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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Gymnasium

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FriedrichGrafvonG., geb. 1731, gest. als Kanzleirath und Mitglied der schweb. Aka-demie imJ. 1808, hat sich als Dichter bekannt gemacht. Er schrieb ein HeldengedichtTaget öfver Bält" (der Zug über die Belte), Satiren, Fabeln und Oden, die bei seinenZeitgenossen großen Beifall fanden, jetzt aber ziemlich vergessen sind. Jedenfalls gebührtihm das Verdienst, zur Reinigung der schweb. Sprache wesentlich beigetragen zu haben.

Gymnasium hieß bei den Griechen der öffentliche Ort und das Gebäude, wo dieZugend nackt (g^mnos) gymnastische, d. i. körperliche Übungen (s. Gymnastik) trieb.Zn den meisten Städten Griechenlands fanden sich dergleichen Anstalten, zuerst wol inKreta und Sparta. Später erstreckten sich die darin vorgenommenen Übungen auch aufden Geist, indem hier Philosophen, Rhetoren und Lehrer anderer Wissenschaften Unter-richt crtheilten. In Athen waren fünf Gnmnasicn und darunter am berühmtesten die Aka-demie, das Lyceum (Lykeion) undKynosarges. In der Akademie lehrte Platon, im LnceumAristoteles, im Kynosarges Antisthenes. Diese Gymnasien warm in den ältesten Zeitenoffene, geebnete, durch eine Umzäunung eingeschlostene Plätze mit Abtheilungen für die ver-schiedenen Spiele. Um Schatten zu erhalten, pflanzte man Reihen von Platanen, an de-ren Stelle nachbcr Säulengänge mit verschiedenen Gemächern traten; endlich wurden dieGymnasien zu großen miteinander verbundenen Gebäuden, die geräumig genug waren,mehre Tausend zu fassen. Von der Einrichtung derselben Kat Vitruv in seinem Werk überdie Baukunst eine genaue Beschreibung gegeben, Jndeß nicht alle Gymnasien hatten einegleich großartige Einrichtung; alle aber waren mit Hermen (s. d.) geziert. Außerdemschmückte man dieselben mit Statuen und Altären des Hermes und des Herakles, denendie Gymnasien geheiligt waren, oft auch des Lheseus, als des Erfinders der Kunst zu rin-gen, mit Statuen von Helden und berühmten Männern, mit Gemälden und Basreliefs,die Gegenstände der Religion und Geschichte darstellten. Der Vorsteher hieß Gymna-siarch; die Theorie lehrten die Gymnasien; Pädotriben leiteten den praktischenUnterricht der gymnastischen Übungen und Tystarchcn die Übungen im T'ystus (s. Sta-dium). Zuweilen nannte man das Gnmnasium auch Palästra, worunter aber eigent-lich nur der Thcil zu verstehen ist, wo Die, welche sich zu Athlcten (s. d.) bilden wollten,im Faustkampf geübt wurden. Eine Unterscheidung zwischen Gymnasium und Palästrasoll nach Einiger Meinung eingetretcn sein, als man anfing, auch geistige Übungen in denGymnasien vorzunehmen, und es soll nun unter Palästra der Platz für die körperlichenÜbungen, unter Gymnasium aber der für den geistigen Ünterricht verstanden worden sein.Zn Rom hatte man zur Zeit der Republik keine Gebäude, die sich mit den griech. Gymna-ßen vergleichen ließen; unter den Kaisern vertraten die öffentlichen Bäder (tlrermae) dieStelle derselben und man kann sagen, daß die Gnmnasicn in denselben untergingen.

Gegenwärtig ist Gymnasium der allgemeine Name für diejenigen Schulanstalten ge-worden, welche hauptsächlich die Vorbereitung zu den Universitätsstudien bezwecken, unddie in den verschiedenen deutschen Staaten verschiedene Namen, wie Pädagogien, Lyceen,Landes - und Fürstenschulen führen, und bald die lat. Vorbereitungsschulen (Progymna-sien) in sich ausgenommen haben, bald nicht. Der Zweck der Gymnasien ist allgemeinewissenschaftliche Bildung, also nicht wissenschaftliche Fachbildung, wie der der Universitä-ten. Da sich früher in der wissenschaftlichen Bildung allein die Humanitätsbildung, d. h.die Herausbildung der höher« Natur des Menschen, welche diesem erst seine wahre Würdegibt, wie sich darin sein eigentliches Wesen spiegelt, erschloß, so wurde und wird noch jetztdie Humanitätsbildung ziemlich allgemein als der Zweck des Gymnasiums angenommen.Dies ist auch keineswegs zu tadeln, wenn nur mit dem Ausdrucke Humanität der rechteBegrissverbunden und dabei nicht vergessen wird, daß auch andere Schulen diesen Zweckerstreben sollen, wenn sie ihn auch nicht in dem Grade wie das Gymnasium erreichen kön-nen. Die allgemeine wissenschaftliche Bildung schließt im Einzelnen in sich die Bildungzur Religiösität und Frömmigkeit, zum scharfen, logischen Denken, zur richtigen und kla-ren Darstellung des Gedachten in Rede und Schrift, und die Bildung zur idealen Ansichtder Lebensverhältnisse. Die Mittel zur Erreichung dieser einzelnen Zwecke und des Ge-sammtzwecks sind Religion und Sprachen, vorzugsweise die beiden klassischen Sprachen,weil in den Schriftwerken der Griechen und Römer eine die ideale Bildung auf auSge»