Haars in der Art geschieht, daß die Haarzwiebel die nöthigen Stoffedurch kleine Fäserchen aus dem sie umgebenden Haarbalge einsaugt, dem Haare unten an-seht und dieses selbst sich aus der Haut weiter herausschiebt. Die zur Ernährung nöthigenOrgane, Gefäße und Nerven besitzt das Haar nur an seiner Wurzel, daher auch der obereThcil desselben unempfindlich ist. Die Haare sind nicht hohl, sondern bestehen aus einerinnern zelligen Marksubstanz, die ein fettes Öl mit dem färbenden Princip enthält und voneiner faserigen durchsichtigen Hornschicht, der Nindcnsubstanz, überzogen ist. Im Allge-meinen sind sie nicht vollkommen rund, sondern zeigen mehr einen ovalen, oft auch nieren-oder bohnenformigen Durchschnitt. Der Fäulniß widersteht das Haar lange Zeit undbleibt unter günstigen Umständen wol Jahrtausende lang unverändert. Die Eigenschaft,Feuchtigkeit aus der Luft anzuziehen und dadurch länger zu werden, hat man benutzt, umdas Haar als Hygrometer (s. d.) zu gebrauchen. Die Farbe des Haars ist gewöhnlichinsofern der der Haut und der Regenbogenhaut im Auge angepaßt, daß jenes um so dunk-ler >st, je dunkler diese gefärbt sind, und umgekehrt. Die Länge der Haare ist nach den Kör-perstellen, an denen es gefunden wird, verschieden; das Haupthaar ist das längste. Außer-ordentlich groß ist die Verschiedenheit der Haare in Hinsicht auf Form, Farbe, Dichtheit,Stärke u. s. w. in den verschiedenen Lebensperioden, bei den verschiedenen Geschlechternund Individualitäten und unter den verschiedenen Klimaten und Nationen. Schon imfünften Monate des Embryolebens ist die Haut mit einem feinen haarigen Überzüge ohneFarbe, dem Milch haare (lanugo), bedeckt, welches zur Zeit der Geburt wieder ver-schwindet; dann erscheinen die Kopfhaare, und der Körper bedeckt sich abermals mit einemetwas stärkern Haare, als das Milchhaar war. Zur Zeit der Pubertät (s. d.) trete» dieübrigen zur Vollendung des Körpers nöthigen Haare hervor und früher oder später wirddann der Zusammenhang zwischen der Haarzwiebel und dem Haarbalge unterbrochen, so-daß die Haare ihre Farbe verlieren und grau werden oder ausfallen. Der Mann hat stär-kere, straffere und eine größere Anzahl Haare als das Weib, dessen Haare nur aus demKopse dichter stehen und länger werden. Wo das Geschlecht durch eine Anomalie sich we-niger scharf ausspricht, ist beim Manne der Haarwuchs schwächer, beim Weibe stärker.Auch das Temperament scheint mit der Art der Haare in einer gewissen Verbindung zustehen, worauf schon das Sprichwort „Harte Haare, harter Sinn" hindeutet. Die Haaredienen dazu, Kälte, Feuchtigkeit, Staub u. s. w. abzuhalten, die Reibung aneinander lie-gender Theile zu verhindern und gewaltsame schädliche Einflüsse zu mäßigen; außerdemsind sie noch als Einsaugungs- und Äussonderungsorgane zu betrachten und haben gewißdurch ihr eigenthümliches elektrisches Verhalten noch einen ganz besonder» nur noch nichtentdeckten nützlichen Einfluß auf den Körper. Von den ältesten Zeiten her war die Erhal-tung des Haupthaars, als eines den Menschen vorzüglich auszeichncndcn und zierendenSchmucks, ein nicht geringer Theil der Kosmetik (s. d.), und muß bei dem Nutzen, denes gewährt, auch in der Gesundheitslehre einen Platz finden, obgleich einzelne Nationenund Stände sich desselben gänzlich zu entledigen gesucht haben. Vor allen Dingen sind dazuReinlichkeit, allgemeineHautcultur und eine regelmäßige, gesunde Diät nothwendig; auchmöchte wol das Einreiben einfacher fettiger Substanzen nicht ohne Nutzen sein, da die Völ-