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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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544
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544 Gyväceum Gyrowetz

Gynacßum, das Frauengemach, die Frauenwohnung, hieß bei den Griechen der im ,inner« entlegensten Raume, noch hinter dem Hofe, befindliche Theil des Hauses, worin die ^Frauen, die in den früher» Zeiten ganz unbeschränktes Eigenthum des Mannes waren, !von allem öffentlichen Umgänge entfernt, wohnten und das Hauswesen besorgten. Bei ^den Römern bezeichnete man damit den Harem der Kaiser, worin die Frauen zugleich ^spannen und die kaiserlichen Gewänder verfertigten.

Gynäkologie nennt man die Lehre von den eigenthümlichen gesunden und krank-haften Zuständen des Weibes und von der Behandlung, welche die Erhaltung der erstemund die Bescitiquug der letzter« bezweckt. Vgl. Carus,Lehrbuch der Gynäkologie^ () §

Bdc., 3. Aufl.,Lpz. >838).

Gyps oder Schwefelsaurer Kalk, ein Mineral, kommt in folgenden Arten vor:das Marien- oder Fraucnglas erscheint krystallisirt in schiefen geschobenen Säulenund in kristallinischen Massen von deutlichem Blättergefüge, ist wasserhell und grau,durchsichtig und weich und findet sich am häufigsten im Gyps- und Steinsalzgebirge, selte-ner auf Gängen. Der Fasergy ps ist derb, von faserigem Gefüge, von weißlicher undgrauer Farbe und durchscheinend, und wird auf schmalen Gängen und Lagen im Gyps-gebirge gefunden. Der Schaumgyps besteht aus schuppigen, locker verbundenen Thei-len, ist schneeweiß und kommt, sowie auch die Gyps erde, mit andern Gypsarten vor. '

Der körnige Gyps hat ein körniges Gefüge, welches aus der einen Seite ins Dichte und ^

auf der andern ins Schuppige und Blätterige übergeht; er ist von schneeweißer, ins Röth-liche, Graue, Blaue und Gelbliche sich verlaufender Farbe und bildet die Hauptmasse derGypsgebirge, welche in der Ur-und Übergangszeit nur selten, in der ältern Flötzperiodedagegen in bedeutenden Massen auftreten. Sehr häufig findet man ihn in Verbindungmit Steinsalz. Von Resten einer früher» organischen Welt ist er zum Theil ganz frei. ^Den reinen feinkörnigen Gyps nennt man Alabaster (s. d.). Den gebrannten Gyps, >auch Sparkalk genannt, braucht man zu Stukkaturarbeit (s. d.) und Estrich (s. d.), !und der daraus bereitete Mörtel, der Eypsmörtel, wird zum Mauern an trockenen Stellen ^benutzt. Eine sehr hart werdende Masse gibt es, wenn man den Gyps vor dem Brennenmit Alaunwasser versetzt. Der gemahlene, rohe oder gebrannte Gyps wird auch zur Über- !düngung mancher landwirthschaftlicher Gewächse, besonders des Klees, und aller im Acker-bau vorkommenden Pflanzen aus der 17. Linnesschen Pflanzenclasse angewendet, deren iWuchs er auf eine merkwürdige Weise befördert. Den Fasergyps benutzt man zur Anfer- >tigung von Halsbändern, Ohrgehängen u. s. w. Insbesondere bedient man sich des Gyp-ses zu Modellen und zum Vervielfältigen alter Kunstwerke. Andr. Verrocchio zu Florenz,143288, war einer der Ersten, der in der neuern Zeit Theile des menschlichen Körpers !in Gyps abformte. Die berühmteste Sammlung von Gypsabdrücken alter Werke ist dievon Raf. Mengs (s. d.) in Madrid und in Dresden.

Gyromantie (griech.) heißt das Wahrsagen aus einem Kreise (g) ror), in welchemder Wahrsager, nachdem er ihn unter gewissen Feierlichkeiten beschrieben hatte, herumging !und seine Zaubersprüche hersagte. Übrigens war diese Kunst weder dem Namen noch derSache nach den Alten bekannt, sondern scheint erst im Mittelalter aufgekommen zu sein.

Gyröwetz (Adalbert), ein berühmter Componist, Violin- und Pianofortespieler, 1geb. 1763, nach Andern schon 1735, zu Budweis in Böhmen, entwickelte sehr früh große !

Anlagen für die Musik. Schon als Schüler fing er an zu componiren. Dabei war er so !

außerordentlich fleißig, daß er in jedem der sechs Jahre, die er auf dem Gymnasium zu-brachte, die erste Prämie erhielt. Entschlossen, sich dem Studium der Rechte zu widmen,bezog er die Univerutät zu Prag, die er jedoch nach zwei Jahren, von Krankheit und Ar-muth gedrückt, wieder verließ, um sich gan; der Musik zuzuwenden. Zunächst nahm sichseiner der Graf Franz von und zu Fünfkirchen an, und durch Mozart wurde er, als er balddarauf sich nach Wien begab, dem dasigen Publicum vorgeführt, welches seine Sympho-nien mit rauschendem Beifall aufnahm. Nachdem er sodann Gelegenheit gefunden hatte,Italien zu besuchen, wurde er in Neapel vom Kapellmeister Sala im Fugensatz unterrich- Itet. Von Neapel ging er, da sich inzwischen seine Verhältnisse gebessert, nach Paris, wo ,er mit vielem Enthusiasmus ausgenommen wurde, wegen der Revolution aber nur kurze >