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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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537
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Gutzwiller 537

vollständige Kenntniß deS Siamesischen zu gewinnen und flch im Chinesischen noch zu ver-vollkommnen. Wir besitzen über diese Reise und den Aufenthalt in Bankok zwei Tage-bücher, von denen das eine, von Tomlin, mit dem Aug. l 828 beginntund bis zum Mai 1829reicht, wo Tomlin dieses Missionsfeld seinem Freunde allein überließ; das andere, von E.,erstreckt sich über drei Jahre. Abgesehen von E.'s Thätigkeit für die Ausbreitung des Evan-geliums, die auch mit reichen Früchten gesegnet war, arbeitete er in dieser Zeit eine siame-sische Sprachlehre und mit Tomlin eine Übersetzung des Neuen Testaments in das Siame-sische- Zur Herstellung seiner zerrütteten Gesundheit unternahm er aufZureden eines chines.Freundes eine Reise nach China, auf der er zu dem Entschlüsse kam, das Evangelium indas Herz Chinas hineinzutragcn. Von jetzt an wurde Macao seine Hauptstation, wo er sicheng mit Nob. Morrison verband. Er legte Schulen an, verbreitete chines. Tractätchenchristlichen Inhalts, machte sich mit Medhurst, der ihm nach Macao gefolgt war, und mitzwei andern Sinologen an eine neue Übersetzung der Bibel in das Chinesische, begründetemit Morrison eine Gesellschaft für Verbreitung nützlicher Kenntnisse in China, gab einchines. monatliches Magazin heraus und versäumte bei aller dieser schriftstellerischen Thä-tigkeit, durch welche er zuweilen 2«) Drucker zugleich beschäftigte, doch nicht, auch unmittel-bar durch das lebendige Wort wie in Macao, so auf Reisen, die er von hier aus unternahm,zu wirken. Vgl. seinäournsl »L tbree V 0 )az-e 8 slonA tlie cosst ok Lllrina in 1831, l 832snä 1833, rvitl, uotic« nk 8min, Coren an<> tlie I^ooclioo-Islaulls", herausgegebcn vonW. Ellis (Lond. 1833; deutsch, Bas. 1835). Alles ging gut von statten, bis G. die Auf-merksamkeit der chines. Behörden erregend in den Verdacht gerieth, mit seinem Thun undTreiben den sclbsüchtigcn Absichten der Engländer zu dienen. Ein Versuch im Mai >835ins Innere der Provinz Fo-Kien einzudringe», misglückte g-änzlich. Gleichzeitig tratenVerbote gegen den Druck chines. Bücher christlichen Inhalts ein; die Druckerei mußte vonMacao nach Singapore verlegt werden, und selbst die freie Vertheilungsolchcr Schriften un-ter die Einwohner von Kanton hörte auf. Von jetzt an in seiner missionarischen Thätigkeitgehemmt, war er nun bei der engl. Expedition nach China um so thätiger, der er durch seineKenntniß des Chinesischen und der Verhältnisse in China wesentliche Dienste erwies. Auchwkrkte er mit zu dem Frieden zwischen China und England im I. 1832. G. hat bei seinenKenntnissen und seiner Ausdauer durch seine Reisen in China die Wissenschaften und dieKenntniß Chinas vielfach bereichert, aber gewiß nicht den richtigen Weg zur Ausbreitungdes Evangeliums eingeschlagen und auch für dasselbe in China wenig genützt. Noch ge-denken wir seinerGeschichte des chines. Reichs" (deutsch von Bauer, Ouedlinb. 1836).

Gutzwiller (Stephan), ein erfahrener und gewandter Geschäftsmann, in den Wir-ren des Cantons Basel 183632 das politische Haupt der landschaftlichen Partei und inneuerer Zeit zu wiederholten Malen Präsident des Obergerichts in Basellandschaft, geb.am >8. Nov. 1862, ist der Sohn eines Husschmids aus dem katholischen Dorfe Therwylbei Basel. Nach vorbereitenden Studien im jesuitisch eingerichteten Gymnasium zu Solo-thurn, auf der Äkademic zu Genf und in Aarau, wo er bei Zschokke und Troxler Vorlesun-gen hörte, studirte er Rechtswissenschaft zu Würzburg und Heidelberg. Später wurde erin Basel Advocat und Notar, sowie Mitglied des Großen Raths, indem er sich nach libe-ralen Principien zumal mit den Angelegenheiten seiner katholischen Mitbürger beschäftigte.Nach der Julirevolution trat er mit Eifer für die Herstellung der Rechtsgleichheit sämmt-licher Staatsbürger auf und begründete die gerechten Begehren der Landschaft in der SchriftBasels Verfassungsänderungen in den I. 1798, 1863 und 1813" (Zür. 1830). Alsder Bürgerkrieg unvermeidlich schien, verließ G. Basel und übernahm bei der Landschaftdie Leitung der Geschäfte, mußte indeß für einige Zeit den Canton verlassen, wurde aberspäter von der am 25. Aug. 1831 versammelten Landsgemeinde an die Spitze der provi-sorischen Negierung der Landschaft gestellt. Nach Besetzung Liestals durch eidgenössischeTruppen während fünf Wochen als Staatsgefangener behandelt, setzte er nach seiner Frei-lassung die am 15. März 1832 mit Erfolg gekrönten Bemühungen für die Ünabhängig-keit der Landschaft fort und präsidirte dem Verfassungsrath, der die Constitution des neuenHalb>.antons bearbeitete. Nachdem er aus der Regierung getreten, vertrat er die Land-schaft bei der zur Theilung des Cantonalvermögens niedergesetzten eidgenössischen Eom-