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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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540
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54V Gyges Gyllenborg j

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auf ungefähr 6 Mill., wovon neun Zehntel Hindus, die übrigen Mohammedaner find; ^jene bestehen hauptsächlich aus Grasfias, einem Radschputenstamme, welche über viele Orteeine Art Feudalgewalt ausüben, und ackerbauenden Kuabis, zur Kaste der Sudras gchö- ^rig, neben welchen mehre Näuberkasten das Land unsicher machen; diese aus Nachkommen ^der mongolischen und afghanischen Eroberer, letztere unter dem Namen Rohillas bekannt.Außerdem finden sich auch Parsen oder Gebern (s. d.). Die arbeitende Classe lebt in dergrößten Unterdrückung unter den herrschenden Kasten. Je nach der Nationalität der ver-schicdenen Einwohner werden verschiedene Sprachen gesprochen; am verbreitetsten ist das ,Guzerati. Das Land wird zum Theil unmittelbar von den Engländern, zum Theil (dasKönigreich Baroda) vom marattischen Guicowar (s. M aratten), zum Theil von kleinenFürsten beherrscht, die entweder dem Guicowar oder den Engländern zinspflichtig sind.

Die bedeutendsten Städte der Provinz find Surate, ein Haupthandelsplatz mit 16VV00E. am Ausfluß des Tapty; Ahmedabad, früher die Hauptstadt des Landes und im >7Jahrh. eine der bedeutendsten und schönsten Asiens, die aber durch die Maratten sehr ver-wüstet wurde, dessenungeachtet aber noch viele schöne Gebäude und über 100000 E. zählt; ;Baroda mit mehr als 100000 E. Die Portugiesen besitzen eine kleine Strecke mit denStädten Damaua und Diu. G. wurde bis zu Ende des 12. Jahrh. von eigenen Fürsten be-herrscht, obwol es seit dem 11. Jahrh. viel von den Einfällen der Mohammedaner zu lei-den hatte. Im I. 1196 wurde es von den Afghanen erobert, die es bis > 397 behielten, i

wo eine eigene mohammedan. Dynastie in G. entstand, die bis gegen Ende des l 6. Jahrh. ;

das Land regierte, wo es ein Theil des Reichs des Großmoguls wurde, dessen Schicksale ! Ies theilte und mit dem es unter die Herrschaft der engl.-ostind. Compagnie kam. !

Gyges war nach der griech. Sage ein Günstling des Indischen Königs Kandaules,der, um ihn von der Schönheit seiner Gemahlin durch Augenschein zu überzeugen, ihm die- i lselbe einst zeigte, als sie sich entkleidet nicderlcgte. Diese Unverschämtheit erzürnte die< j

nigin dermaßen, daß sic G. die Wahl ließ, entweder ihren Gemahl zu ermorden und als ihr i

Gatte die Herrschaft über Lydien zu übernehmen, oder selbst seine strafbare Neugier mit ldem Tode zu büßen. G. ermordete daher, nachdem er vergebens den Entschluß der Koni- l

gin bestritten hatte, den Kandaules, und wurde von dem delphischen Orakel in der Herr- i

schaft bestätigt. Auch erzählt die Sage von einem Zauberringe, den G. als Hirt in einer > iunterirdischen Höhle gefunden, und welcher die Kraft gehabt habe, seinen Besitzer unsicht- ! <bar ru machen, sobald dieser den Stein desselben einwärts kehrte. Mit Hülfe des Ringes 1soll G. die Umarmungen derKönigin genossen und seinen Herrn ermordet haben. DenRing !des G. besitzen, wurde nachher svrüchwörtlich bald von wankelmüthigen, bald von boshaften Iund listigen, bald von glücklichen Leuten gebraucht, die Alles, was sie wünschen, erlangen. <

Gyllenborg, eine gräfliche Familie, aus der mehre in der Geschichte Schwedensausgezeichnete Männer stammen. Der Ahnherr derselben war ein deutscher Apotheker >und Astrolog, Wolimhaus, der sich um 1640 in Upsala niederließ. Sein jüngerer Sohn ^ iIakob, der gleich einem altern Bruder unter dem Namen Gyllenborg in den Grafcnstand ierhoben wurde, unterstützte als Reichsrath ganz insbesondere mit großer Härte den König IKarl XI. bei der Neduction der vom Adel an sich gerissenen Güter, wodurch er sich sehr >

verhaßt machte, und starb 1701. Jakob's Sohn, Karl Graf von G., geb. 1679, > lnahm als schweb. Gesandter in London aus des Ministers Görtz Befehl 1717 lebhaften ; !Antheil an der Verschwörung gegen König Georg I. und kam deshalb in Hast. ,Nach sei- ° !ner Freilassung verhandelte er als bevollmächtigter Minister den Frieden auf Aland mit !

Rußland, bis der Tod Karl s Xll. die Unterhandlungen zerschlug. Hierauf trat er aus die !

Seite der sogenannten Hütepartei (Gyllenborg'sche Partei) gegen den Graf Horn und -

die Mützenpartei, die indessen doch bis zum Reichstag von 17 38 die Oberhand behauptete. l

Nach dem Siege der Hütepartei wurde er Kanzleipräsident. Es brach nun der unglückliche >

Krieg gegen Rußland aus, G. aber wußte die Volkswuth, die der schimpfliche Friede ^ ^mit Rußland zu Abo im I. 1743 gegen ihn erhob, durch die Hinrichtung mehrer Generale ! >zu stillen und behauptete sich in seiner hohen Stellung bis zu seinem Tode im I. >746. I !Seine Talente waren weit geringer als man nach den Ränken, die er schmiedete, und den !

Siegen, die er über seine Gegner davsntrug, schließen sollte. Sein Neffe, Gusta» -