s Guyon Guzurate 539
! Kriegen Karl VII. von Frankreich im I. 1451 G. eroberte und für immer dem franz.
! Reich einverleibte. Bis zur Revolution bildete es nun dieProvinzG. (G. im weitesten! Sinn), zu welcher auch die Landschaften Saintonge, Angoumois, Limousin und die ganze' Gascogne geschlagen wurden, sodaß also dieselbe zwar nicht die Ausdehnung der röm. Pro-vinz und des karoling. Königreichs Aquitanien erreichte, aber doch das ganze Eleonorische^ Herzogthum umfaßte.
Guyon (Zeanne Marie Bourier de la Mothe), s. Quietismus,j Guyvt (Heim. Dan.), ein um die Einführung des Taubstummenunterrichts in deni Niederlanden hochverdienter Mann, geb. am 25. Nov. 1753 zu Trois-Fontaines in derNähe von Mastricht, ward in letzterer Stadt für die Universität vorbereitet und studirtedann zu Franeker Theologie. Er wurde 1776 Pastor zu Dordrecht, 1781 zu Groningenund 1861 zugleich Obcraufseher der Schulen, nahm jedoch >869 seine Entlassung, umseine ganze Thätigkeit dem Taubstummenunterrichte zu widmen. Zur Begründung einersolchen Lehranstalt, im I. 1796, wurde er veranlaßt, als er während seines Aufenthalts inParis, wohin er 1784 eine Reise unternahm, den Abbe de l'Epe'e (s.d.) und dessen Unter-richtsmethode für Taubstumme kennen gelernt und nach seiner Rückkehr nach Groningensie mit glücklichem Erfolge bei zwei Kindern angewendet hatte. Obschon ein leidenschaft-licher Bewunderer des Abbe de l'Epe'e, vervollkommnete er doch dessen Methode und drückteihr den Stempel eigener Originalität auf. Mehre benachbarte Staaten erbaten sich seinen! Rath bei Organisation der Taubstummenanstalten, und unter seinem unmittelbaren Ein-! flusse wurde die zu Münster errichtet. Er starb als Ehrenprosessor der Universität zu Gro-ningen am l 6. Jan. 1828.
Guys (Pierre Augustin), ein berühmter franz. Reisender und Schriftsteller, geb.zu Marseille >726, war früher Kaufmann in Konstantinopel, dann in Smyrna und zu-letzt in seiner Vaterstadt, wo er auch in die Akademie ausgenommen wurde. Im I. >744gab er in Briefform die Beschreibung seiner Reise von Konstantinopcl nach Sophia, der, Hauptstadt der Bulgare!, und 1748 die seiner Reise von Marseille nach Smyrna und von' da nach Konstantinopel heraus. Seinen literarischen Ruf verdankt er aber besonders der„V«>agL littöraire on 6rüce" (Par. 1771 ; 3. Aust., 4 Bde., Par. 1783; deutsch vonWeisse, 2 Bde., Lpz. 1772), in welchem Werk er mit ebenso viel Scharfsinn als Sach-kenntniß den Zustand Neugriechenlands und der Neugriechen mit dem der Altgriechen undihren staatlichen und bürgerlichen Einrichtungen verglich und beleuchtete. Als dieselbe imDruck erschien, widmete Voltaire G. einige sehr schmeichelhafte Verse, die Griechen aberübersandten demselben das Diplom eines Bürgers von Athen. Er starb >709 auf derInsel Zante, als er im Begriff stand, zu einer neuen Ausgabe seiner Reise durch Griechen-land Materialien zu sammeln. — Sein Sohn Pierre Alfonse, geb. im Aug. 1755,war als Sccretair bei den franz. Gesandtschaften in Konstantinopel, in Wien und in Lissa-! bon angestellt und wurde hierauf Consul in Sardinien, später auf den Canarischen Inseln,i dann in Tripolis in Afrika, und zuletzt in Tripolis in Syrien, wo er im Sept. 1812 starb.Er gab ein „Kings t!'Vnt,»ni» le Lie-ux" (Par. 1786), und gut geschriebene „I^ottrossur les Vurcs" (Par. 1776) heraus; auch schrieb er ein Lustspiel „I.k>i»!iiÄO„iIe 51»liLr«",welches 1787 unter Mercier's Namen mit Beifall aufgeführt wurde.
! Guyton-Morveau (Louis Bernard), s. Morveau.
Gnzurate oder Eudscherat, sonst Eezirah, eine Provinz Vorderindiens imNordwesten der Halbinsel zwischen dem 21" und 24" nördlicher Br., mit einem Flächen-raume von mehr als 1866 lllM., wird auf der Westseite vom Arabischen Meere bespült,wo die Meerbusen von Kutsch und Kambay einen großen Theil des Landes zur Halbinselmachen. Der Oste» desselben ist vom Windhyagebirge und den westlichen Ghats durchzo-gen, der Westen dagegen flach, zum Theil morastig und sandig, zum Theil aber auch mit> vortrefflichem fruchtbarem Boden. Die Flüsse Myhi, Nerbudda und Tapty bewässern dasLand, das sie während der Regenzeit, vom Juni bis Sept., häufig überschwemmen undverwüsten. Das Klima ist im Sommer sehr heiß und in den Niederungen höchst ungesund,im Winter aber kälter, als man erwarten sollte, sodaß es Nachts sogar Eis friert. Die Pro-dukte sind ganz die des eigentlichen Hindostan (s. d.). Die Einwohnerzahl beläuft sich