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zeichnete Weift fördernde Welt- und Lebensanschauung in einer seltenen Vollkommenheitder Form sich findet. An diese Hauptmittel schließt sich zunächst die Geschichte mit derGco-graphie, und dann die Mathematik mit den Naturwissenschaften an. Jndefi ist über denWerth der einzelnen Unterrichtsobjecte fortwährend viel gestritten worden. Namentlich ^wurden die beiden letzter» erst in Folge des lang dauernden und noch immer fortgehendenKampfes des Humanismus mit dem Realismus allgemeiner in den Lehrplan des Gymna- !siums ausgenommen. Die Religion, welche früher, freilich in einer der Gegenwart nichtmehr angemessenen Form, unter den Lehrobjectcn des Gymnasiums sehr hervorgehobcnwurde, ist später immer mehr zurückgedrängt worden und noch gegenwärtig in den meisten ,Gymnasien sehr vernachlässigt, woraus auch diesen Anstalten mannichsache Vorwürfe er-wachsen sind. Selbst über den Werth der klassischen Sprachen als Lehrobject der Gymna-sien sind in der neuern Zeit theils von einer gewissen kirchlichen Partei, theils von Freun-den realistischer und materieller Lcbcnsbildung Zweifel erhoben worden, glücklicherweiseaber zur Zeit ohne Erfolg. Denn wenn auch der Gymnasialunterricht in den Sprachendes classischen Alterthums nicht selten, in bloßen grammatischen Formalismus ausgehend,ohne rechte Frucht für die allgemeine wissenschaftliche Bildung bleibt, so würde diese dochihren Grund und ihr Lcbenselemeut verlieren, wenn das Studium des klassischen Alter- ^thums von den Gymnasien ausgeschlossen oder auch nur in seinem Umfange und seiner -Gründlichkeit wesentlich beschränkt werden sollte. Eher wäre zu wünschen, daß die Ma-thematik und die Naturwissenschaften, namentlich die erstere, eine Verminderung des Um-fangs erführen, weil in dieser Beziehung viele Gymnasien bereits über das zuträgliche Maßhinausgcgangen sind.
Die Gymnasien haben sich aus den Kl oster schul en (s. d.) und Domschul enss.d.)des Mittelalters entwickelt, welche zwar zunächst der Vorbildung zum Kirchendienstc dir- .nen sollten, aber zu diesem Zwecke die ganze dainalige Wissenschaft in sich aufnehmen muß-ten. Durch die Gründung der Universitäten im l:!. und 11. Jahrh. wurde das Bedürfnisgelehrter Vorbereitungsanstalten fühlbar, aber erst durch den immer weiter um sich grei-fenden Verfall der Dom- und Klostcrschulcn, durch die wachsende Blüte der Städte, be-sonders durch das im 15. Jahrh. neu erwachte wissenschaftliche Leben, wurde die Entste-hung gelehrter Stadtschulen ungemein begünstigt, und viele von ihnen erhoben sich zu gro-ßer Berühmtheit, z. B. die in Alkmaar, Schlettstadt, Pforzheim, Spcier, Köln, Münsteru. s. w. Den größten Einfluß auf die vollständige Entwickelung des gelehrten Schulwesenshakte die Reformation, besonders der Reformator in Kirche und Schule, Phil. Mclanch-thon, durch welchen das classisch-humanistischc Erzichungsprincip zur Geltung gelangte,dassselbst den Schulen der Jesuiten, wenn auch mit manchen Verunstaltungen, zu Grundegelegt wurde. Der neue Geist der Gelchrtenschulcn, welche unter Aussicht und Leitungder Kirche standen, ging aber in den Kriegsunruhcn und dogmatischen Streitigkeiten, welchedie Reformation zur Folge hatte, wieder unter; die classischen Studien wurden verküm-mert und verfielen, unter Anderm auch durch Einwirkung des Pietismus, zu Ende des >7. !und zu Anfang des 18. Jahrh., der sogar, wie in der Thomasschule zu Leipzig, den Ver-such machte, sie aus den Eelehrtenschulen zu verbannen, oder doch dem Religionsunter-richte gänüich unterzuordnen, und ihnen nur materiellen Werth für den Gelehrtenbcruf bei- lzulegen. Durch A. H. Francke (s. d.), der dieser pictistischen Richtung, wenn auch in vcr- ,edelter Richtung, Eingang und Verbreitung verschaffte, wurde besonders auf Einführung !der Geographie und Geschichte in den Gymnasialunterricht und auf Anstellung besondererLehrer für Mathematik hingearbeitet. Günstig wirkte für das Wiederausblühen der hu-manistischen Studien in den Gymnasien Joh. Math. Gesner (s. d.), und die sächs- Ge-lehrtenschulen erlangten durch ihr treues Festhalten am humanistischen Bildungsprincip .und ihre ausgezeichneten Leistungen großen Ruhm durch ganz Deutschland, der auch gegen- §wärtig noch nicht verblichen ist. .Der Aufschwung der classischen Philologie gegen das Ende ides >8. Jahrh., namentlich seit Ehr. Gottl. Hcyne's Auftreten, bereitete einen allgemeinen !Umschwung des Gelehrtenschulwesens vor, welcher durch die Gegenwirkungen des Phi'^lanthropinismus (s. d.) und den dadurch herbcstgeführten Streit beider entgegenge-sctzter Bildungsprincipien mehr beschleunigt als aufgehalten wurde. Die gegen das Ende