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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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538
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538 Guyana Guyenne

Mission. Nach Beendigung dieses schwierigen, anderthalb Jahre dauernden Geschäfts er-warb er sich als Präsident des Erzichungsraths große Verdienste um dieHebung desVolks-schulwescns. Da G., bei der Rerision der Verfassung im I. l 838, seinen Zweck der Her-stellung einer kräftigem Vollziebungsbchörde nicht ganz erreichen konnte, so wirkte er we-nigstens für die vollständige Trennung der gesetzgebenden Gewalt von der richterlichen undexecutivcn. Neuerdings erwarb er sich ein Verdienst um die Bildungsanstalten im Can-ton. Ein wohlverdientes Vertrauen hat auch seinen Bruder, der praktischer Arzt inLiestal ist, wiederholt zum Vorsitz im Landrath berufen.

Guyana, Euanan a oder Guiana, im weitesten Sinn der Theil des großen Fest-landes von Südamerika, welcher vom Atlantischen Meer im Osten, vom Orinoko im Nor-den und Westen, vom Rio Negro im Südwesten und vom Amazonenstrom im Süden be-grenzt wird, ist von sehr wechselnder Beschaffenheit. Das niedrige, sumpfige, dichtbewaldeteund daher ungesunde Küstenland steigt nach dem Innern hin langsam empor. Weiterhinerheben sich Bergketten von zunehmender Hohe, deren westlichste dem deutschen Riesenge-birge an mittlerer Höhe gleichkommen. Eine große Menge von Flüssen, die jedoch im In-nern durch zahllose Katarakten unterbrochen werden, stellen ein wunderbares Netz dar undwürden der künftigen Bevölkerung die Mittel der ausgedehntesten Verbindung gewähren.Das Klima ist völlig äquatorial. In der sogenannten trockenen Jahreszeit ist die Tempe-ratur zwischen IO24"R.; die Hitze ist fast unerträglich (bis -13" N-) an offenen sandi-gen Orten und auf den wenig fruchtbaren, nur mit Gräsern bewachsenen Savanen, welchemit steilen und felsigen Bergrcihen wechseln, die wiederum durch verhältnismäßig sehr kaltesKlima ausfallc». Sehr fruchtbar ist indessen der Boden in der weiten östlichen Niederungund entlang den großen Flüssen. Die Producte sind die gewöhnlichen des äquatoriale»Südamerika. Die Waldungen enthalten sehr viele kostbare Holzarten, Farbehölzer, Arz-neisioffe und wilde Früchte, während das angebaute Land Kaffee, Baumwolle, Cacao, Zu-cker, Taback, Indigo und alle übrige Erzeugnisse des tropischen Feldbaus in Menge liefert.Die Physiognomie des Pflanzen- und Thierreichs ist fast dieselbe wie in Brasilien. DieUreinwohner sind nur im Innern noch zahlreich und gehören theils dem Hauptstamme derTupi, theils dem der Karaiben an; sie sind meist noch unabhängig, obgleich früher die Spa-nier vom Westen her, gegenwärtig die Engländer von der Küste aus durch Missionen aufsie zu wirken gesucht haben. Der politische Besitz dieses gewaltig großen Landes theilt sichunter England (britisches G erworben durch Vertrag mit der niederländ. Regierungvom 29. Aug. 1814; mit -1900 weißen Bewohnern und gegen >00000 Negern), Holland(Surinam, >667 den Engländern abgenommen; mit 2300 Weißen, 51000 Negern),Frankreich (Cayenne, colonisirt seit 1020; mit ungefähr 16000 E., darunter nur etwa1000 Weiße), Brasilien (Provinz Guayana, die außer in den Ortschaften am nördlichenUfer des Amazonas fast unbewohnt ist) und Colombien. Der Antheil des letzter» Staatsist der größte, allein kaum bekannt, indem weite Strecken noch nie von einem Weißen be-treten worden sind ; er reicht vom Orinoko bis an die noch nicht ganz festgestellte Greinedes brit. G. Zur bessern Kenntniß des Innern, wohin man den fabelhaften See Parimeund eins der wunderreichstcn Dorados verlegte, haben die Entdeckungsreisen Schom-burgk's (s.d.) den meisten Stoff geliefert. Die gesammten Kolonien G.s sind seit einemJahrzehnt» sehr herabgekommen, zumal die britischen seit Aufhebung der Negersklaverei.Da das sehr ungesunde Klima die Colonisirung durch Weiße unmöglich macht, so wirdE., seiner Ausdehnung ungeachtet, wahrscheinlich nie eine große Bedeutung erlangen.

Guyenne, ein Theil des alten Aquitanien (s. d.), welcher davon auch den Na-men entlehnt hat, umfaßte das eigentliche G. im engsten Sinn (das Land an der Gironde)nebst den Landschaften Bazadois, Pe'rigord, Agenvis (zusammen Ni eder-G.); fernerQuercy und Novcrgue (zusammen Ober- G.), oder die heutigen Departements Gironde,Dordogne, Lot und Garonne, Lot, Aveyron. Als im 1.1137 der Mannsstamm der souve-rainen Herzoge von Aquitanien ausstarb, brachte die Erbtochter Eleonore das Land nebstihren übrigen Besitzungen an ihren Gemahl, Ludwig VIl. von Frankreich; als dieser jedochsich von ihr hatte scheiden lassen, siel das ganze Erbe l 152 an ihren zweiten Gemahl, Hein-rich II. von England, und blieb nun fast unausgesetzt im engl. Besitz, bis nach langwierigen