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Gut
Gutenberg
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gegangen, ein Zeichen, daß dcrVerein die lebendige Mitte gefunden hat, wo auch seine wieder-holten öffentlichen Erklärungen entsprungen sind, daß er ganz auf dem Boden der Kirche steheund ihr dienen wolle. Unregelmäßigkeiten, wie die in Königsberg »orgefallenen, waren zuvorübergehend, um weiter erwähnt zu werden. Daß nach einer so großen Ausbreitung desVereins die Unterstützungen zweckmäßiger und mit mehr Nachdruck als früher gegeben wer-den, läßt sich erwarten. Gewiß und mehr als Erwartung ist es aber, daß durch das Be-stehen des Evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung,schon jetzt eine Belebung derSelbstbewußtseins und des Einheitsgefühls in die protestantische Kirche gekommen undbis zu ihren gänzlich vereinzelten Gliedern hindurchgedrungen ist, mit welcher er sich alseine der edelsten Früchte von dem Associationstriebe der Gegenwart erweist.
Gut bedeutet im gemeinen Leben Alles, was zu einem gewissen Zweck dient, odereine erwünschte Wirkung hat, also im Allgemeinen das Taugliche. Hierin liegt aber einedoppelte, sehr verschiedene Bedeutung, indem es bald Sachen oder Verhältnisse oder Thä-tigkeiten bezeichnet, welchen um gewisser Zwecke willen ein Werth bcigelegt wird, Güter,z. B. die sogenannten materiellen, äußerer Besitz, Geld u. s. w., bald eine Beschaffen-heit des Wollens und Handelns, um welcher willen dieses selbst, ohne Rücksicht auf andererelative Zwecke, an sich gebilligt oder gemisbilligt wird. Zu bestimmen, welches Wollenoder Handeln gut oder böse sei, ist Aufgabe der Ethik (s.d.). Obgleich nun die Ethik keineLehre von der Befriedigung der Begehrungen, d. h. keine Eüterlehre ist, so bekommt dochder Begriffder sittlichen Güter eine sehr wichtige Bedeutung, wenn man fragt, wasin der Schätzung des sittlich gebildeten Menschen in Beziehung auf sittliche Zwecke einenWerth erlangen kann und soll. Die vollständige Erreichung aller sittlichen Güter würdedas höchste Gut (6ois bonorum) sein, dessen Bestimmung einer der Hauptpunkte in derEthik der Alten war, über welchen sie sowol wie die Neuern sehr verschieden dachten, da sieüber die höchsten und letzten Maßstäbe des sittlichen Werths verschiedener Meinung warenEinige, wie die Cyrenaiker und Epikuräer und viele Sophisten, erklärten das irdische Wohl-sein für das höchste Gut, Andere nur die Tugend, wie die Cyniker und Stoiker (s. Eud ä>monismus); noch Andere faßten die innige Vereinigung der Tugend mit der Glückselig-keit als das letzte Ziel des menschlichen Strebens, wie Sokrates, Platon und Aristoteles.Kant verstand unter dem höchsten Gut die genaue Proportion zwischen Tugend und Glück-seligkeit, insofern sie nur durch ein höchstes Wesen verwirklicht gedacht werden kann.
Gutenbera (Johannes oder Henne), genannt Gens fleisch, der Erfinder derKunst, mit beweglichen Buchstaben Bücher zusammenzusetzen, also der eigentlichen Buch-druckerkunsi, geb. zwischen >395 und 1400 in Mainz, stammte aus einer Patriüerfamilie,die die Namen Gutenberg oder Gudenberg und Gensfleisch von zwei ihrer Grundstückeführte, keineswegs aber, wie man häufig angeführt findet, aus der Familie Eensfleiß, ge-nannt von Sorgenloch oder Sulgeloch. Über G.'s frühere Lcbensverhältniffe ist etwasNäheres nicht bekannt; doch ist es wahrscheinlich, daß er sich schon früh mit mechanischenKünsten beschäftigte. Reibungen zwischen den Bürgern und dem Adel bestimmten ihn,1424 sich nach Strasburg zu wenden. Hier schloß er 1436 mit Andr. Dryzehn oder Drit-zehn u. A. einen Contract, durch welchen er sich denselben für alle seine geheimen und wun-derbaren Künste verbindlich machte, d. h. sie ihnen zu lehren und zu ihrem gemeinschaftli-chen Nutzen anzuwenden versprach. Dryzehn's bald erfolgter Tod machte indeß das Un-ternehmen, welches vermuthlich die ersten Anfänge der Buchdruckcrkunst mit in sich schloß,scheitern, um so mehr, da Georg Dryzehn, ein Bruder des Verstorbenen, mit G. einenRechtsstreit anfing, der für Letztem ungünstig ausfiel. Wann und wo die ersten Versuchein der Kunst des Bücherdruckens gemacht worden sind, läßt sich mit Bestimmtheit nichtangeben, da G. unter die von ihm gedruckten Sachen weder seinen Namen noch die Zeitsetzte; so viel ist indeß gewiß, daß er gegen 1438 zuerst bewegliche Typen von Holz an-wendete. Im 1 . 1443 wendete er sich von Strasburg, wo er bis dahin gelebt hatte, wie-der nach Mainz, wo er 1450 mit Joh. Faust oder Fust, einem wohlhabenden Goldarbei-ter, die Verbindung einging, vermöge welcher Faust das Geld hergab, eine Druckerei an-zulegen, in welcher dann die lat. Bibel zum ersten Male gedruckt wurde. Aber schon nacheinigen Jahren löste sich diese Verbindung wieder. Faust hatte starke Vorschüsse gemacht,